Test: Casio PX-S3100 – Portable Piano mit Begleitautomatik

  • Das PX-S3100 ist der Nachfolger des PX-S3000 von Casio.
  • Im Gegensatz zum kleineren Bruder PX-S1100 bietet das PX-S3100 eine sehr große Bandbreite an Sounds und eine Begleitautomatik.
  • Das Piano im Design des Vorgängermodells kommt mit aufgewertetem Sound und einer Bluetooth-Erweiterung für Audio und MIDI.
Casio PX-S3100 - Portable Piano mit Arranger (Bildquelle: Casio)
(Bildquelle: Casio)

Casio hat sein portables Arranger-Piano Privia PX-S3000 nach zwei Jahren durch den Nachfolger abgelöst. Das Casio PX-S3100 verspricht solide Digitalpiano-Qualitäten, die gepaart mit einer umfangreichen Soundauswahl und einer gar nicht mal so kleinen Begleitautomatik zum Einsteigerpreis offeriert werden.

In dieser Preisklasse zweifellos eine der besten Tastaturen am Markt.

Das PX-S3100 unterscheidet sich äußerlich rein gar nicht von seinem Vorgänger. Wer es nicht besser weiß, erwartet bei dieser kompakten Optik eher ein MIDI-Controller-Keyboard als ein Arranger Piano – und doch geht das S3100 bei 700 Sounds und 200 Styles (bei Casio: Rhythms) im Einsteigerbereich schon als ein solches durch. Dabei liegt der Listenpreis wie beim Vorgänger bei moderaten 949,- Euro und im freien Handel noch etwas darunter.

Für den Glanzeffekt der Bedienoberfläche sorgt wieder der bekannte Trick mit der transparenten Kunststoffplatte auf dem Gehäuse. Wie am kleinen Bruder PX-S1100 gibt es außer dem Power-Button und dem Volume-Drehregler ausschließlich beleuchtete Tipptaster als Bedienelemente. Und am dreizeiligen LC-Display des S3100 kann man alle Digitalpiano-Funktionen nachvollziehen – Klaviertasten brauchen also nicht wie am S1100 zur Bedienung herangezogen werden.

Dennoch besitzt das PX-S3100 einen erweiterten Funktionsumfang, womit manche Bedienschritte in diversen Untermenüs gewöhnungsbedürftig sind und ein genaues Studieren des Handbuchs erfordern. Letzteres gibt es nur im Download auf der Casio-Homepage. Dem Piano selbst liegt lediglich eine Quick-Start-Anleitung bei.

Zum Lieferumfang gehören neben dem externen Netzteil und einem Notenpult der Fußtaster SP-3 sowie neu der Bluetooth-Adapter WU-BT10. Damit gleich loszulegen macht Spaß, nur wünscht man sich ob der Qualität von Flügelsound und Tastatur rasch ein vernünftiges Haltepedal. Das bietet Casio optional als einfaches Modell SP-20 oder als Dreierpedaleinheit SP-34 an. Mit dem CS-68 gibt es des Weiteren einen passenden Ständer. Wer dann noch sechs AA-Akkus kauft, kann das S3100 zirka zwei Stunden am Stück ohne Steckdose betreiben.

Gutes Spielgefühl

Die 88er-Klaviatur ist die gleiche wie am Vorgänger und am S1100. Das kompakte Stagepiano-Design lässt zwar nur eine eher geringe Tastenlänge zu, aber das Spielgefühl am PX-S3100 ist trotzdem durchweg angenehm. Die Tasten haben ein gutes Gegengewicht und die Graded Hammermechanik ist deutlich spürbar. Neben guten Repetitionseigenschaften fällt die Griffigkeit durch die Oberflächentextur der Tastenbeläge positiv auf. In dieser Preisklasse ist das zweifellos eine der besten Tastaturen am Markt. Über fünf Dynamikkurven lässt sich das Reaktionsverhalten der Tasten anpassen.

