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Wireless-MIDI – drahtlos Klavier oder Keyboard spielen

  • Digitalpiano und iPad per Bluetooth verbinden – für die Hersteller-eigenen Piano-Remote-Apps ist das inzwischen schon fast Standard geworden.
  • Über Piano-Remote hinaus gibt es noch eine Menge anderer Anwendungsmöglichkeiten wie z.B. das Spielen von Piano-Apps oder Homerecording.
  • Inzwischen werden eine Menge Wireless-MIDI-Lösungen angeboten. Aber welche lohnen sich für welchen Zweck?
Wireless MIDI - Remote-Keyboard live on stage (Bildquelle: Roland)
(Bildquelle: Roland)

Wireless MIDI – vor nur wenigen Jahren war die drahtlose Verbindung zwischen Musikinstrumenten eine seltene und teure Anwendung. Dank der Verbreitung von Bluetooth als Kommunikationsmittel bekommt man Bluetooth-MIDI-Adapter inzwischen in großer Auswahl und preisgünstig angeboten. Aber welche funktionieren gut?

Dabei muss es gar nicht mal darum gehen, mit einem Remote-Keyboard vorne am Bühnenrand ein Synth-Solo abzufeiern. Es gibt viele Beispiele, in denen ein Wireless-MIDI-System – oder kurz: WIDI – Vorteile bietet. 

Selbst beim täglichen Musizieren daheim kann eine drahtlose Verbindung zwischen Mobilgerät und Digitalpiano komfortabel sein. Allerdings sollte man vorab immer prüfen, ob die technischen Voraussetzungen für eine drahtlose MIDI-Verbindung gegeben sind. Denn das sichtbare Bluetooth-Icon auf dem Bedienfeld sagt noch nichts über die Funktionalität an sich aus.

Wireless MIDI-Adapter im Vergleich
Wireless MIDI-Adapter im Vergleich

Wireless MIDI vs. USB-MIDI

Eine „feste“ USB-MIDI-Verbiundung ist generell dann zu empfehlen, wenn Musik-Apps wie Korg Module oder z.B.  e-Instruments Pure Piano mit dem Digitalpiano kombiniert werden. Denn hier ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung schneller als bei Bluetooth-MIDI. Die System-Latenz (Verzögerung) von Bluetooth kann das Spielerlebnis beeinflussen, ist aber so gering, dass man damit durchaus spielen kann. Wer weniger Timing-sensibel ist, wird vielleicht nicht einmal eine Verzögerung spüren.

Voraussetzungen für Wireless MIDI

Ein MIDI-Wireless-System ist immer dann eine Anschaffung wert, wenn ein Instrument selber gar keine Bluetooth-Funktion hat. Ganz klar ist der Vorteil eines WIDI-Systems, dass man zusätzliche Verkabelung spart, denn die kleinen Systeme lassen sich ganz einfach auf die MIDI-Buchsen aufstecken. 

Damit wäre auch schon eine technische Voraussetzung genannt:

1. MIDI-Buchsen: MIDi-Wireless-Adapter werden auf  MIDI-In und MIDI-Out des Digitalpianos oder Keyboards aufgesteckt. Der Adapter wird über die MIDI-Schnittstelle mit Strom versoprgt und stellt die Übertragung zum Bluetooth-Gerät her. 

2. USB-to-Host: Ebenso gibt es die Möglichkeit, USB-MIDI in eine drahtlose Übertragung zu wandeln. Diese seltene Möglichkeit gibt’s von Yamaha mit dem Adapter UD-BT01.

3. USB-to-Device: Ebenfalls eine seltene Adapterform, die Casio mit dem WU BT-10 für Keyboards und Pianos anbietet.

Die besten Wireless-MIDI-Adapter

Es gibt eine Menge Adapter von unterschiedlichen Anbietern, die MIDI drahtlos machen. Hier findest du unsere Empfehlungen. Weiter unten findest du Infos darüber, wie genau MIDI-wireless funktioniert und für welchen Zweck welche Adapter-Version die richtige ist.

