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Preview: Korg Pa5X 88 – Piano-Keyboard Deluxe

  • Mit dem Pa5X 88 bringt Korg erstmals ein Arranger Keyboard im Stagepiano-Format heraus.
  • Im Vergleich zum Vorgängermodell Pa4X wertet Korg das Dual-Player-Konzept mit vielen neuen Features und Funktionen auf.
  • Die Piano-Sounds des neuen Pa5X 88 begeistern in Qualität und Ausdrucksmöglichkeiten – vier Akustikflügel, Upright, Vintage-Keyboards aus dem Korg SV-2 und faszinierende Layer-Sounds.
Korg Pa5X 88 - Arranger-Keyboard mit Piano-Tastatur (Bildquelle: Korg)
(Bildquelle: Korg)

Ist es ein Stagepiano mit Arranger oder ein Portable Keyboard mit Klaviertasten? Irgendwie trifft hier beides zu – auf jeden Fall aber ist das neue Korg Pa5X 88 das wohl umfangreichste Digitalpiano aller Zeiten. Mit dem Pa4X-Nachfolger scheint eine neue Ära der Arranger-Workstations zu beginnen.

Eigentlich kennt man die PaX-Keyboards in Ausführungen mit 61 und 76 Synthi-Tasten. Nicht zuletzt umweht diese Instrumente ein Hauch des Entertainer-Business, was mit der nun neuen 88er Version aber einen anderen Twist bekommt. Hunderte Styles aus aller Welt, tausende Sounds mit ausdrucksstarken Artikulationen – das verspricht puren Spielspaß. Warum sollte man sich das als Pianist*in entgehen lassen?

… allein die Sounds des Korg Pa5X 88 heben das Arranger-Workstation-Konzept auf ein neues Niveau.

Exzellente Sounds spielen

Der Preis dürfte unmissverständlich vermitteln, dass das Korg Pa5X 88 nicht auf den Einsteiger-Bedarf ausrichtet ist. Man darf hier davon ausgehen, das Beste vom Besten zu bekommen. 

Ohne Frage bedient sich das Keyboard bei einer der wohl besten und umfangreichsten Sound-Bibliotheken der Welt. Wie von anderen Korg Workstations gewohnt steckt auch in den Sounds des Pa5X 88 Sounds die langjährige Erfahrung aus Studio- und Live-Einsatz.

Tatsächlich fühle ich mich gleich wie im siebten Himmel, als ich die ersten Piano-Sounds anspiele. Die haben mich natürlich als erstes interessiert: Kann dieses Keyboard so richtig gut Piano und spielt es sich auch gut? Und ob es das kann! 

Korg PA-5X 88 International

Korg PA-5X 88 International

Die Sounds vermitteln sofort ein gehobenes Niveau – sowohl in der Klangqualität als auch in den Ausdrucksmöglichkeiten. Die Summe auf dem Preisschild ist für mich jetzt erstmal passé – ich will einfach nur noch mehr von diesen Sounds ausprobieren und spielen, spielen, spielen.

Die Klavierklänge im Pa5X 88 überzeugen

Gleich fünf akustische Pianos gibt es hier, allesamt in voller Stereobreite gesampelt, mit vielen Dynamiknuancen sowie subtilen Klangdetails wie Key-Off-Effekt, Damper Noise, Sympathetic Resonance. Im Ausklang reichhaltig und im Tonansatz fein changierend – es ist ein Erlebnis, diese tollen Piano-Sounds zu spielen. Vier Konzertflügel gibt es, benannt nach Herkunft und Klangideal: German Grand, Italian Grand, Austrian Grand, Japanese Grand – man darf nun vermuten, welche Konzertflügel dafür gesampelt wurden: Steinway, Fazioli, Bösendorfer, Yamaha CFX? 

Auf jeden Fall lassen sich die Piano-Sounds ihrem Klangcharakter nach zuordnen. Mein Favorit ist hier das Austrian Grand: In Bass und Diskant klar mit brillanten Akzenten, aber ebenso einem wunderschönen Pianissimo, in Tonansatz und Ausklang elegant.

Außerdem gibt es ein Japanese Upright, das sich sehr gut macht bei Begleitungen im Singer/Songwriter-Stil oder auch für rockige Spielweisen. Dann folgen noch ein Electric Grand und weitere digitale Piano-Klassiker aus dem Hause Korg: Das legendäre M1 Piano und das Grand aus dem Korg SG1 Stagepiano. Typisch knallige Piano-Chords im House/Dance-Style gelingen damit ebenso wie kräftige Rock- und Soul/Funk-Riffs.

