Test: zPlane deCoda - Akkord-Analyse-Software
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Test: zPlane deCoda – Akkord-Analyse-Software

  • zPlane deCoda extrahiert Tonart, Akkorde und Songstruktur aus Audio-Dateien.
  • Die Standalone-Software unterstützt die Audioformate WAV, AIFF, MP3, WMA, FLAC und OGG.
  • In manchen Fällen werden Tempo und Taktmaß von der Software falsch interpretiert.
Leadsheets auf Knopfdruck: zPlane deCoda
Leadsheets auf Knopfdruck: zPlane deCoda

Einfach Klavierakkorde herausfinden – Leadsheets auf Knopfdruck liefert zPlane deCoda. Die Akkord-Analyse-Software kann Chords transkribieren und bietet außerdem nützliche Funktionen zum Heraushören, Üben und Einstudieren von Musikstücken. Klingt verlockend, aber ist es wirklich so einfach und vor allem auch Klavier-tauglich?

Das Prinzip ist simpel: Man wählt die Audiodatei von dem gewünschten Lied aus und deCoda analysiert es. Die Kernelemente sind dabei die Tonart, das Tempo, die Akkorde und die Songstruktur (Intro, Chorus, etc.). Dann kann man innerhalb des Programms eine bestimmte Auswahl in einer Schleife laufen lassen, das Tempo anpassen, auf Wunsch auch die Tonart ändern. 

Die optimale Grundlage also, um ein Musikstück schnell erfassen und lernen zu können. Natürlich kann man deCoda für alle Genres und Instrumente benutzen, doch bei diesem Review lege ich den Schwerpunkt ganz klar auf das Klavier.

Aller Anfang ist nicht immer schwer

Beim ersten Starten von deCoda wird man von einem kleinen Tutorial begrüßt, welches einem die wichtigsten Funktionen erklärt. Für weitere Infos und Tricks gibt es die 15 englischen Mini-Tutorials auf YouTube.

Die Handhabung des Programms ist einfach und übersichtlich – man zieht eine Audiodatei in das deCoda-Fenster und es kann losgehen. Man wählt dann eine Längeneinheit aus, wie zum Beispiel „4 Takte“, oder „1 Part“, geht zu der gewünschten Stelle im Lied und diese läuft dann in einer Dauerschleife. Doch das ist natürlich nicht das, was zPlane deCoda ausmacht, denn jetzt kommen wir zu den Kernelementen.

Das kann zPlane deCoda wirklich gut

Neben der Analyse der musikalischen Inhalte hält zPlane deCoda einige sehr praktische Hilsfunktionen bereit, die besonders beim Heraushören und Einüben kurzer Passagen nützlich sind. 

Time Stretching: An ein neues Lied tastet man sich am besten langsam heran, was dank des Reglers für die BPM kein Problem ist. Selbst wenn man die Abspielgeschwindigkeit extrem reduziert, hört sich das Lied noch überraschend gut an. Und das, obwohl hier die Tonhöhe des Liedes unverändert bleibt. Ein schnelleres Tempo ist für deCoda natürlich ebenfalls kein Problem.

Immer im Takt: Damit man beim Analysieren und Einüben nie den Rhythmus aus den Augen verliert, gibt es natürlich auch ein Metronom. Dieses kann auf Wunsch ein oder zwei Takte vorzählen – sogar vor jedem Loop. Dadurch wird das Lernen von kurzen Passagen weniger hektisch, da vor jeder Wiederholung automatisch erneut eingezählt wird.

Instrumente herausfiltern: Um sich besser auf ein einzelnes Instrument im Lied konzentrieren zu können, gibt es einen ganz speziellen Equalizer. Mit dessen Hilfe kann man einen Bereich im Frequenzspektrum auswählen und isolieren. Hört sich vielleicht kompliziert an, ist in der Praxis aber kinderleicht. Man zieht einfach nur einen Kasten im Fenster für den Equalizer und alle Frequenzen, die außerhalb des Bereichs liegen, sind nicht zu hören.

Mit dem Equalizer lassen sich bestimmte Frequenzbereiche herausfiltern, um z.B. den Piano-Part hervorzuheben - beim Heraushören und Einstudieren eine große Hilfe.
Mit dem Equalizer lassen sich bestimmte Frequenzbereiche herausfiltern, um z.B. den Piano-Part hervorzuheben - beim Heraushören und Einstudieren eine große Hilfe.

Transponieren: Auch das Transponieren des Liedes um einzelne Halbtonschritte könnte nicht einfacher sein. Wie beim Verlangsamen der Wiedergabe bleibt auch hier die Klangqualität auf einem hohen Niveau. Auf Knopfdruck wird der momentan ausgewählte Bereich als Lesezeichen aufgenommen und kann jeder Zeit wieder abgerufen werden – hilfreich, um wichtige Stellen im Musikstück zu markieren. Wem dann noch die Wellenform zu langweilig ist, kann sich stattdessen für die Piano-Roll-Übersicht entschieden.

