Test: Yamaha P-515 – Portable Piano

  • Das Yamaha P-515 vereint die Flexibilität eines Portable Pianos mit hochwertigen Features der aktuellen Clavinova-Serie. Im Vordergrund stehen dabei eine ausgezeichnet spielbare NWX-Tastatur sowie detailreich gesampelte Piano-Sounds.
  • Per Bluetooth oder WLAN ist auch der drahtlose Einsatz von Smartphone oder Tablet möglich. In Verbindung mit der kostenlosen Smart-Pianist-App ergeben sich viele weitere Möglichkeiten.
  • Optional mit einem Stativ und einer 3fach-Pedal-Lyra ausgestattet ist das P-515 ein Hingucker mit modernem Design und pfiffigen optischen Akzenten.
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(Bildquelle: Yamaha)

So manche Erwartung wird an das Top-Modell unter den tragbaren Digitalpianos von Yamaha gestellt. Und richtig, es steckt denn auch sehr viel Clavinova im Yamaha P-515. Als Nachfolgemodell des Yamaha P-225 bringt das P-515 außerdem ein elegantes Design und eine Menge komfortable Features mit.

Die hohe Polyphonie mit 256 Stimmen passt zum Detailreichtum der hochauflösenden Piano-Sounds.

Mit 22 Kilo zählt das Yamaha P-515 zu den schwereren Portable Pianos. Dennoch leicht und modern wirkt das moderne Äußere – auch in Kombination mit dem optionalen Ständer und der 3fach-Pedal-Lyra. Das größte P-Modell besitzt ein eigenständiges Design mit einem Wechselspiel aus matten und glänzenden Kunststoffelementen, einer Holzoptik-Leiste hinter der Klaviatur sowie interessant geformten Seitenteilen. Eine schwarze und eine weiße Version sind erhältlich.

Ein einfaches Sustain-Pedal und ein Notenhalter sind im Lieferumfang enthalten. Als Tastatur dient das „Natural Wood X“-Keyboard (NWX), über das sich auch das Homepiano Clavinova CLP-645 spielt – auf alle Fälle eine neue Qualität innerhalb der P-Serie. Für den Live-Einsatz wiederum darf man sich über den Stereo-Klinkenausgang, MIDI-In- und -Out-Buchsen sowie einen Aux-Eingang freuen, muss aber auch mit dem externen Netzteil leben.

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Ausgestattet mit einer Druckpunktsimulation erlaubt die Natural-Wood-X-Tastatur des Yamaha P-515 eine gute Kontrolle der Anschlagdynamik. Für die weißen Tasten verwendet Yamaha einen Holzkern. Bei den schwarzen Tasten sorgt eine synthetische Ebony-Oberfläche für ein griffiges Spielgefühl.

Das P für gehobene Ansprüche

Von den 40 Voices des P-515 entstammen elf der Piano-Kategorie. Die Basis bilden Stereo-Samples der Yamaha C7- und CFX-Flügel sowie eines Bösendorfer Imperial. Die Polyphonie beträgt hohe 256 Stimmen und passt zum Detailreichtum der hochauflösenden Piano-Sounds.

Während der C7 in all seinen Variationen die stets passende Wahl für alle Pop- und Rockspielarten darstellt, liefert der CFX den hochdynamischen Konzertflügel, der sich in Soloausflügen zum vollmundig-wuchtigen Klangergebnis ausspielen lässt. Ganz anders dagegen der Bösendorfer, der – wenn es drauf ankommt – ein sehr intimes Pianissimo zulässt und seine Stärken ganz besonders in den ruhigen Momenten entfaltet. Aber auch in Richtung Fortissimo lässt es dieser Klang nicht an Dynamik vermissen.

Ebony & Ivory – Natural Wood X

Hier kommen auch die Abstimmung der Klangdynamik auf die Klaviatur und die Qualität der Letzteren ins Spiel: Die NWX-Tastatur, bei der Yamaha für die weißen Tasten einen Holzkern einsetzt, ist in der Gewichtung fein ausbalanciert und bietet auch eine Druckpunktsimulation. Dieser leicht spürbare Druckpunkt im Tastenweg und das Auslösen des Tons sind leider nicht immer 100%ig synchron. Dieses kleine Manko macht dann aber wieder das realistische Anfassgefühl der Tasten wett: Die Tastenbeläge mit „Ebony/Ivory-Feeling“ bieten den Fingern außerdem einen guten Halt.