Die gewichtete Hammermechanik-Tastatur des Korg Pa5X 88 spielt sich leichtgängig und griffig. Nichts für Klavierpuristen vielleicht, aber ein optimaler Kompromiss. Denn auch die anderen Sounds der Arranger Workstation spielen sich darüber gut.
Die gewichtete Hammermechanik-Tastatur des Korg Pa5X 88 spielt sich leichtgängig und griffig. Nichts für Klavierpuristen vielleicht, aber ein optimaler Kompromiss. Denn auch die anderen Sounds der Arranger Workstation spielen sich darüber gut.

Spektakuläre Piano-Layers

Mit den Piano-Klassikern ist die Piano-Kategorie aber noch lange nicht erschöpft. Ich folge den zahlreichen Presets – zu denen man dank der gut aufgemachten Display-Darstellung schnell findet – und bleibe bei erstmal eine Weile bei den Klangkombinationen hängen.

Mit „Cinematic Piano“ beginnt die Reise ins Wunderland des Pa5X-Sounddesigns: „A Piano & Blend“ oder „Grand Atmo“ verführen zu ausgiebigen Piano-Träumereien – diese (und noch viele mehr) Presets haben den speziellen cinematic touch: Akustisches Breitwandformat mit faszinierenden harmonischen Atmos im Background. Das sind natürlich alles klangmalerische Spielereien, aber einfach nur krass.

Klanglich konkreter sind dann „Grand & Pad“, „Grand & Ensemble“, „Grand & Warm Synth“. Es handelt sich dabei immer um akustische Flügel, die mit Pad-Sounds kombiniert sind. Damit möchte man gerne eine Ballade begleiten, um den Vocals ein amtliches Fundament zu liefern. Das ist alles nicht nur auf kunstfertige Weise gemacht, sondern auch spieltechnisch auf Topniveau: Hier ist keine Fläche irgendwie schrill oder mulmig. Die Sounds sind druckvoll, transparent, wuchtig und warm. Das macht Freude.

Immer Durchblick bei den Sounds: Das große Touch-Display ermöglicht  eine komfortable Handhabung beim Navigieren in den über 2.000 Sounds des Pa5X 88.
Immer Durchblick bei den Sounds: Das große Touch-Display ermöglicht eine komfortable Handhabung beim Navigieren in den über 2.000 Sounds des Pa5X 88.

Coole E-Pianos

Auch bei diesen Keyboard-Klassikern ist richtig gute Qualität angesagt. Denn die E-Piano-Kategorie des Korg Pa5X 88 profitiert von den coolen Sounds des Korg SV-2 Vintage Stagepiano. Fender Rhodes gibt es gleich in mehreren Varianten – als Suitcase, als Stage, mal rockig und hart, mal brillant mit dem typisch glockigen Tonansatz. Außerdem gibt es Sounds von Wurlitzer, Clavinet, DX-Pianos etc.pp. – hier vermisst man wirklich nichts.

Das Korg Pa5X 88 sollte man nicht einfach Arranger-Keyboard nennen. Denn solch eine Qualität, Detailreichtum und Auswahl bei den Keyboard-Sounds kennt man in dieser Instrumentenklasse so nicht. Und dabei habe ich noch gar nicht von den authentischen Effekten geschwärmt, die man hier ebenfalls bekommt: Tremolo, Phaser, Chorus, Flanger, Wah-Pedal, Distortion, Amp-Simulationen und vieles, vieles mehr.

Authentische, ausdrucksstarke Sounds

Weit über 2.000 Sounds bringt das Korg Pa5X 88 schon mit – Tendenz steigend, denn man kann auch selber kreativ werden und eigene Sound-Patches speichern. Ebenso darf man wohl erwarten, dass es weitere Sound-Sets zu kaufen geben wird, so wie auch schon bei den Vorgängermodellen. In dem Zusammenhang eine wichtige Frage betrifft immer die Aufwärtskompatibilität, also: Kann man seine Sound-Sets aus dem Pa4X ins neue Modell übernehmen? Grundsätzlich geht das, und man kann dann weiter finetunen, sofern man die alten Sounds mit den neuen Effekten auffrischen möchte.

Auf jeden Fall kann man sich an dem vorhandenen Sound-Material austoben. Das gilt vor allem auch für die Klangkategorien, die sonst in Digitalpianos eher als Beiwerk gelten. Der Begriff Zusatzsounds oder Category: Others wirkt hier absolut verfehlt, denn beim Pa5X 88 ist das gesamte Sound-Angebot einsame Spitze – egal, ob Synthesizer-Sounds, Drum-Kits, Solo-oder Ensemble-Klangfarben aus Strings, Brass, Woodwinds. Nicht nur die Klangqualität überzeugt, sondern auch die authentischen Artikulationen, die man über Joystick, Buttons, Velocity und Aftertouch aus diesen Sounds herauszuholen kann. Hier geht noch einmal ein ganzer Klangkosmos auf.

Pa5X International oder Musikant?

