Yamaha Clavinova CLP-600-Serie

  • Die hochwertig verarbeiteten Homepianos der Mittel- bis Oberklasse umspannen einen Preisbereich zwischen 1.300 und 8.000 Euro.
  • Alle Modelle der Yamaha Clavinova CLP-600-Serie profitieren von der 256-fachen Polyphonie sowie detailreichen Piano-Sounds mit hochauflösender Dynamik.
  • Die größten Unterschiede zwischen den Modellen und Preisklassen bestimmen die Gehäuseausführungen sowie die Lautsprecher-Systeme und Tastaturen.
Yamaha Clavinova CLP-600-Serie
(Bildquelle: Yamaha)

Jedes Modell so nahe am Klavier wie heute technisch möglich – kein leeres Werbeversprechen, denn die hochwertigen Piano-Sounds bekommt man bei jedem Yamaha Clavinova. Dabei umspannt die aktuelle CLP-600-Serie ein weites Preissegment – vom anspruchsvollen Einsteiger-Instrument bis zum Premium Digitalpiano in Flügel-Ausführung.

...selbst das kleinste Modell profitiert vom hohen Standard der Akustikpiano-Sounds.

Was jedes Yamaha Clavinova-Modell für sich genommen auszeichnet, erhellen unsere Einzeltests. Was die Sound- und Funktionsausstattung der Yamaha Clavinovas betrifft, gibt es große Gemeinsamkeiten zwischen den meisten Modellen. Diese stellen wir hier vor. 

Yamaha Clavinova: Hoher Standard im Sound

Das Attribut „nahe am Klavier“ ist angesichts der sieben CLP-600-Modelle im Preisbereich zwischen ca. 1.300 und 8000 Euro natürlich als jeweils budgetbezogen umgesetzt zu verstehen. Unterschiede gibt es mit jedem Modellsprung vor allem bei der Qualität der eingebauten Wiedergabesysteme, manchmal auch bei der Tastatur. In puncto Klang und Spielgefühl kann man das „Mehr“ bei jedem höher liegenden Modell selbstverständlich spüren. 

Keine Unterschiede macht Yamaha bei der Klangerzeugung. So profitiert selbst das kleinste Modell vom hohen Standard der Akustikpiano-Sounds. Die Polyphonie liegt an allen Pianos der Serie bei 256 Stimmen – ein hoher wie mittlerweile fast üblicher Wert in der Mittel- bis Oberklasse.

Yamaha CFX Konzertflügel
Yamaha CFX Konzertflügel (Bildquelle: Yamaha)

Yamaha CFX- und Bösendorfer-Flügelsounds

Aushängeschilder der Yamaha Clavinova-CLPs sind zwei erstklassige Klavierklänge von großen Instrumenten: Aufwendig gesampelt wurden zum einen ein 2,75 Meter langer Yamaha CFX-Konzertflügel sowie ein 2,90 Meter langer Imperial-Flügel der Wiener Traditionsfirma Bösendorfer, seit 2008 ein Tochterunternehmen des Yamaha-Konzerns. 

Damit bieten die CLP-600-Modelle zwei Flügelklänge mit sehr unterschiedlichem Timbre an: Den CFX hat Yamaha sehr kraftvoll, voluminös, mit brillanten Höhen und breitem Stereo-Image eingefangen. Für seinen satten, voluminösen Klang ist aber auch der Bösendorfer Imperial bekannt, dessen charakteristischen singenden, warmen und klaren Ton die Clavinovas durchaus vermitteln können.

Als dritter wichtiger Piano-Sound spielt ein Klavier mit: Dafür hat Yamaha sein Upright-Spitzenmodell SU7 gesampelt. Gegenüber den Flügeln ist dieser Sound natürlich schlanker und luftiger, wobei die majestätisch anmutende Klangentfaltung des 20.000-Euro-Klaviers auch im Sample bewahrt bleibt.

Dynamische, detailreiche Piano-Sounds und VRM

Der Yamaha CFX und der Bösendorfer Imperial lassen sich an den Yamaha Clavinova-Modellen schön dynamisch spielen. Von pianissimo bis fortissimo kommen dabei zunehmend mehr Obertöne ins Spiel. Und für ebenfalls dynamisch reagierende Saiten- und Dämpfer-Resonanzen sorgt die „Virtual Resonance Modeling“-Technologie (VRM). In vier Parametern lassen sich verschiedene Klangdetails der Saiten-, Pedal- und Gehäuseresonanzen in der Intensität einstellen.

Die Clavinovas können den Klang bei offenem oder geschlossenem Flügeldeckel (Lid) ebenso simulieren wie den Key-off-Effekt, der für eine realistische Artikulation sorgt. Das VRM und die beiden anderen Parameter bieten alle 600er Modelle ab dem CLP-635; einzig das Einstiegsmodell CLP-625 muss ohne das Modeling auskommen, besitzt aber immerhin Saiten- und Dämpfer-Resonanzen.