Vielseitige Klangwiedergabe

Freude bereitet das verbaute 2-Wege-Wiedergabesystem (2 x 15 W und 2 x 5 W) mit vier Lautsprechern. Von der Klangfülle her kann es das P-515 damit bereits mit den kleineren CLP-Modellen aufnehmen. Es bietet einen vergleichsweise ausgewogenen, klaren und rauschfreien Sound.

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(Bildquelle: Yamaha)

Eine Spezialität in Verbindung mit einem Kopfhörer ist das sogenannte „binaurale Sampling“, das in Form eines eigenen Klangs für den CFX-Flügel umgesetzt wurde: Dieser Sound, der mit einer speziellen Mikrofonierung am Originalflügel aufgezeichnet wurde, liefert über die Ohrhörer eine bemerkenswerte Räumlichkeit.

Weitere Sounds und Effekte

Zu den übrigen der 30 Hauptklänge des Yamaha P-515 zählen E-Pianos – darunter Sounds des Fender Rodes, Wurlitzer, DX7; weiter elektronische Orgeln und Kirchenorgeln, Cembalo und Clavinet sowie Vibrafon, Streicher, Chöre und Synth-Pads, akustischer und E-Bass sowie Nylon- und Steel-Guitar. Die Qualität ist durchweg gut bis sehr gut, und manche der Klänge – z.B. die Strings – wurden ebenfalls in Stereo gesampelt.

Darüber hinaus besitzt das Yamaha P-515 ein General-MIDI-2-kompatibles Soundmodul mit den bei Yamaha obligatorischen 480 XG-Voices plus 18 Drumkits. Sie sind vor allem für die Wiedergabe von GM2-Songs an Bord, erreichen aber nicht das Niveau der 40 Main Voices.

Sounds spielen

Für das Spiel auf der Tastatur sind die Funktionen Split und Layer zusammen einstellbar: Links ein Bass, rechts eine Piano-Streicher-Kombination – so etwas ist damit möglich. Den Splitpunkt kann man frei einstellen. Den „Duo“-Modus für vierhändiges Spiel beherrscht das Yamaha P-515 natürlich auch.

Neben einem Master-Reverb mit acht und einem Chorus mit drei regelbaren Typen gibt es einen weiteren Effektblock mit zwölf Typen, darunter Delays, Rotary-Speaker, Phaser und Distortion; ein Effekt aus dieser Gruppe kann für zwei der maximal drei Tastatursounds verwendet werden. Für den Gesamtsound gibt es außerdem einen 3-Band-EQ mit drei Presets und einer User-Einstellung sowie eine „Sound Boost“-Funktion.

Klavier üben und lernen mit dem Yamaha P-515

In diesem Bereich bietet das Yamaha P-515 viel Funktionalität: Metronom, ein 16-Spur-MIDI-Recorder sowie 50 klassische Übungsstücke, für die sich die Stimmführungen für rechte und linke Hand getrennt wiedergeben lassen. Außerdem zum Mitspielen und Jammen eine Bereicherung ist die Möglichkeit, MIDI-Files und Audio-Songs im Wav-Format von einem USB-Stick oder einem iPad über das Soundsystem des Pianos abzuspielen. Das Tastaturspiel kann man als Audio-Song oder MIDI-Song aufzeichnen.

Spezialität des P-515 sind 40 Preset-Schlagzeug-Rhythmen unter anderem aus Pop und Rock, Jazz und World. Zu den Drum-Beats lässt sich eine Bassbegleitung einschalten, die sich nach den gespielten Harmonien richtet. Die Rhythmus-Funktion kann man ebenso für eine Aufnahme verwenden, wie das Spiel zu externen Audio-Arrangements neu als Wav-Datei aufgezeichnet werden kann.

Piano Tuning

Zurück zum Klavier: Alle die Flügelklänge betreffenden Einstellungen hat Yamaha im Menü „Piano Room“ versammelt, für das es auch einen eigenen Bedientaster gibt. Neben Tuning-Einstellungen, der Brillanzregelung, der Anschlagstärke (fünf Dynamikkurven plus „Fixed“) und dem Reverb-Effekt simuliert der Parameter „Lid“ die Auswirkung des offenen, halboffenen oder geschlossenen Flügeldeckels auf den Klang.

Für die Saitenresonanz-Simulation ist Yamahas „Virtual Resonance Modeling“-Technik, kurz VRM zuständig: Dadurch lassen sich Saiten-, Dämpfer– und Gehäuseresonanzen in der Intensität einstellen, was außerdem für die Auswirkungen der mitschwingenden Aliquot-Resonanzen der hohen Saiten gilt. Einstellen darf man darüber hinaus das Loslassgeräusch für die Tasten sowie die Halbpedal-Funktion für das Sustainpedal. Das mitgelieferte Sustain-Pedal FC4A unterstützt diese Funktion nicht, wohl aber die 3fach-Lyra oder für den mobilen Einsatz das optional erhältliche Yamaha FC3A.