Mit synthetischen Elfenbein- und Ebenholz-Decklagen eine der besten Tastaturen in der Preisklasse. (Bildquelle: Casio)
Mit synthetischen Elfenbein- und Ebenholz-Decklagen eine der besten Tastaturen in der Preisklasse. (Bildquelle: Casio)

Pianoqualitäten des PX-S3100

Als Digitalpiano mit Arranger hat das Casio PX-S3100 jede Menge Sounds an Bord, aber bleiben wir zunächst bei den Klavierqualitäten: Allein schon, was Casio im PX-S3100 in der Abteilung der akustischen Pianos zu bieten hat, ist im Einsteigersegment große Klasse.

Die drei Hauptklänge „Grand Piano Concert“, „Grand Piano Bright“ und „Grand Piano Mellow“ basieren alle auf demselben aufwendigen Multisample und spielen auf hohem Niveau. Saiten- und Dämpferresonanzen sowie Mechanik- und Tastaturgeräusche des Originalflügels sind nicht nur vorhanden, sondern über das Menü „Acoustic Simulator“ auch in ihrer Intensität einstellbar. Der Grundsound klingt noch leicht edler als das Pendant im S1100 – laut Casio soll das Multisample auch nicht dasselbe sein. Dynamisch und ausdrucksvoll zu spielen, wirkt der Flügelsound im direkten Vergleich ferner im Ausklang etwas realistischer.

Die übrigen Klänge, die sich hinter dem Tippfeld „Piano“ verbergen – insgesamt zählt diese Bank 28 Einträge – liefern Passendes für Spielarten wie Jazz, Pop, Rock und Dance, ergänzen Ambient-Pianos mit langem Hall oder Delayeffekt oder mit Strings und Synthpads kombinierte Varianten, ohne dass man die eigentliche Layer-Funktion bemüht hätte. Schließlich finden sich noch Vintage-Klänge der Yamaha-E-Flügel CP-70/80 sowie brauchbare Cembalo-Klänge mit Key-off-Samples in der Pianobank. Die hohe Polyphonie von 192 Stimmen hat das PX-S3100 ebenfalls vom Vorgänger geerbt.

Die Handhabung ist dank Display selbsterklärend. Noch mehr Komfort und Funktionen bietet die kostenlose App Chordana Play for Piano. (Bildquelle: Casio)
Die Handhabung ist dank Display selbsterklärend. Noch mehr Komfort und Funktionen bietet die kostenlose App Chordana Play for Piano. (Bildquelle: Casio)

Privia-Power: Klangvielfalt

Fünf weitere Soundbänke stehen direkt über die Benutzeroberfläche im Zugriff: „E.Piano“, „Organ“, „Strings“, „Pad“ und „Others“. Da ahnt man fast sofort, dass Casio mit einem starken Schwerpunkt auf Vintage-Sounds und Flächenklängen punkten will – und das kann man für das PX-S3100 auch so unterschreiben. Gute Fender-Rhodes-, Wurlitzer- und FM-Pianos in erklecklicher Auswahl; Hammond-B3-, Heim- und Kirchenorgeln; gute Naturstreicher ebenso wie synthetische Strings und viele weitere Flächensounds.

Das alles wird zudem erheblich aufgewertet durch zwei Effektprozessoren mit Tremolo, Wah-Wah, Phaser oder Flanger bei den E-Pianos, Rotary und Distortion bei den Orgeln und noch einer ganzen Menge weiterer Modulations- oder Amp-Effekte. Das klingt dann in der Preisklasse unter 1.000 Euro oft überdurchschnittlich gut.

Diverse Leadsounds, zahlreiche Gitarren und Bässe sowie auch 128 GM-Klänge ergänzen das Soundset, zudem 31 Drum- und Percussion-Sets. Damit ist das Casio PX-S3100 auf jeden Fall ein Tipp auch für alle, die ein E-Piano für MIDI-Recording haben wollen.

