Test: Yamaha Arius YDP-164 – Digitalpiano für Einsteiger und Fortgeschrittene

  • Als Digitalpiano für Einsteiger und Fortgeschrittene ist das YDP-164 das Top-Modell der aktuellen Yamaha Arius-Serie.
  • Das CFX-Sampling reproduziert einen Yamaha Konzertflügel und berücksichtigt viele Klangdetails wie Saitenresonanzen und Key-Off-Effekt.
  • Die Möglichkeiten des Bedienfelds sind eingeschränkt. Dennoch ist die Ausstattung up to date und ermöglicht die optimale Integration von Smartphone, Tablet oder Musik-Computer.
Yamaha Arius YDP-164 Homepiano für Einsteiger und Fortgeschrittene
(Bildquelle: Yamaha)

Das Yamaha Arius YDP-164 ist nicht nur als Top-Modell der aktuellen Arius-Serie interessant. Es zeigt auch auf beeindruckende Weise, wie viel Digitalpiano man heute in der Einsteiger-Klasse um etwa 1000 Euro erwarten darf.

Auch wenn man die Verbesserungen zum Vorgängermodell nicht gleich auf den ersten Blick sieht – man spürt sie! Nur auf dem Papier ist die Tastatur scheinbar identisch: eine Graded Hammer GH3 Tastatur mit 3-fach-Sensor. Es handelt sich insofern um die gleiche Tastatur mit graduierter GewichtungJedoch wird die synthetische Elfenbein-Oberfläche beim YDP-164 ergänzt durch eine künstliche Ebony-Decklage bei den schwarzen Tasten.

Erstaunlich, welchen Unterschied nur dieses augenscheinlich kleine Detail ausmacht. Die Tasten arbeiten sauber und exakt. Perfekt wäre das Ganze noch mit einer Druckpunktsimulation (Escapement), aber das Ausstattungsmerkmal ist bei den Homepianos dieser Preisklasse eine Rarität. Das Spielgefühl vermittelt sich nicht allein durch die Tasten, denn maßgeblich ist da nicht zuletzt das Klangverhalten – und im Vergleich zum Vorgänger-Modell YDP-163 hat sich auch dort einiges getan.

Die Yamaha-Arius-Serie auf einen Blick.

Yamaha CFX Piano-Sampling

Der CFX-Sound zeigt sich auch beim YDP-164 als voller brillanter Konzertflügel. Hier profitiert das Yamaha YDP-164 von der aktuellen Clavinova-Serie. Denn was einen an diesem begeistert, ist nicht allein die klangliche Nuance, sondern die Ausdrucksmöglichkeiten eines detailreichen Piano-Sampling.

Schwer zu sagen, inwieweit der hier vorliegende Piano-Sound identisch ist mit aktuellen Clavinova-Modellen – aber man bekommt im Yamaha Arius YDP-164 einen hochauflösenden Klavierklang mit allem Zipp und Zapp: Key-Off-Effekt und Smooth Release-Technik erlauben eine nuancierte Artikulation – Damper Resonance und Sympathetic Resonance sorgen für ein realistisches Klangvolumen.

Dank hochauflösender Umsetzung der Anschlagdynamik lässt sich das Yamaha YDP-164 ausdrucksstark spielen – bis zum strahlenden Fortissimo. Das Pianissimo: Für ein Digitalpiano um die 1000 Euro bemerkenswert! Selbst wenn man zart und leise spielt, verspürt man einen definierten Tonansatz.

Gute Klangqualität

Mit einem 2 x 20 Watt starken Wiedergabesystem erzeugt das Yamaha YDP-164 einen kräftigen Sound – das würde man dem kleinen Piano gar nicht zutrauen. Aber die IAC-Funktion holt aus den beiden 12cm großen Lautsprechern das Optimum heraus. 

Über gute Kopfhörer gespielt, gefällt der Sound noch besser. Man bekommt so noch mehr Feinheiten des Sounds zu hören. Außerdem macht die Klangfülle Spaß. Das klingt schon sehr nach einem breiten Flügelsound. Dabei spielt sicher auch der Stereo Optimizer, eine Rolle der dem eher direkten Kopfhörerschall eine künstliche Räumlichkeit verleiht. Der Effekt ist erfreulich dezent voreingestellt, lässt sich auf Wunsch sogar komplett ausschalten.

Yamaha Arius YDP-164 - Ebony/Ivory-Tastatur (Bildquelle: Yamaha)
Eine Verbesserung im Vergleich zum Vorgängermodell YDP-163 ist die GH3-Tastatur mit synthetischen Decklagen für weiße und schwarze Tasten. (Bildquelle: Yamaha)

Yamaha YDP-164 und Smart-Pianist-App

Die Handhabung der wichtigsten Digitalpiano-Funkionen ist über das kleine Bedienfeld gut gemanaged: Klang anwählen, Metronom einschalten und spielen – das geht einfach. Sobald aber weiterführende Funktionen ins Spiel kommen, wird’s etwas komplizierter. Wie bei vielen Digitalpianos in der Einsteigerklasse kommt dann als „Eingabegerät“ die Tastatur hinzu. 

