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Test: Casio CDP-S350 – Portable Piano mit vielen Extras

  • Das kompakte Casio CDP-S350 ist ein Anfänger-Piano mit vielen Sounds und zusätzlichen Features wie eine Arranger-Sektion und Sequenzer.
  • Smart Scaled Hammer Action II: Die verkleinerte Mechanik ermöglicht die kompakte Bauweise des Portable Pianos und ebenso eine vollwertige Hammermechanik zum kleinen Preis. 
  • +++Update: Nachfolgemodell Casio CDP-S360 erhältlich+++
Casio CDP-S350 Portable Piano mit vielen Extras
(Bildquelle: Casio)

Das „Slimline“-Modell S350 aus der Compact-Reihe hat Casio preislich deutlich unter dem Privia PX-S3000 angesiedelt. Und doch hat man sich für die Ausrichtung des Casio CDP-S350 genau diesen großen Bruder zum Vorbild genommen. Herausgekommen ist dabei ein Anfänger-Piano mit vielen Features.

Update: Nachfolgemodell CDP-S360 erhältlich

Die CDP-Serie wurde von Casio Anfang 2022 überarbeitet und neu aufgestellt. Bo besteht Casios Anfänger-Serie nun aus insgesamt drei Modellen: CDP-S110, CDP-S160 und CDP-S360. Letzteres ist das Nachfolgemodell des CDP-S350 und ebenfalls als Digitalpiano mit Arranger und erweitertem Funktionsumfang. Neben klanglichen Verbesserungen bei Piano-Sound und Lautsprechersystem ist auch eine deutliche Leistungssteigerung der Polyphonie auf nun 128 Stimmen zu vermerken.

>>>Hier geht’s zum Testbericht des Casio CDP-S360.

Das Slim-Design hat das CDP-S350 vom kleinen Bruder CDP-S100 geerbt, der einem „Piano pur“-Konzept folgt: Mit nur zehn Sounds und asketischem Funktionsumfang wird ganz auf die Formel „Flügelsound und Tastatur in guter Qualität zum Tiefpreis“ gesetzt. Mit dem bei 10,9 Kilo kaum schwereren CDP-S350 zeigt Casio dagegen, wie viele Funktionen für gerade einmal 150 Euro mehr gegenüber dem kleinen Bruder zu haben sind: Denn es kommt dagegen mit 700 Sounds, Registrations, Arpeggiator, Begleitautomatik, MIDI-Song-Player- und Übungsfunktionen.

In Sachen Polyphonie bleibt es wie am CDP-S100: 64 Stimmen sind kein Rekord, aber für Anfänger absolut okay. Einen Tick größer als am S100 sind die eingebauten Lautsprecher, die mit jeweils 8 Watt Leistung nach hinten abstrahlen. Völlig klar: Es sollen ja auch zusätzliche Sounds und Arrangements mit Drums, Bass usw. gut rüber kommen. Gut auf jeden Fall für die Piano-Sounds, denn die klingen recht kräftig über die kleinen Speaker.

Wer das Casio CDP-350 auf der Bühne oder im Proberaum an eine externe Anlage anschließen möchte, muss dazu die Kopfhörerbuchse und ein Stereo-Miniklinkenkabel benutzen. Von gleicher Art ist ein Audio-Eingang, an den sich mobile Zuspieler anschließen lassen. Eine Standard-Buchse für ein Haltepedal sowie die Dreier-Pedal-Buchse, außerdem USB-to-Host (PC/Tablet) und USB-to-Device (USB-Stick) komplettieren das Anschlussfeld des CDP-S350.

Smart Scaled Hammermechanik-Tastatur

Auch das CDP-S350 kommt mit der extra für das schlanke Gehäuse konzipierten 88er-Tastatur des kleinen Bruders. Die skalierte Hammermechanik mit mittelschwerer Gewichtung sorgt für ordentliches Klavierfeeling. Mattierte Tastenoberflächen verbessern die Griffigkeit, und die Repetition der Tasten ist ordentlich. Über drei Dynamikkurven lässt sich die Anschlagsempfindlichkeit der Tasten anpassen.

