Test: Yamaha P-45 – Portable Piano

Test: Yamaha P-45 – Portable Piano

yamaha-p-45-image

Die Portable Pianos aus Yamahas P-Serie sind seit Jahren gerade bei Bandmusikern beliebt wegen ihres überzeugenden Konzepts: Guter Flügelklang und eine solide Tastatur in einem bezahlbaren Instrument. Das Yamaha P-45 ist das Einsteiger-Piano schlechthin, hat es den Straßenpreis für so ein Yamaha-Piano gar unter die 400-Euro-Grenze getrieben. Geht’s noch?

Mit 11,5 Kilo Gewicht und sehr kompakten Abmessungen ist das Yamaha P-45 schon einmal schnell verstaut und mitgenommen. Einen passenden, Wohnzimmer-kompatiblen Ständer für das schwarze Einsteigerpiano bietet der Hersteller optional auch an, allerdings ist dafür kein Dreier-Fußpedal erhältlich. Netzadapter, Sustain-Pedal und Notenhalter sind im Lieferumfang. Die 88er Klaviatur vom Typ „Graded Hammer Standard“ kennt man von diversen anderen Yamaha-Pianos. So z.B. das Yamaha P-115, welches als nächst größeres Modell ebenfalls interessant ist.

Sound und Tastatur suchen in dieser Klasse ihresgleichen.

Reduziert aufs Wesentliche

Zehn Klänge bietet das P-45, darunter zwei Akustikflügel als Hauptsounds. Das erste „Grand Piano“ ist der Klang für alle Fälle: Ein ausgewogen gesampelter Konzertflügel mit dem typischen ästhetischen Yamaha-Sound, aber von vergleichsweise natürlicher Tonalität. „Grand Piano 2“ ist die mittenbetontere, hellere Variante. Die Polyphonie liegt mit 64 Stimmen in dieser Preisklasse im normalen Bereich. Wer ein Digitalpiano für Anfänger sucht, findet aber durchaus Instrumente mit mehr Leistung in diesem Punkt.

Guter Sound, gute Tastatur

Die gewichtete 88er Hammermechanik-Tastatur bietet beim Spielen einen ordentlichen Widerstand – die Piano-Sounds reagieren erfreulich dynamisch und ausdrucksstark. Zur Anpassung der Anschlagdynamnik gibt es drei Dynamikkurven. Sogar ein leichtes „Ebony Feeling“ mit mattierten schwarzen Tasten wird geboten.

Die beiden eingebauten 12-cm-Lautsprecher machen ihre Sache recht gut und arbeiten weitgehend rauschfrei, können aber mit 2 x 6 Watt Leistung natürlich nicht alles aus den Flügelklängen herausholen. Eine externe Verstärkung ist ausschließlich über den Kopfhörer-Ausgang möglich. Ansonsten gibt es nur noch USB-to-Host für den Anschluss an Rechner oder iPad.

Und sonst?

Das Bedienfeld des P-45 beschränkt sich auf On/Off-Taster, Lautstärkeregler und Grandpiano/Function-Taster. Einzig den Flügelsound Nummer eins darf man direkt anwählen, für alle übrigen Bedienschritte wird bei gedrücktem „Function“-Button stets die Klaviatur einbezogen. So auch für die Anwahl der neun übrigen Klänge.

Mit einem Fender-Rhodes- und einem FM-E-Piano-Sound, zwei Kirchenorgeln, zwei Cembalo-Varianten, Vibrafon und einem synthetischen Streichersound ist die Auswahl komplett. Die Soundqualität ist zufriedenstellend. Im „Dual“-Modus können zwei Klänge gelayert und dabei in der Lautstärke angepasst werden. Ein Hall-Effekt mit 4 Typen ist vorhanden; im Dual-Modus kann er einem der beiden Sounds zugeordnet werden. Im „Duo“-Modus wiederum wird das „Grand Piano 1“ in zwei autarken Tastaturbereichen in derselben Lage zur Verfügung gestellt – für vierhändige Anwendungen. Auch an ein integriertes Metronom wurde gedacht. Einen Recorder bietet das P-45 allerdings nicht.

Anstelle eines Sustain-Pedals befindet sich im Lieferumfang ein einfacher Fußschalter. Man kann damit spielen, aber schön ist anders. Wer etwas hier etwas besseres haben möchte, muss entsprechendes Zubehör (z.B. Yamaha FC3A) zukaufen.

Fazit: Mega-Seller im Einsteigerbereich

Dieses Portable Piano verkauft man bei Yamaha wahrscheinlich nur ungern: Das Yamaha P-45 liefert bewährte hauseigene Digitalpiano-Qualitäten zu einem Tiefpreis, der sicherlich nicht zuletzt den Low-Budget-Instrumenten aus chinesischer Produktion auf dem deutschen Markt geschuldet ist. Wer sehr auf den Preis achten muss und ein Digitalpiano unter 500 Euro sucht, kann mit dem kleinsten P praktisch gar nichts falsch machen, denn Sound und Tastatur suchen in dieser Klasse ihresgleichen.