Sounds performen mit dem Casio PX-S3100

Um etwas mehr Pep ins Spiel gerade von Synthie-Sounds zu bringen, gibt es das Pitch-Wheel und die beiden Knobs. Letztere können im Rahmen von 14 „Knob Sets“ vorbestimmte Funktionen wie Filter-Cutoff und Resonance oder Vibrato-Rate und -Tiefe steuern. Aber auch ein paar Funktionssteuerungen wie Tastatursound- und Arranger-Lautstärke wurden in diesen Sets bedacht.

Alle Sounds lassen sich frei splitten und layern; wobei die Lautstärken für den Lower- und die beiden Upper-Sounds sowie die Effekte und Pedalfunktionen eingestellt werden können. Das Ganze kann dann  auch gleich als Registration abgespeichert werden. Dafür gibt es satte 96 Speicherplätze.

Songdienliche Namen kann man für die Registrations leider nicht vergeben. Sie sind in Vierer-Bänken geordnet und heißen dann beispielsweise „Bank 1, Area 2“ oder „Bank 3, Area 4“ usw. Da sollte man sich am besten eine Liste erstellen, um die eigenen Konfigurationen für bis zu 96 Registrations noch auseinanderhalten zu können.

Lautsprechersystem

Die eingebaute Verstärkung mit den ovalen 16-mal-8-cm-Lautsprechern und 2 mal 8 Watt Leistung reicht für Zimmerlautstärken und klingt dank Klangabstrahlung nach vorne wie hinten schon recht klar, transparent und druckvoll. Experimentieren kann man mit der Funktion „Sound Mode“, die unter anderem einen Surround-Effekt für die Speaker simuliert, und der Brillanzeinstellung. Auch die Aufstellposition beeinflusst den Gesamtsound. An einer kräftigeren externen Lautsprecheranlage kann sich das Piano natürlich besser entfalten.

Große Sprünge gegenüber dem Vorgänger hat das PX-S3100 nicht gemacht. Laut Casio wurden die Lautsprecher aber für das neue Modell leicht verbessert und auch der Flügelklang wurde hinsichtlich des Zusammenwirkens mit dem internen Soundsystem optimiert.

Auch im Homestudio ein leistungsfähiges Digitalpiano. Die Verbindung zum Computer kann über USB oder auch drahtlos per Bluetooth hergestellt werden. (Bildquelle: Casio)
Auch im Homestudio ein leistungsfähiges Digitalpiano. Die Verbindung zum Computer kann über USB oder auch drahtlos per Bluetooth hergestellt werden. (Bildquelle: Casio)

Let me entertain you

Aus der Portable-Keyboard-Ecke von Casio stammt die integrierte Begleitautomatik des S3100. Für die Steuerung des Arrangers gibt es links vom Display eine eigene Tipptasten-Sektion mit den gängigsten Funktionen.

Die Styles (bei Casio: Rhythms) sind recht einfach gehalten und besitzen je ein Intro und Ending sowie die Normal- und Variation-Version des Begleitmusters inklusive zugehörigem Fill-in. Ansprechende Arrangements aus Pop, Rock, Dance, Latin und Jazz werden ebenso geboten, wie auch die Standard-Tänze von Walzer bis Foxtrott abgedeckt werden. Auch schöne Pianomusik-orientierte Balladen sind vertreten.

Leider gibt es keine angepasste europäische Version des S3100, weshalb auf die weltweiten Geschmäcker geschielt werden musste. So kommt es, dass in den beiden World-Music-Bänken eben auch viele asiatische Styles vertreten sind, die hierzulande nicht wirklich zünden. Doch damit muss man in dieser Preisklasse leben.

Musik auf Knopfdruck

Ein „One-Touch-Preset“ pro Rhythm liefert jeweils passend voreingestellte Sounds, und 310 „Music Presets“ beinhalten zudem vorgegebene Akkordfolgen, die typisch für ein musikalisches Genre sind.

Im „Song“-Bereich ist es bei der 16fachen Multitimbralität geblieben. Dies und das integrierte GM-Soundset versetzen das PX-S3100 in die Lage, General-MIDI-Files abzuspielen. Die MIDI-Aufnahme des eigenen Spielens wiederum – wahlweise inklusive Rhythm – ist auf drei Spuren (1 x System, 2 x Solo) möglich.

