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Test: Kawai VPC1 – Masterkeyboard mit Holztastatur

  • Der Kawai VPC1 Virtual Piano Controller ist ein USB-Masterkeyboard, das für das Spielen von Software-Pianos konzipiert ist.
  • Dank Holztasten mit Ivory-Touch und eine hochwertigen Hammermechanik verleiht der Kawai VPC1 Software-Pianos ein höchst authentisches Spielgefühl.
  • Über flexible Touch Curves lässt sich das Anschlagverhalten an jedes Piano-VST anpassen.
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(Bildquelle: Kawai)

Pianospielen über einen beliebigen MIDI-Controller? Schön ist anders. Wer die Klangeigenschaften eines Piano-VST genießen will, sollte auf eine hochwertige Tastatur setzen. Als USB-Masterkeyboard mit Holztasten, Ivory-Touch und hochwertiger Hammermechanik gibt es zum Kawai VPC1 kaum eine Alternative.

Wie ich finde, das beste Masterkeyboard, das es gibt.

- Christoph Spendel, Jazzpianist

Software-Pianos und Piano-VST können viele Gigabytes groß sein und berücksichtigen nicht nur feinste Klangdetails. Grandioser Spielspaß entsteht vor allem auch durch die hohe Auflösung in der vom Anschlag abhängigen Klangdynamik. Gewöhnliche Controller-Keyboards mögen ausreichen, wenn man  lediglich einen einfachen Begleitpart in den Sequenzer einspielen möchte. Aber Klavier-Feeling sollte man dabei nun wirklich nicht erwarten. Wer mit einem Piano-VST vernünftig Klavier spielen will, sollte sich eine adäquate Tastatur zulegen – und dabei nicht sparen.

Was ist ein Virtual Piano Controller?

Grundsätzlich käme hier jedes bessere Digitalpiano als geeigneter Controller infrage. Denn damit lassen sich Software-Instrumente wie Piano-VST ohne Zweifel vernünftig spielen. Da kommen selbstverständlich auch die Instrumente von Kawai ins Spiel, denn von den besonderen Ausstattungsmerkmalen der Kawai CA-Serie und der MP-Serie profitiert auch der Kawai VPC1.

Ein Controller-Keyboard passt allerdings besser in das Umfeld eines Recording-Studios, obwohl der Kawai VPC1 mit seinem klassischen Klavier-Design auch perfekt ins Wohnzimmer passt. Und wenn man einen Laptop mit dem richtigen Piano-VST draufstellt, hat man schon ein Digitalpiano – naja fast, denn man braucht ja auch noch Lautsprecher.

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Mit seinem klassischen Klavier-Design bringt der Kawai VPC1 Glanz in jedes Homerecording-Studio - und er passt perfekt auch ins Wohnzimmer.

Wichtig zu wissen: Anders als Digitalpiano und Stagepiano ist der Kawai VPC1 nicht mit einer internen Klangerzeugung ausgestattet. Es handelt sich dabei um ein reines Controller-Keyboard mit der Spezialaufgabe „Piano spielen & DAW“. Und genau dafür bringt er essentielle Vorteile.

Masterkeyboard mit Holztasten und Hammermechanik vom Feinsten

Bei den meisten MIDI-Controller-Keyboards findet man viele Buttons, Wheels, Trigger-Pads, Fader und Knobs – alles das besitzt der Kawai VPC1 gar nicht. Insofern ist seine Ausstattung eher spärlich. Dafür aber findet man beim VPC1 etwas, das kein anderer USB-MIDI-Controller bieten kann, und das nennt sich RM3 Grand II: Eine echte Holztastatur mit Ivory-Touch und eine hochwertige Hammermechanik.

Kawai RM3 Grand II Hammermechanik Tastatur
Die RM3 Grand II Hammermechanik-Tastatur im Modell. 1. Dreifach-Sensor 2. Druckpunktsimulation (Let-off) 3. gewichteter Hammer 4. Waagebalkenstift 5. Massivholztaste 6. Tastengewicht (Counterweight) 7. Ivory Touch Oberfläche (Bildquelle: Kawai)

Ganz ähnlich wie bei einem echten Flügel werden beim Kawai VPC1 die Hämmer über den Tastenhub am Ende der Taste nach oben geschleudert. Vom Auslösen des Hammers über die Druckpunktsimulation bis hin zum Anschlagen der Hämmerköpfe – damit hat man eine sehr exakte Kontrolle des Tastenwegs. Ein 3fach-Sensor überträgt die Hammer-Action mit jeder Nuance.