Flügelsound des Casio CDP-S350

Den gesampelten Hauptklang eines Konzertflügels hat Casio gut auf die Tastatur abgestimmt. Im direkten Vergleich mit dem am S100 wirkt dieses „Grand Piano“ des S350 etwas runder und eleganter. Grundsätzlich ist der Sound ausgewogen und von guter Dynamik. Im Vergleich zu dem des großen Bruders Casio PX-S3000 setzen die Loops in der Sustainphase aber doch hörbar früher ein, und nicht für alle 88 Tasten gibt es separate Samples. Auch auf Extras wie einstellbare Saitenresonanzen muss man verzichten – angesichts des Preises verschmerzbar. 

Viele Piano-Sounds

Was man bei den Budget-Digitalpianos sonst zumeist vermisst, macht Casio beim CDP-S350 richtig. Denn die für ein Portable Piano wesentlichen Klangkategorien wie Grand Piano, E-Piano, Organs, Strings und Pads sind abwechslungsreich besetzt. So ist allein die „Piano“-Bank mit 28 Klängen ausgestattet. Neben den drei Grand Pianos gibt es noch das kraftvolle „Stage Piano“ sowie Klänge für Pop, Rock und Ragtime. Layer von Piano und Strings oder Pad sind ebenfalls dabei wie vielschichtige Effekt-Klänge wie „New Age Piano“ oder „Modulated Piano“. Zudem ein E-Grand à la Yamaha CP-70 und brauchbare Cembalo-Klänge. Alle Achtung!

Und jede Menge zusätzliche Sounds

Spielspaß bringen genauso die vielen für diese Instrumentenklasse guten Multisamples aus der Gruppe „E.Piano“: Fender-Rhodes-, Wurlitzer-, FM- und weitere digitale E-Pianos in einigen Variationen. Auch Clavinets sowie Vibraphone und Glockenspiel finden sich in dieser Bank.

Eine üppig besetzte Pfeifen- und E-Orgel-Abteilung, eine sehr brauchbare Streicher-, Chor- sowie Bläser-Bänke mit Holz und Blech, diverse Synthie-Pads und Lead-Sounds führen das Angebot sinnvoll fort. Zwar reicht im CDP-S350 nicht jede Klangkategorie mit ihren Sounds qualitativ an die der Akustik- und E-Piano-Bänke heran. Doch gerade auch für den Einsatz von MIDI-Arrangements wird hier eine Fülle brauchbarer Klänge geboten, die in dieser Preisklasse die Ausnahme ist.

Sounds layern und splitten

Drei Tastaturklänge kann das Piano verwalten, denn die Funktionen Split und Layer lassen sich gleichzeitig nutzen. Dabei sind der Splitpunkt und die Oktavlagen für den Lower- und die beiden Upper-Sounds einstellbar. Leider gilt das nicht auch für die Lautstärkenverhältnisse dieser Parts.

Zusätzlich zu den beiden Master-Effekten Hall und Chorus mit zehn bzw. fünf Typen gibt es einen DSP-Effektblock. Dessen Effekte wie Phaser, Flanger, WahWah, Rotary oder auch ein Amp-Simulation sind bestimmten Preset-Sounds (Tones) wie E-Piano oder Orgel stets fest zugeordnet, sodass man hier keine Einstellmöglichkeiten hat.

Musikstücke zum Lernen inklusive

Dem Casio CDP-S350 wurden 152 MIDI-Songs eingepflanzt. Neben Evergreens wie When The Saints Go Marching In, Amazing Grance oder Greensleeves sind zahlreiche klassische Klavierstücke darunter, bei denen man die Stimmen der rechten und linken Hand getrennt abspielen und so die jeweils andere selbst übernehmen kann. Des Weiteren können frei definierbare Songpassagen für intensiveres Einüben in der Schleife abgespielt werden. Ebenfalls zum Üben gedacht ist die „Duet“-Funktion, die die Tastatur in zwei autarke Bereiche, etwa für Schüler und Lehrer, unterteilt.