Wie schon von den Vorgängermodellen bekannt, gibt es das Korg Pa5X in zwei Versionen: International und Musikant. Letzteres hat zu den internationalen Styles noch weit über 100 Styles mehr, die auf hiesige Tanz- und Unterhaltungsmusik zugeschnitten sind. Ebenso ist die Bedienoberfläche zum Teil in deutscher Sprache gestaltet.

Ansonsten sind aber alle Versionen im gleichen Aluminiumgehäuse mit Holzseitenteilen verbaut. Zunächst sollen die 61er und 76 Versionen des Pa5X International erhältlich sein, etwas später dann auch das Pa5X 88 International.

Innovativ: Der Display-Strip unterhalb der Controller zeigt an, welche Funktionen den Schiebereglern gerade zugewiesen sind.
Innovativ: Der Display-Strip unterhalb der Controller zeigt an, welche Funktionen den Schiebereglern gerade zugewiesen sind.

Faszination Technik

Man braucht schon eine Weile, um sich in dem umfangreichen Bedienpanel zurechtzufinden. Und ganz klar: Das Korg Pa5X ist kein einfaches Digitalpiano und richtet sich schon auch an eine Klientel, die eine gewisse Begeisterung für Technik mitbringt. Aber so schwierig ist es dann auch wieder nicht. 

Im Prinzip findet man hier alles am rechten Platz vor. Auf der linken Seite des Bedienfelds sind die Arranger- und Controller-Funktionen untergebracht, auf der rechten alles, was mit Sound zu tun hat. Ein paar Kniffe muss man einfach kennen, z.B. die Organisation von Layer- und Split-Sounds, die man mit 3 x Upper und Lower schon recht komplex gestalten kann. 

Durchblick mit Komfort – so wäre das Stichwort für die Handhabung des Korg Pa5X 88. Dank des großen Touch-Screens hat man hier immer den Überblick. Sehr smart ist die schmale OLED-Anzeige unterhalb der Controller-Fader. Letztere können unterschiedliche Aufgaben übernehmen – über den Display-Strip bekommt man die jeweils aktiven Parameter immer im Klartext angezeigt.

Zwei Player sollt ihr sein!

Das Dual-Player-Konzept kennt man bereits von älteren Pa-Modellen – ein Alleinstellungsmerkmal: Zwei Player können unabhängig voneinander parallel genutzt werden, um – egal, ob MP3- oder MIDI-File – von einem Song zum anderen per Crossfader zu überblenden. Als weitere Komponente integriert das Dual-System beim neuen Pa5X 88 nun auch den Arranger. Von einem Style in den nächsten überblenden oder eben auf ein MP3-Playback – was auch immer: Alles läuft hier in smooth transition.

Letzteres gilt übrigens auch für das Umschalten der Sounds. Man muss hier zu keinem Moment befürchten, dass etwa Sounds abgeschnitten würden, wenn man Sound-Presets wechselt. Man kann sich voll und ganz auf seine Performance konzentrieren. 

(Zwischen-)Fazit: Wow!

Es gäbe noch vieles mehr zu sagen über z.B. Arranger, Player, Sequenzer sowie die vielen technischen Features wie Harmonizer, Autopitch, Loops, Samples, Gitarren-Input mit virtuellem Effekt-Rack etc.pp. Das alles schauen wir uns im ausführlichen Testbericht an, sobald ein Testgerät verfügbar ist. Nach dem ersten Anspielen des 88er Prototypen kann man jetzt schon mal festhalten, dass das neue Pa5X klangtechnisch eine Wucht ist.

Sicher kein Instrument für Klavierpuristen, aber mit der 88er Piano-Version kommt das Arranger-Keyboard-Konzept sicher allen nahe, die ein professionelles Stagepiano mit allen Finessen suchen – und auch dazu bereit sind, entsprechend tiefer in die Tasche zu greifen.

Die umfangreiche Funktionalität mögen manche Pianist*innen als Overkill empfinden. Aber der Sound! Allein die Qualität und die Artikulationsmöglichkeiten der Sounds begeistern und heben das Arranger-Workstation-Konzept auf ein neues Niveau.

Korg Pa5X 88 Frontseite (Bildquelle: Korg & More)

Korg Pa5X 88 – Überblick

Erhältlich ab: Juli/August 2022
Tastatur
: 88 gewichtete Tasten mit Hammermechanik und Aftertouch-Funktion
Polyfonie: 160 Stimmen
Dual-Player: Arranger mit 600 Styles, 16-Spur-Sequenzer, Audio (mp3)
Integrierter Sample: 8GB Sample-RAM
16 Pads: Pad-Matrix für Loops, Samples
Handhabung: 9 Fader mit Strip-Display, justierbares 8-Zoll-Touch-Display
Hersteller/Vertrieb: Korg & More

Korg Pa5X Produktpräsentation (englisch)

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Jörg Sunderkötter

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Digitalpiano mit Arranger · Korg · Korg Piano · Stagepiano

Tests

18. Juli 2022

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