Bedienung bitte!

Das Bedienfeld des P-515 ist sehr ähnlich aufgebaut wie das aus der CLP-600-Serie bekannte. Alle Einstellungen lassen sich über diese Benutzeroberfläche vornehmen; Tasten der Klaviatur werden nicht benötigt. Dennoch, auf viele Parameter kann man nur recht umständlich zugreifen. Beispiel: Nach einmaligem Drücken auf den Taster „Dual/Split“ kann man die Sounds für einen Layer auswählen; wer zweimal auf denselben Taster drückt, ist im Split-Menü; dreimal gedrückt, und Layer plus Split sind gleichzeitig aktiv. 

Wenig Freude macht es etwa auch, die Brillanzeinstellung umständlich über die „Piano Room“-Displayanzeige suchen zu müssen. Doch es gibt eine weitere Möglichkeit: Neben der USB-to-Host-Anbindung an den Rechner oder die Netzwerk-Integration über den optionalen Wireless-LAN-Adapter DU-WL01 bietet das P-515 Bluetooth.

Yamaha P-515 im Video-Test: Digitalpianos für Einsteiger und Fortgeschrittene

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Yamaha P-515 und Smart-Pianist-App

Vom Apple-Tablet lässt sich das Yamaha P-515 über die kostenlose Smart-Pianist-App steuern. Das wertet die Bedienung noch einmal erheblich auf. Die Einstellungen der Piano-Room-Funktionen oder das Splitten und Layern der Sounds ist hier wirklich sehr viel komfortabler gelöst.

Die Smart-Pianist-App hebt das Spielen, Üben und Lernen mit einem Digitalpiano auf ein neues Level.

Und die Übungsstücke profitieren von einer Notendarstellung auf dem Tablet. Auch Audio-Songs lassen sich über Bluetooth vom iPad oder einem anderen Mobilgerät über die Piano-Lautsprecher wiedergeben. Ein bemerkenswertes Feature der Smart-Pianist-App ist die Möglichkeit, Audio-Songs zu analysieren, um dann die Akkorde als automatisiertes Lead-Sheet darzustellen. Außerdem kann man das Tempo und die Tonhöhe der Wiedergabe bei Bedarf anpassen. Die Smart-Pianist-App hebt das Spielen, Üben und Lernen mit einem Digitalpiano auf ein neues Level. 

Eine Steuerung über die Android-Version der „Smart Pianist“-App ist aber bislang noch nicht möglich, jedoch von Yamaha bereits für die Pianos der CSP-Serie umgesetzt – die komplett aufs Tablet angewiesen, da ohne unbedienbar sind. So dürfen auch Andorid-Nutzer unter den P-515-Spielern noch hoffen.

Fazit: Clavinova-Technik transportabel

Als Digitalpiano unter 2000 Euro bringt Yamaha P-515 eine neue Qualität in die P-Serie. Die akustischen Flügelklänge besitzen in Klangqualität, Dynamik und Klangdetails Oberklasse-Niveau. Auch die Tastatur erfüllt gehobene Ansprüche. Die darüber hinausgehende Ausstattung kommt auch Spielern zugute, die das P-515 gelegentlich für Außeneinsätze nutzen wollen. Sie müssen nur das recht hohe Gewicht des Portable Pianos in Kauf nehmen, an dem die hochwertige Tastatur und nicht zuletzt auch das kraftvolle Wiedergabesystem ihren Anteil haben. Im Wohnbereich wiederum kommt dann noch das moderne Design des Portable Pianos besonders gut zur Geltung. Trotz seines Kunststoffgehäuses ist das Yamaha P-515 durch pfiffige optische Akzente ein Hingucker.

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Yamaha P-515 – Übersicht

Erhältlich seit: 09.2018
Tastatur: 88 Tasten, Natural Wood X
Polyphonie: 256 Stimmen
Klangerzeugung: AWM2, Sampling
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, Sustain-Pedal
Besonderheiten: 2-Wege-Soundsystem, 50 Übungssongs, 40 Rhythmen
Hersteller/Vertrieb: Yamaha

Henrik Bruns

Die akustischen Flügelklänge besitzen in Klangqualität, Dynamik und Klangdetails Oberklasse-Niveau. Auch die Tastatur erfüllt gehobene Ansprüche.

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Digitalpiano unter 2000 Euro · Highlight · Portable Piano · Smart Pianist App · Stagepiano · Stagepiano unter 2000 Euro · Yamaha

Tests

20. September 2018

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