Yamaha P-45 – Übersicht

Erhältlich seit: 04.2015
Tastatur: 88 Tasten, Graded Hammer Standard
Polyphonie: 64 Stimmen
Klangerzeugung: Sampling
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, einfaches Sustain-Pedal (Fußtaster)
Besonderheiten: –

Yamaha P-45 in der Testreihe "Digitalpiano für Anfänger"

Verwandte Artikel

12.01.2020 · Spielen Auf Mini-Tasten Klavier spielen geht nicht? Nee, is’ klar…

Auf Mini-Tasten Klavier spielen - da winken die meisten ab: „Ist doch alles Spielzeug, diese kleinen Keyboards! Wie soll man denn darauf vernünftig Klavier üben?“ Stimmt schon. Trotzdem kann ein Mini-Keyboard praktisch sein, vor allem ...

21.12.2019 · Spielen Smart Pianist: Yamaha Digitalpiano mit iPad und iPhone verbinden

Die aktuellen Yamaha Digitalpianos können über USB mit externen Geräten verbunden werden. Erfahre hier, wie du dein Digitalpiano mit iPad und iPhone verbinden kannst. Die Yamaha Digitalpianos sind für die Kombination mit der Smart Pianist-App ...

21.12.2019 · Spielen Yamaha Digitalpiano mit dem PC verbinden

Aktuelle Digitalpianos von Yamaha sind mit einer flexiblen USB-Schnittstelle ausgestattet, die die gleichzeitige Übertragung von Audio- und MIDI-Daten ermöglicht. Ganz einfach über ein USB-Kabel lässt sich das Digitalpiano mit dem PC verbinden, um es komplett ...

18.12.2019 · Lernen Ratgeber: Masterkeyboard mit Piano-Tasten

Um ein Software-Instrument oder mit einer Piano-App Klavier zu spielen, brauchst du ein Masterkeyboard mit Piano-Tasten. Masterkeyboards unterscheiden sich von Keyboards und Synthesizern in einem wichtigen Punkt: Sie erzeugen selber keinen Klang. Sie dienen vielmehr ...

09.12.2019 · Spielen What?! Klavierspielen ohne Tasten

Technologischer Fortschritt treibt so manche Blüten: Staunendes Publikum war dem Smartphone-Hersteller OnePlus sicher während seiner Tour mit dem außergewöhnlichen OnePlus Piano. Das Besondere: Klavier spielen ohne Tastatur! Wahnsinn? Nun, ja und nein.[vc_video link="https://youtu.be/S5NEIWxgrtI" title="Das OnePlus ...

05.12.2019 · Kaufen GEWA Piano-Serie - Homepianos Made in Germany

Mit der Marke „GEWA Keys“ bietet der deutsche Hersteller GEWA eine umfangreiche Homepiano-Serie an. Ein GEWA Piano kann man schon ab 1.000 Euro kaufen, aber es gibt auch Modelle für höhere Ansprüche an Tastatur, Klang ...

28.10.2019 · Kaufen E-Piano-VST: Software-Instrumente mit Vintage-Sound

Vintage E-Pianos wie Fender Rhodes oder Wurlitzer - das sind die beliebtesten Keyboard-Sounds der 60er und 70er Jahre. Wer so ein wundervolles Vintage-Instrument selber nicht besitzt, kann auf ein E-Piano-VST zurückgreifen: Coole Sounds als Plug-in, ...

18.10.2019 · Lernen Graded Hammermechanik: Tastatur mit skalierter Gewichtung

Was ist ein authentischer Klavieranschlag? Als elektronische Alternative zum akustischen Klavier sollte das Digitalpiano zumindest sehr ähnliche Spieleigenschaften aufweisen. Eine Graded Hammermechanik oder auch skalierte Hammermechanik mit unterschiedlich gewichteten Tonbereichen ist dabei ein wichtiges Element.Beim akustischen Klavier ...

03.10.2019 · Kaufen E-Piano-Test 2020: Die besten Einsteiger-Digitalpianos

Welches ist das beste Digitalpiano? Bei dieser Frage steht meistens ein möglichst günstiges Digitalpiano im Vordergrund. Aber egal, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene: Neben dem Preis sollten vor allem auch Sound und Spielspaß wichtige Faktoren ...

18.09.2019 · Kaufen Yamaha Arius-Serie - Digitalpianos für Einsteiger und Fortgeschrittene

Hochwertige Digitalpianos in der Einsteigerklasse: Vier neue Homepiano-Modelle sollen an den Erfolg der Yamaha Arius-Serie anknüpfen. Mit den kleinen Digitalpianos YDP-144 und -164 sowie S34 und S54 sollte das gelingen, denn in den wichtigen Faktoren ...

12.08.2019 · Kaufen Masterkeyboard-App: Piano spielen mit einem VST-Host-Programm

Braucht man immer gleich eine komplizierte DAW-Software, nur um mit einem Piano-VST Klavier zu spielen? Eine Hürde für alle, die sich mit Recording-Technik nicht auskennen. Eine praktische Lösung ist eine einfache Masterkeyboard-App: Piano spielen mit ...

07.08.2019 · Spielen Felt-Piano: Klavier spielen ganz leise

Der Begriff „Felt-Piano“ hängt stark mit der Popularität des Genres Neoklassik zusammen. Denn besonders hier ist der im Anschlag sehr weiche Klang oft präsent, ja fast ein Markenzeichen. Der Sound hat etwas Poetisches und ist dabei ...