Aber es geht auch deutlich komfortabler mithilfe der Smart-Pianist-App (erhältlich für iOS und Android), die man per Smartphone oder Tablet mit dem YDP-164 kombinieren kann. Über die VOICE-Funktionen lassen sich die Klänge aus übersichtlichen Listen anwählen oder eben mit einer Wischbewegung über den Touchscreen ändern. Die Handhabung der DUAL-Funktion ist hier sehr gut gelöst, wobei man in der Mixer-Ansicht die Lautstärken der übereinandergelegten Klänge und auch die eines zugespielten Playbacks anpassen kann. Aber Smart-Pianist kann noch viel, viel mehr.

Mehr erfahren über Yamaha Smart Pianist.

YDP-164 mit Smartphone und Tablet kombinieren

Über den USB-to-Host-Anschluss lässt sich das Yamaha YDP-164 an einen Musik-Computer oder Tablet anschließen, um dann mit MIDI-Sequenzer oder der o.g. Smart-Pianist-App zu kommunizieren. Das YDP-164 funktioniert ganz einfach plug&play und meldet sich automatisch in den Systemeinstellungen des jeweils angeschlossenen Computers (Tablets oder Smartphones) an.

Über USB integriert das YDP-164 MIDI und Audio gleichermaßen. Das bedeutet: Man kann eine Piano-App via USB-MIDI über die Tastatur des Yamaha YDP-164 spielen und hört gleichzeitig das Audio-Signal der App über die Lautsprecher des Pianos. Mit den MIDI-Funktionen Local-Control und „Audioschleife ausschalten“ hat man auch alles an Bord, um das YDP-164 für Recording-Zwecke vollständig in einer DAW zu integrieren.

Yamaha Arius YDP-164 im Vergleich

YDP-164 vs. YDP-144: Während man das YDP-144 als Anfänger-Instrument einstufen darf, richtet sich das YDP-164 an Einsteiger und Fortgeschrittene. Die Differenzen in der Ausstattung machen in Klang und Spielgefühl den Unterschied spürbar: Gegenüber dem kleineren Modell bekommt man beim YDP-164 einen volleren Lautsprecherklang. Über Kopfhörer ist der Klangunterschied längst nicht so gravierend, wenngleich der Klavierklang beim 164er Modell mit Smooth Release mehr Feinheiten zu bieten hat. Den größten Unterschied macht sicher die Tastatur aus, entsprechend nachvollziehbar ist der Preisunterschied mit knapp 300 Euro. 

YDP-164 vs. YDP-S54: Bei technisch identischer Ausstattung ist das YDP-S54 die richtige Wahl, wenn nur wenig Platz für ein Digitalpiano vorhanden ist. Durch die kompakte Bauweise wirkt das YDP-S54 optisch moderner als das YDP-164. Ein weiterer Unterschied: Die Lautsprecher sind beim YDP-S54 in Kunststoffgehäusen unterhalb des Spieltisches montiert, beim YDP-164 sind sie ins Gehäuse integriert, sodass sich auch klanglich leichte Nuancen ergeben zwischen den beiden Modellen. Das YDP-S54 verzichtet außerdem auf einen Kopfhörerhalter. Der Preisunterschied ist mit knapp 50 Euro relativ gering.

Fazit: Moderne Ausstattung, top Preis/Leistungsverhältnis

Als Top-Modell der Arius-Serie spricht das Yamaha YDP-164 Einsteiger und Fortgeschrittene an. Mit CFX-Sampling und klangoptimierter Wiedergabe überzeugt hier vor allem der Klavierklang, aber auch die zusätzlichen Klänge gefallen und bieten gute Kombinationsmöglichkeiten in Verbindung mit der DUAL-Funktion.

Die Ausstattung an Funktionen ist umfangreich, sodass die Handhabung über das begrenzte Bedienfeld manchmal etwas kompliziert ist. Lobend erwähnen muss man in diesem Zusammenhang aber die vorbildliche Anbindung an Yamahas Smart-Pianist-App, welche das Ganze deutlich komfortabler macht und darüber hinaus nützliche Funktionen zum Klavierspielen und -üben mitbringt.

Herausragend in diesem Preissegment ist die Tastatur des YDP-164. Zwar verzichtet man hier auf eine Druckpunktsimulation, aber mit 3-Sensor-System und synthetischen Ebony/Ivory-Decklagen der Tasten vermittelt das Instrument ein schönes Klavier-Feeling – als Digitalpiano unter 1000 Euro top!

Yamaha Arius YDP-164

Yamaha Arius YDP-164 – Übersicht

Erhältlich seit: 04.2019
Tastatur: Graded Hammer GH3 mit synthetischer Ivory- und Ebony-Oberfläche
Polyphonie: 192 Stimmen
Piano-App: Yamaha Smart Pianist (kostenlos erhältlich für iOS & Android)
Hersteller: Yamaha

Yamaha YDP-164 im Video-Test

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Jörg Sunderkötter

Herausragend in diesem Preissegment ist die Tastatur des YDP-164. Zwar verzichtet man hier auf eine Druckpunktsimulation, aber mit 3-Sensor-System und synthetischen Ebony/Ivory-Decklagen der Tasten vermittelt das Instrument ein schönes Klavier-Feeling - als Digitalpiano unter 1000 Euro top!

Digitalpiano · Digitalpiano unter 2000 Euro · Smart Pianist App · Yamaha

Tests

17. September 2019

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