Willkommen im „Piano Room“

An allen Yamaha Clavinova-Modellen ab dem CLP-635 sind die Parameter zum Tunen der Flügelklänge in einem zentralen Display-Menü, dem „Piano Room“, versammelt. Dort finden sich noch weitere wichtige Einstellungen für die Brillanz, das Mastertuning, den Halleffekt, die Dynamikkurve der Tastatur sowie den Einsatzpunkt der Halbpedal-Funktion.

Komfortable Bedienung & Smart Pianist App

Der Piano Room und die weiteren Funktionen der Yamaha Clavinova-Modelle sind schon recht umfangreich zu editieren. Die Bedienung über das Display ist gut strukturiert – noch mehr Komfort bietet die Smart Pianist App, die kostenlos für iOS- und Android-Geräte erhältlich ist. Die einzelnen Piano-Parameter sind in der Piano-App gut erklärt und das Anwählen der Sounds oder Layer- und Split-Kombinationen gehen leicht von der Hand.

Binaural Sampling & Stereophonic Optimizer

Beim Spiel über Kopfhörer wird an allen CP-600-Modellen bei Anwahl des CFX-Flügelsounds automatisch eine spezielle Variante des Klangs aufgerufen, die mit dem sogenannten „binauralen Sampling“ erstellt worden ist: Laut Yamaha wurde dafür ein Kunstkopf-Mikrofon genutzt, welches den Flügel aus der Sitzposition des Spielers heraus aufzeichnet. 

Der beeindruckend räumliche Klangeindruck stellt sich aber nur beim Gebrauch eines Kopfhörers ein – eine grundlegende Eigenschaft binauraler Aufnahmetechnik. Für alle übrigen Sounds ohne binaurales Sampling wird für einen ähnlichen Klangeindruck über Kopfhörer nachträglich mit der „Stereophonic Optimizer“-Funktion gesorgt, die aber natürlich nicht gleichermaßen überzeugt wie die aufwendigere erstere Methode.

IAC: Leise Spielen mit vollem Klang

Intelligent Acoustic Control (IAC) ist eine nützliche Funktion, die sich ausschließlich auf den Klang des eingebauten Wiedergabesystems auswirkt: Dadurch werden Bässe sowie Höhen in piano und pianissimo gespielten Passagen betont, um einen differenzierteren Gesamtsound zu erzielen. Der Einfluss auf den Klang ist eher subtil, und man kann die Funktion ein- oder ausschalten. 

Yamaha Clavinova: Mehr als Piano-Sounds

Außer den Piano-Sounds bietet jedes Yamaha Clavinova zusätzliche Klangfarben. Hier variiert die Ausstattung der Modelle ein wenig. Während das Einstiegsmodell CLP-625 als Budget-Homepiano mit insgesamt 10 Sounds und einem Reverb-Effekt einem ganz und gar puristischen Ansatz folgt, bieten alle übrigen Pianos der Serie mindestens 36 Sounds und drei Effekt-Sektionen. Bei den beiden Flaggschiffen CLP-685 und dem CLP-695GP-Mini-Digitalflügel kommen noch ein paar weitere Hauptklänge hinzu (49 Sounds + XG für die Wiedergabe von MIDI-Files).

Die zusätzlichen Klänge der CLP-600-Serie sind durchweg von guter bis sehr guter Qualität, reagieren dynamisch und wurden teilweise in Stereo gesampelt. Darunter finden sich geschmackvoll mit Effekten bearbeitete Vintage E-Pianos, darunter die Klassiker Fender Rhodes, Wurlitzer E-Piano und FM-Piano. 

Ebenso dürfen in einem Digitalpiano Strings nicht fehlen. Die Yamaha Clavinova-Modelle bieten hier zwei realistisch klingende Streichensembles mit schnellem und langsamem Anstrich. Als Layer-Sound eignet sich außerdem das warme Synth-Pad oder auch die beiden Chor-Sounds. Außerdem dabei sind zwei Pfeifenorgeln, zwei jazzige Hammond-B3-Sounds sowie einem weiteren dunklerem E-Orgel-Sound für Balladen.

Verzichten muss man andererseits auf einen Clavinet-Sound sowie Bläser; ein paar synthetische Flächensounds mehr hätten ebenfalls nicht schaden können. Für den Einsatzzweck von Homepianos ist die Klangauswahl jedoch insgesamt sehr stimmig: Cembalo, Vibraphone, Nylon- sowie Steel Guitar und Bass-Sounds für Split-Kombinationen runden das Angebot ab.

Effektvoll spielen mit Yamaha Clavinova

Ab dem Modell CLP-635 bieten alle Yamaha Clavinova-Modelle die drei separaten Effekteinheiten Reverb, Chorus und Master. Diese Effekte versorgen sämtliche Ebenen des Instruments, sie werden auch bei der Wiedergabe von MIDI-Files genutzt. Ausschließlich den Sounds, die man selber über die Tastatur spielt, steht dann noch ein weiterer Effektblock zur Verfügung mit Delays, Rotary-Speaker und Phaser. Programmierbar sind die durchweg gut klingenden Effekte nicht wirklich, aber zumindest ihre Intensität darf der Spieler regeln.