Einstellungen und Funktionen speichern

Mit den Registrations hat man seine Lieblings-Sounds auf Knopfdruck parat. Arpeggien, Rhythms und die Begleitautomatikeinstellungen sowie die drei Tastatursounds mit allen dazugehörigen Parametern können gemeinsam in 32 Registrations gespeichert werden. Außen vor bleiben hier der Music-Preset- und der Song-Bereich, doch trotzdem sind die Registrations natürlich eine tolle Sache, auch wenn der User keine selbst gewählten Namen für sie vergeben darf.

Bedienung on board und via App

Dass sich viele am CDP-S350 intuitiv zurechtfinden dürften, liegt an dem gut umgesetzen Bedienkonzept mit Endlosdrehregler und Multifunktionstastern. Durch Sounds oder Parameter zu scrollen und dabei mit Leichtigkeit Splits, Layer und die Begleitautomatik einzustellen und so rasch die nächste Registration in petto zu haben gelingt an Casios preiswertestem Arranger-Piano sogar unkomplizierter als am großen Bruder PX-S3000 mit dessen neuartiger Touch-Oberfläche.

Doch auch das CDP-S350 wird von Casios kostenfreier App Chordana Play for Piano für iOS und Android unterstützt. Über ein via USB angeschlossenes Tablet können dann alle Einstellungen alternativ fernbedient werden, wie auch Songplayer-Funktionen auf noch elegantere Weise hinzugefügt werden. Eine Notendarstellung gibt es für die im Piano integrierten MIDI-Songs. Audio-Songs wiederum lassen sich per Audio-In über die Piano-Lautsprecher wiedergeben.

Selbst erstellte MIDI-Songs aus dem relativ kleinen internen Speicher können auf einem angedockten USB-Stick gesichert werden, sodass intern dann wieder für neues Material Platz ist. Und MIDI-Files aus anderen Quellen lassen sich ebenso direkt vom Stick abspielen, wie man schließlich auch Registrations darauf speichern beziehungsweise nachladen kann.

Fazit: Arranger-Piano zum Einsteiger-Preis

Die gute Tastatur des kleinen Bruders CDP-S100 sowie noch leicht bessere Flügelklänge vereint das CDP-S350 mit beinahe dem gleichen Sound- und Funktionsreichtum, wie ihn der große Bruder PX-S3000 zu bieten hat. Natürlich ist das PX-Modell ein anderes Niveau, aber als dessen „Light-Variante“ macht das CDP-S350 zweifellos eine ausgezeichnete Figur. Wer ein vollwertiges Arranger-Piano mit guten Split- und Layer-Eigenschaften sucht, kann zum Preis von rund 500 Euro mit dem Modell S350 also überhaupt nichts falsch machen.

Casio CDP-S350 - E-Piano mit Arranger

Casio Compact CDP-S350 – Übersicht

Erhältlich seit: 01.2019
Tastatur: 88 Tasten, Smart Scaled Hammer Action II
Polyphonie: 64 Stimmen
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, Fußtaster
Piano-App: Chordana Play for Piano (kostenlos erhältlich für iOS- und Android-Geräte)
Besonderheiten: 700 Tones, Arranger-Funktionen, App-Unterstützung
Lieferumfang: Netzadapter, Notenhalter, Fußschalter für Sustain
Hersteller/Vertrieb: Casio

Henrik Bruns

Ein kompaktes Anfänger-Piano für alle, die durch ein Plus an Möglichkeiten mehr Spielspaß haben möchten.

Casio · Digitalpiano · Digitalpiano für Anfänger · Digitalpiano unter 500 Euro · Portable Piano · Stagepiano

Tests

31. Oktober 2019

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