Vermutet deCoda das eine Note der Grundton ist, wird sie in blau angezeigt.
Vermutet deCoda das eine Note der Grundton ist, wird sie in blau angezeigt.

Was nicht passt, wird passend gemacht – oder doch nicht?

Bei einigen Funktionen muss man allerdings ein bisschen Nachhelfen, so unter anderem bei der Song-Struktur. Dass zPlane DeCoda zum Beispiel Song-Elemente wie Strophe, Chorus, Refrain nicht immer 100%ig zuordnen kann, sollte einleuchten. Dennoch nützlich, dass die Software unterschiedliche Abschnitte schon mal definieren kann. Diese dann nach Wunsch zu benennen, ist nicht wirklich schwierig.

Hier habe ich manuell einen „Intro“ Abschnitt hinzugefügt.
Hier habe ich manuell einen „Intro“ Abschnitt hinzugefügt.

Ebenso kann es vorkommen, dass ein Auftakt nicht richtig sitzt. Doch auch das lässt sich schnell beheben. 

Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich lediglich, dass sich das Navigieren durch ein Lied etwas störrisch anfühlt im Vergleich zu anderen Audio-Programmen. Der Grund dafür ist das Einrasten der Abspielposition an bestimmten Song-Abschnitten oder Takten, was beim Arbeiten mit zPlane DeCoda natürlich aber absolut Sinn macht. Denn so wird ein Part oder ein Takt immer komplett von vorn abgespielt. 

Etwas mehr erwartet hätte ich bei der Akkord- und Tonart-Erkennung. Es werden lediglich Grundakkorde angezeigt wie z.B. “C“, „Eb“oder „D#m“. Erweiterte Akkordbezeichnungen wie „Am7“, „Csus4“, „Gdim7“ oder Informationen über Umkehrungen, Slash-Akkorde etc. kennt zPlane deCoda nicht.

Man kann die Akkorde auch ändern, entfernen, oder weitere hinzufügen.

BPM Detection ist nicht immer auf den Punkt

Solange ein Stück im Tempo sehr gleichmäßig verläuft, arbeitet zPlane deCoda tadellos. Schwierigkeiten hat die Software bei Schwankungen bzw. Variationen im Tempo. Solch ein Fall hat dann Auswirkungen auf die korrekte Positionierung von Akkordwechseln, da auch die Analyse der Songstruktur fehlerhafte Ergebnisse liefert. Das Problem ist sicherlich nachvollziehbar, jedoch es gibt leider keine Möglichkeit, es zu umgehen. Hilfreich wäre eine nachträgliche Eingabe von Taktpositionen, an denen wieder a tempo gespielt wird. 

Einige Klavierlieder im Test

Ich wollte mit einem Klassiker anfangen und habe Erik Satie – Gymnopédie No.1 in deCoda geladen. Leider wurde ich direkt von dem oben genannten Problem aufgehalten. Die Tonart und Akkordzuweisungen stimmten zwar zum großen Teil, aber Tempo und Taktangaben waren unbrauchbar. Dementsprechend mussten Loop-Regionen manuell ausgewählt werden. Das ging zwar, aber eigentlich sollte mir deCoda ja genau solche Aufgaben abnehmen. Also bin ich weiter zum nächsten Lied.

Da habe ich mich für Vanessa Carlton A Thousand Miles entschieden, da ich hier relativ sicher war, dass dieses Lied zu einem Klick (Metronom) gespielt wurde. Und siehe da, es funktionierte wunderbar. Ich musste ein bisschen den Taktanfang verschieben, aber das nahm keine 10 Sekunden in Anspruch.

Da man es hier neben einem Klavier auch mit einer Band inklusive Gesang zu tun hat, fand auch der Equalizer Verwendung, um das Klavier zu isolieren. Wo findet man also Klavierlieder, die strikt zum Metronom eingespielt wurden? Zum Beispiel auf Übungs-CDs, wie man sie als Beilage in Lehrbüchern findet. Auch im Pop-Bereich oder in der Synthesia-Piano-Szene sollte man genug Material finden.

zPlane deCoda - Hauptansicht

Fazit: Hilfreiches Tool mit leichten Schwächen

Für eine uneingeschränkte Empfehlung reicht es leider (noch) nicht ganz, da die BPM-Erkennung eben ihre Probleme hat. Außerdem ist die Angabe der Akkorde – zwar korrekt, aber – auf einem recht einfachen Niveau. Ansonsten ist zPlane deCoda eine solide Lösung und kann beim Analysieren oder Üben von Musikstücken definitiv eine Hilfe sein.

In diesem Zusammenhang muss man unbedingt die hochwertige Time-Stretching-Funktion erwähnen, die bei guter Klangqualität Änderungen von Abspieltempo und Tonart erlaubt. Bei allen Songs mit konstantem Tempo funktionierte deCoda sehr gut. Wie sehr das auf die persönliche Musiksammlung zutrifft, kann man mit der kostenlosen Demo-Version testen.

zPlane deCoda – Überblick

Website: https://products.zplane.de/decoda
Preis: 49,- Euro

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