Yamaha MD-BT01

Yamaha MD BT01 - Wireless MIDI-Adapter

Der MD-B01 folgt dem am meisten verbreiteten Prinzip und ist als Stecker-Paar für MIDI-In- und -Out konzipiert. Der Adapter wird auf MIDI-Ein- und Ausgang des Instruments gesteckt und erhält von dort auch seine Stromversorgung. Der Yamaha MD-BT01 macht das, was soll einwandfrei. Die leicht spürbare Latenz hält sich im üblichen Rahmen.

Yamaha MD-BT01 Wireless Midi Adapter

Yamaha MD-BT01 Wireless Midi Adapter

Kundenbewertung:
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Yamaha UD-BT0

Yamaha UD BT01 - Wireless MIDI per USB-to-Host

Der einzige Adapter in unserer Übersicht, der mit USB arbeitet. Der UD-BT01 wird einfach auf das USB-Kabel gesteckt und insofern mit der USB-to-Host-Buchse verbunden. Der Adapter arbeitet einwandfrei, die Latenz ist wie zu erwarten gering, aber für Timing-sensible spürbar.

Yamaha UD-BT01 Wireless Midi Adapter

Yamaha UD-BT01 Wireless Midi Adapter

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Quicco Sound mi.1 II

Quicco Sound mi.1

Der Quicco Sound gehört mit zu den ersten Wireless-MIDI-Adaptern, die auf den Markt kamen. Hatte die erste Version noch ihre Problemchen mit Latenz und Timingschwankungen, arbeitet die Version II deutlich präziser, allerdings auch nicht frei von Latenz.

Jörg Sunderkötter

ZUM TEST

So kann auch ein älteres Digitalpiano nachträglich mit Bluetooth-MIDI ausgestattet werden, um etwa Piano-Lern-Apps drahtlos und komfortabel mit dem Tablet oder Smartphone zu verbinden.

mi.1 II Wireless Midi Adapter :   49,00 €

ZUM ANGEBOT

Roland WM-1

Roland WM-01 - Wireless MIDI-Adapter

Der WM-1 sieht auf den ersten Blick aus wie ein typischer MIDI-In/Out-Stecker, er funktioniert aber als Standard-Bluetooth-Verbinder nicht zuverlässig. Nachdem wir ihn einmal nur kurz in den FAST-Mode (s. WM-1D) geschaltet hatten, ließ er sich nicht mehr so einfach mit dem Mobilgerät koppeln. Er ist eher dafür konzipiert, im Verbund mit dem WM-1D als virtuelles MIDI-Kabel zu arbeiten.

Roland WM-1

Roland WM-1

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Roland WM-1D

Der WM-1D stellt die drahtlose Verbindung zum Roland WM-1 her. In dieser Konstellation kann man auf eine schnellere Datenübertragung (FAST-Mode) umschalten, was gegenüber den klassischen Bluetooth-MIDI-Adaptern Vorteile bietet.

Roland WM-1D

Roland WM-1D

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Casio WU BT-10

Casio WU-BT10

Auch dieser Adapter wandelt USB auf Bluetooth, allerdings wird er – anders als der Yamaha UD-BT01 – nicht auf die USB-to-Host-, sondern die USB-to-Device-Buchse gesteckt. Der WU BT-10 ist kompatibel zu den meisten aktuellen Casio Keyboards und Portable Pianos und dient in erster Linie dazu, die Verbindung zu Casios kostenloser Remote-App „Casio Music Space“ aufzubauen. 

Casio WU-BT10

Casio WU-BT10

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CME WIDI Master

CME WIDI Master

Auch dieser Adapter arbeitet ganz einfach per MIDI-Schnittstelle, ist aber die deutlich flexiblere Variante im Vergleich zu den bereits genannten Systemen. Hier kann bereits der Output-Stecker allein Verbindung zu anderen Devices aufnehmen. Neben der klassischen Bluetooth-Verbindung zu Mobilgeräten oder Computer lässt sich MIDI Master auch als virtuelles MIDI-Kabel zur Verbindung zwischen Hardware-Instrumenten konfigurieren. Bis zu 5 Bluetooth-Gruppen lassen sich per kostenloser App konfigurieren.