Speziell angepasste Touch Curves

Was die Anpassung der Anschlagdynamik betrifft, zeigt sich der Kawai VPC1 äußerst flexibel. Man kann zwischen mehreren Touch Curves wählen – dazu hält man den Einschaltknopf und drückt eine der oberen Tasten. Welche Touch Curves dort genau hinterlegt sind, kann man per Editor selber bestimmen.

Für die wichtigsten Software-Instrumente gibt es bereits vorgefertigte Touch Curves. Diese sind sogar von den Herstellern jeweils autorisiert worden. Man darf also davon ausgehen, dass sich die Software-Instrumente optimal spielen lassen. Unterstützt werden Synthogy Ivory II, Modartt Pianoteq, Galaxy Pianos und Native Instruments Alicia’s Keys. 

Software Editor

Neben den vorgefertigten Touch Curves kann man selbstverständlich auch selber das Anschlagverhalten festlegen. Dazu kann man eine Touch Curve im Editor grafisch bearbeiten oder man nutzt die Learn-Funktion, spielt ein wenig auf der Tastatur, und der Editor macht daraus eine Touch Curve, die man dann auch noch weiter im Grafik-Editor verfeinert. Einfacher geht’s  kaum.

Anschließen und Piano spielen

Das ist natürlich die Hauptsache des Kawai VPC1: Man lädt in der DAW ein Piano-VST und spielt. Dafür muss in den Einstellungen des Programms lediglich der VPC1 als Controller zugewiesen werden – eine Standard-Prozedur jeder DAW, die man einmal erledigen muss. Ein spezieller USB-Treiber ist nicht erforderlich. Man schließt den Controller per USB an den Rechner an, worüber er auch mit Strom versorgt wird.

Da war doch noch etwas: Richtig, zum Pianospielen gehören nicht nur Tasten, sondern auch Pedale. Die werden in Form des 3fach-Pedals F-30 mitgeliefert. Die Pedale sind als Continuous Controller ausgelegt und unterstützen die Halbpedal-Funktion ebenso wie die dynamische Kontrolle des Damper Noise. Standardmäßig sind die Controller Sustain, Sostenuto und Soft zugewiesen, über den Editor können aber auch andere Controller bedient werden.

Der Kawai VPC1 – Alternative?

Der Kawai VPC1 ist nun schon eine Weile auf dem Markt und besetzt erfolgreich diese Nische – ein Piano-Controller mit hochwertiger Tastatur ist eben keine Massenware. Dennoch gibt es auch andere Hersteller, die Masterkeyboards mit Piano-Tasten anbieten. Zum Preis von knapp 900 Euro wirbt auch das Studiologic SL88 Grand sogar mit Holztasten. Schauen wir genauer hin: Die Konstruktion der hier verbauten Fatar TP40/WOOD ist im Prinzip aber wie bei herkömmlichen Stagepianos. Das ermöglicht auch die kompaktere Bauweise des SL88 Grand. Zumindest wird ein Holzkern für die Taste verwendet.

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Tastaturmodell der Fatar TP40/WOOD beim Studiologic SL88 Grand (Bildquelle: Studiologic/Fatar)

Ohne Zweifel bietet das SL88 Grand ebenfalls gute Spieleigenschaften. Nur ist es in puncto Mechanik und Software bei Weitem nicht so konsequent auf die pianistischen Qualitäten fokussiert wie der Kawai VPC1.

Fazit: Die besten Tasten für Software-Pianos

Der Kawai VPC1 ist ein unkomplizierter und schnörkelloser USB-MIDI-Controller, der konsequent auf das Pianospielen am Musik-Computer ausgerichtet ist. Die Handhabung ist absolut einfach, bietet aber dank Editor (Mac/PC) maximale Flexibilität. Das Spielgefühl der RM3 Grand II Tastatur ist dank Holztasten und hochwertiger Hammermechanik exzellent. Das Spielen eines Piano-VST wird mit dem Kawai VPC1 erst zum Genuss. Da kommt keine andere MIDI-Masterkeyboard-Tastatur mit.

Kawai VPC1  Front

Kawai VPC1 Virtual Piano Controller – Überblick

Erhältlich seit: 02.2013
Tastatur: 88 Holztasten, gewichtete Hammermechanik, Ivory Touch
Kompatibilität: Editor für Mac/PC
Besonderheiten: Flexible Touch Curves für die wichtigsten Software-Pianos
Hersteller: Kawai

Produkt-Demo zum Kawai VPC1

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Jörg Sunderkötter

VPC1 :   1.299,00 €

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Tests

11. Oktober 2018

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