Als Audio-Aufnahme muss das Ganze direkt auf einem USB-Stick gesichert werden, und auch beliebige andere Audio-Playbacks im WAV-Format werden vom Stick wiedergegeben.

Der Bluetooth-Adapter WU-BT10 wird an den USB-to-Device-Port aufgesteckt. (Bildquelle: Casio)
Der Bluetooth-Adapter WU-BT10 wird an den USB-to-Device-Port aufgesteckt. (Bildquelle: Casio)

Casio PX-S3100 im Vergleich

PX-S3100 vs. PX-S1100: Das etwa 250 Euro preiswertere Modell PX-S1100 ist praktisch die Piano-pur-Version des S3100. Enthalten sind lediglich 18 ausgewählte Sounds inklusive der drei Top-Pianos. Begleitautomatik, DSP-Effekte, Registrations und die drei Controller entfallen, General-MIDI-Fähigkeiten ebenfalls. Als Digitalpiano ist das S1100 aber fast genauso gut wie der große Bruder. Song-Player-Fähigkeiten werden ebenso geboten wie die App-Anbindung. Schwäche ist die Bedienung, solange sie nicht über die App Casio Music Space erfolgt.

Wie es sich für ein gutes Portable Piano gehört, ist die Anschlusssektion umfangreich ausgestattet: Stereo-Line-Out für Standardklinkenkabel, Sustain-Fußpedal, Expression, USB-to-Host, USB-to-Device , Audio-Eingang (Stereo-Miniklinke) für mobile Zuspieler. (Bildquelle: Casio)
Wie es sich für ein gutes Portable Piano gehört, ist die Anschlusssektion umfangreich ausgestattet: Stereo-Line-Out für Standardklinkenkabel, Sustain-Fußpedal, Expression, USB-to-Host, USB-to-Device , Audio-Eingang (Stereo-Miniklinke) für mobile Zuspieler. (Bildquelle: Casio)

Fazit: Viel Sound und Spielspaß garantiert

Das PX-S3100 ist wie schon das Vorgängermodell ein tolles, extrem schlankes Portable Piano, das für seine Preisklasse sehr gute Sounds und eine wertig anmutende Tastatur bietet. Die große Auswahl von 700 Klängen, der integrierte Arranger und die Song-Player/Recorder-Funktionen liefern eine Menge Mehrwert und bringen Spaß.

Gegenüber dem S3000 gibt es allerdings kaum Veränderungen. So sind die Klangverbesserungen bei den eingebauten Lautsprechern und dem Flügelsound sehr dezent ausgefallen. Ansonsten bleibt nur noch der neue Bluetooth-Adapter, der neben Audio auch kabelloses MIDI unterstützt. Mit dem Vorgänger ist er laut Hersteller nicht kompatibel, wohl weil das S3000 bereits intern Bluetooth-Audio unterstützt.

Casio PX-S3100

Casio PX-S3100 – Übersicht

Erhältlich seit: 10.2021
Tastatur: 88 Tasten, Smart Scaled Hammer Action
Polyfonie: 192 Stimmen
Klangerzeugung: Sampling
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, Sustain-Fußschalter
Piano-App: Casio Music Space (Android, iOS), kostenlos
Besonderheiten: Casio

Henrik Bruns

Die große Auswahl von 700 Klängen, der integrierte Arranger und die Song-Player/Recorder-Funktionen liefern eine Menge Mehrwert und bringen Spaß.

PX-S3100 BK Privia :   829,00 €

ZUM ANGEBOT

SP-34 Sustain Pedal Unit :   69,00 €

ZUM ANGEBOT

CS-68 PBK Privia Stand :   129,00 €

ZUM ANGEBOT

PX-S3100 BK Privia :   829,00 €

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SP-34 Sustain Pedal Unit :   69,00 €

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CS-68 PBK Privia Stand :   129,00 €

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Tests

2. Dezember 2021

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