CME WIDI Jack

CME WIDI Jack

WIDI Jack ist die richtige Wahl, wenn der MIDI-Port am Instrument keine ausreichende oder keine Stromversorgung bietet. Denn der WIDI Jack lässt sich per USB-C mit Strom versorgen und arbeitet auch mit anderen CME WIDI Devices im Verbund zusammen.

Nachteil und Vorteil von MIDI-Wireless

Im Gegensatz zu früheren – teuren – Funk-Systemen arbeiten heutige Wireless-Lösungen rein digital über Bluetooth. Dieses Technik hat sich in vielen Belangen durchgesetzt und über die Jahre hinweg stets weiterentwickelt. 

Man sollte immer auf die aktuellsten Systeme setzen, denn mit jedem neuen Bluetooth-Codec hat sich auch die Übertragungsgeschwindigkeit erhöht – ältere Systeme haben mit einer spürbaren Systemlatenz zu kämpfen. Vor allem sind hier Schwankungen im Timing eine unschöne Begleiterscheinung. Damit wäre auch schon der Nachteil gegenüber der kabelgebundenen USB-MIDI-Verbindung benannt: Latenz.

Was ist Latenz und wie entsteht sie?

Das Prinzip eines MIDI-Wireless-Systems ist schnell erklärt: MIDI-Informationen werden vom Instrument an einen Bluetooth-Sender gegeben. Dieser übermittelt die Daten dann an den Empfänger, welcher die MIDI-Informationen an das jeweils angeschlossene Gerät weiterleitet. 

Die digitale Domäne wird bei MIDI-Daten und Bluetooth zwar nicht verlassen, dennoch müssen die Daten jeweils übersetzt werden, denn bei MIDI und Bluetooth handelt es sich um zwei unterschiedliche Datenprotokolle.

Die Umwandlung und Übertragung der Daten benötigt immer ein klein wenig Rechenzeit. So kommt es zu einer leichten Verzögerung im Datenstrom (Latenz).

Bluetooth-MIDI vs. Bluetooth-Audio

Zwischen diesen beiden Anwendungen muss man unbedingt differenzieren. Vorab sollte man sich immer genau informieren, welches der Formate ein Digitalpiano bzw. das jeweilige Musik-Equipment bietet. Denn unter Umständen wird spezielles Zubehör gar nicht benötigt.

Warum sind also Bluetooth-MIDI und Bluetooth-Audio so unterschiedlich? Es zeigt sich nicht nur bei der Art der Anwendung, sondern auch in technischer Hinsicht:

Das Datenvolumen bei MIDI ist eher gering, ein Audio-Stream ist dagegen viel anspruchsvoller und macht wegen der Latenz auch das Spielen mit Bluetooth-Kopfhörern unmöglich. Bluetooth-Audio macht bei Digitalpianos nur als „One-Way-Anwendung“ Sinn, nämlich bei der Übertragung von einem Wiedergabegerät (z.B. Smartphone)  in das Audio-System des Digitalpianos.

Bluetooth-Audio ist also praktisch, um z.B. eine Online-Lesson oder Playalongs vom Tablet, Smartphone oder Computer über die Lautsprecher des Digitalpianos zu hören.

Bluetooth-MIDI indessen ist vergleichbar mit einer Fernsteuerung und überträgt nur die Spielinformationen, die zwischen Instrument und anderem MIDI-Equipment ausgetauscht werden: Welche Taste ist wie lange und wie stark angeschlagen, welche Pedale oder Regler (Controller) werden bewegt? Daher eignet sich MIDI-Wireless generell für alle MIDI-Geräte, die man als MIDI-Controller drahtlos nutzen möchte. 

Unterschiede von Bluetooth-MIDI-Adaptern

Ein MIDI-Wireless-Adapter ist eine sinnvolle Anschaffung, wenn eine Bluetooth-Option bei Geräten fehlt. Aber es gibt große Unterschiede und die technischen Voraussetzungen der Geräte sollte man vorab genau unter die Lupe nehmen. 