Split & Layer

Auch hier sind die Möglichkeiten des Clavinova CLP-625 etwas eingeschränkt: Es besitzt keine Split-Funktion. Wohl aber lassen sich hier zwei Klänge zu einem Layer-Sound übereinanderschichten (z.B. Piano + Strings).

Bis zu drei gleichzeitige Klänge sind möglich an den Instrumenten ab dem CLP-635 zustande, wenn man die Funktionen Layer (rechte Tastaturhälfte) und Split (links, mit frei einstellbarem Splitpunkt) gleichzeitig verwendet.

Yamaha Clavinova CLP-Modelle mit Bluetooth
Die Yamaha-Clavinova-Modelle ab CLP-645 sind mit Bluetooth ausgestattet und können drahtlos mit Computer, Tablet oder Smartphone kommunizieren. Yamaha bietet kostenlos die Piano-App Smart Pianist für iOS- und Android-Geräte an. (Bildquelle: Yamaha)

Song-Player und Recorder

Ein eingebautes Metronom besitzen alle Yamaha Clavinova-Modelle ebenso wie einen großen Fundus von MIDI-Songs zum Nachspielen: zu 50 klassischen Übungsstücken („Classics“) von Mozart, Beethoven, Bach und anderen kommen an den Pianos ab dem CLP-635 303 Klavieretüden („Lesson-Songs“) von Czerny, Burgmüller, Hanon und anderen hinzu. Die Stimmen für rechte und linke Hand kann man an allen Modellen der Serie getrennt einstudieren, während der Piano-Sequenzer die jeweils andere abspielt.

Zum vierhändigen Üben gibt es den Duo-Modus (derselbe Flügelklang in gleicher Lage auf jeder Tastaturhälfte; Sustain-Pedal-Funktion für jeden Spieler).

Ab dem CLP-635 können MIDI-Files sowie Audio-Songs im Wav-Format von einem USB-Stick oder vom iPad/iPhone via App über das Soundsystem des Pianos abgespielt werden. Aufzeichnen kann man sein Spiel als Audio-Song auf einem Stick oder als MIDI-Song im internen Speicher oder auf dem Stick. Der MIDI-Recorder unterstützt sogar bis zu 16 Spuren, für die General-MIDI-2-Kompatibilität bieten allerdings ausschließlich das CLP-685 und das CLP-695 die entsprechenden Sounds. Wird zu einem Audio-Arrangement vom Computer oder i-Device gespielt, kann dieses Signal mit aufgezeichnet werden. Darüber hinaus gibt es noch 20 Preset-Schlagzeug-Rhythmen zum Jammen an den Pianos ab dem CLP-635.

Die Yamaha Clavinova-Serie auf einen Blick

Zu Preisen zwischen zirka 1300 und 8000 Euro im Handel erhältlich, richtet sich Yamaha mit den Homepianos der Clavinova-CLP-600-Serie an Spieler jeden Anspruchs. Interessant: Sound- und Funktionsausstattung allein lassen zunächst einmal kaum Rückschlüsse auf die Qualität jedes Einzelinstruments zu: So könnten sich theoretisch auch sehr fortgeschrittene Spieler vom Konzept des CLP-625 angesprochen fühlen, wenn sie lediglich ein Digitalpiano mit ein, zwei guten Flügelklängen und ordentlicher Tastatur suchen.

Die übrigen Pianos der Serie wiederum entsprechen einander sogar in weiten Teilen, was Sounds und Funktionen angeht. Das deutet schon an: Hier macht vor allem die Hardware den Preis- und Qualitätsunterschied. Jedes CLP-600-Modell definiert sich eben sehr wesentlich auch über die verwendete Klaviatur und das integrierte Wiedergabesystem. 

Welchen Unterschied diese Merkmale hinsichtlich Klangeindruck und Spielgefühl machen, dazu liefern die einzelnen Testberichte die wichtigen Details.

Yamaha CLP-635
Gehobene Einsteiger-Klasse für knapp 1.600 Euro. Hier den Testbericht lesen.
Yamaha CLP-635 - Produktbild
Yamaha CLP-645
Einstieg in die Holzklasse gibt’s bei Yamaha mit der Natural Wood X-Tastatur. Hier den Testbericht lesen.
Yamaha CLP-645 - Produktbild
Yamaha CLP-675
Das CLP-675 ist ein Homepiano der gehobenen Mittelklasse und bietet eine hochwertige GrandTouch-Tastatur. Hier den Testbericht lesen. Hier den Testbericht lesen.
Yamaha CLP-675 - Produktbild
Yamaha CLP-685
Das Topmodell der Yamaha-Clavinova Serie ist kaum noch von einem akustischen Piano zu unterscheiden: Optik, Spiel- und Klangverhalten überzeugen. Hier den Testbericht lesen.
Yamaha CLP-685 - Produktbild
Yamaha CLP-665/695 GP
Die Digitalflügel der Yamaha Clavinova CLP-600-Serie. Hier den Testbericht lesen.
Yamaha CLP-695 - Produktbild

Produktpräsentation der Yamaha Clavinova CLP-600-Serie

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