Die klassische Situation: Ein älteres Digitalpiano, Stagepiano oder Masterkeyboard besitzt keinerlei moderne Schnittstellen wie Bluetooth oder USB. Bluetooth-MIDI-Adapter wie z.B. das Quicco Sound mi.1 II oder Yamaha MD-BT01 ermöglichen dann eine Bluetooth-MIDI-Erweiterung, die die drahtlose Verbindung mit Tablet oder Smartphone herstellen. Voraussetzung aber ist ein vollständiger MIDI-Port, bestehend aus MIDI-In und MIDI-Out. Auf diese MIDI-Buchsen werden die Adapter aufgesteckt und von dort beziehen sie auch ihre Stromversorgung.

USB-MIDI auf Bluetooth-MIDI

Viele MIDI-Wireless-Adapter werden auf MIDI-Buchsen aufgesteckt. MIDI-Buchsen sind bei Digitalpianos in den letzten Jahren aber zu einer Rarität geworden, da eine MIDI-Verbindung über USB zeitgemäßer ist. Denn egal, ob Musikcomputer oder Tablet: Anschlüsse für eine „old-school“ MIDI-Verbindung müssen mit einem USB-MIDI-Interface ergänzt werden.

Eine Erweiterung für drahtlose MIDI-Verbindungen gibt es aber auch in diesem Fall: Mit dem UD-BT01 bietet Yamaha einen entsprechenden MIDI-wireless-Adapter an. Man schließt hier einfach das USB-Kabel an, das man sonst an den Computer stecken würde (USB Typ A Stecker). Für die Verbindung zwischen Digitalpiano und Adapter wird ein ganz gewöhnliches USB-Kabel gebaucht – ein Druckerkabel wenn man so will.

Die PianoRemote App ist kostenlos für Android und iOS erhältlich und lässt sich drahtlos über Bloetooth mit dem Kawai CN-201 koppeln. (Bildquelle: Kawai)
Die PianoRemote App ist kostenlos für Android und iOS erhältlich und lässt sich drahtlos über Bloetooth mit dem Kawai CN-201 koppeln. (Bildquelle: Kawai)

Bluetooth-MIDI und Apps

Bei Digitalpianos im unteren Preisbereich zeigt sich der Trend, dass die Handhabung von Funktionen ausgelagert wird auf Piano-Remote-Apps. Das Bedienfeld bietet den Zugriff auf lediglich die wichtigsten Funktionen des E-Pianos. 

Die Apps werden von den Digitalpiano-Herstellern kostenlos angeboten. Und sie funktionieren auch nur im Zusammenhang mit den herstellerseitig als kompatibel angegebenen Modellen. Übersichten zur Kompatibilität stellen die meisten Hersteller zur Verfügung. Die optionale App-Anbindung hat sich erst in den letzten Jahren verbreitet, daher die Frage nach der Kompatibilität. 

Inzwischen zeigt sich der Trend bei allen Herstellern, dass eine zentrale App zur Handhabung der Funktionen bei so gut wie allen Digitalpiano-Modellen gegeben ist. Hersteller wie Yamaha oder Kawai bieten dann darüber hinaus noch Apps an, die zusätzliche Möglichkeiten bieten wie z.B. Notation.

Fazit: Drahtlos ja, aber mit Einschränkungen

Bluetooth-MIDI ist auf jeden Fall eine praktische Sache. Es ist die einfachste Möglichkeit, eine Klavier-App im iPad zu spielen wie z.B. Korg Module oder e-Instruments Pure Piano. Vor allem älteren Digitalpianos kann man auf diese Weise eine klangliche Frischzellenkur verpassen, die nicht viel Geld kostet.

Allerdings sollte man sich darüber bewusst sein, dass auch Bluetooth-MIDI grundsätzlich Latenz-behaftet arbeitet. Zwar ist die Verzögerung nur sehr leicht, aber eben doch spürbar. Die sicherste und schnellste Verbindung ist in jedem Fall eine direkte per USB/MIDI-Kabel.

Für den Heimgebrauch reichen die einfachen Bluetooth-MIDI-Adapter aus – ganz einfach aus dem Grunde, dass für ihren Betrieb keine zusätzliche Konfigurierung erforderlich ist. Sie werden ganz einfach auf MIDI-In und -Out gesteckt und können mit Computer oder Mobilgerät gekoppelt werden.

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