Test: Kawai CA79 - Homepiano mit Holztastatur
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Test: Kawai CA79 – Homepiano mit Holztastatur

  • Das CA79 repräsentiert als Nachfolger des Kawai CA78 die gehobene Mittelklasse der Kawai Concert-Artist-Serie.
  • Verbesserungen zur Vorserie betreffen das Wiedergabe-System, die Hammermechanik-Tastatur und nicht zuletzt die hochauflösende SK-EX-Rendering-Klangerzeugung.
  • Das CA79 ist es in vielen Details identisch mit dem Topmodell der CA-Serie: CA99. 
Kawai CA79 - Digitalpiano (Bildquelle: Kawai)
(Bildquelle: Kawai)

Das Kawai CA79 repräsentiert die gehobene Mittelklasse in der Kawai CA-Serie. In vielen Details identisch mit dem Topmodell CA99 vereint es das exzellente Spielgefühl und edle Piano-Sounds im klassischen Homepiano-Design.

Vereinfacht dargestellt verzichtet man beim CA79 lediglich auf den Transducer-Resonanzboden, der das Topmodell CA99 überhaupt einzigartig macht in diesem Marktsegment. Kawais Resonanzboden-System zählt zu jenen Features, die einen unmittelbar die klanglichen und spieltechnischen Vorteile verspüren lassen. Allerdings schlägt dieses Ausstattungsdetail auch zu Buche und zeigt sich in einer Preisdifferenz von ca. 900,- Euro zum kleineren Pendant CA79.

Im Großen und Ganzen aber gibt es sonst keine weiteren großen Unterschiede zu verzeichnen, womit sich das Kawai CA79 als Homepiano an der Spitze der gehobenen Mittelklasse positioniert. Im Vordergrund ist hier die hochwertige Holztastatur mit Grand-Feel-III-Hammermechanik. Mit SK-EX-Rendering und 360-Grad-Lautsprechersystem macht es vor allem in den Disziplinen Klang und Spielgefühl den Unterschied zum kleineren Modell CA59.

Mehr erfahren über die Kawai CA-Serie – alle Modelle im Überblick.

SK-EX-Rendering bringt feine Ausdrucksmöglichkeiten

Das SK-EX-Rendering setzt auf die ansonsten hier verbaute Klangerzeugung namens Harmonic Imaging XL auf. Die insgesamt 66 im CA79 gespeicherten Klänge stammen daher aus zwei Lagern. Harmonic Imaging XL liefert hochwertige Pianoklänge von Konzertflügeln und Uprights aus eigenem Hause sowie auch E-Pianos, Pads, Strings etc. wie sie auch das CA58 bietet.

Das SK-EX-Rendering aber ist allein auf die digitale Reproduktion des Shigeru Kawai Konzertflügels spezialisiert und leistet dies in hochauflösender Weise. Das Besondere an diesem Teil der Klangerzeugung ist das Multichannel-Verfahren, mit welchem unterschiedliche Dimensionen  des ursprünglichen Klanges berücksichtigt werden können.

In der Spielpraxis bewirkt das SK-EX-Rendering eine faszinierende Flexibilität des Pianoklangs. Auf Knopfdruck stellt man sich seinen Flügel auf die Konzertbühne, in den Jazz-Club, ins Recording-Studio. Auch das Intonieren des Klangverhaltens ist möglich.

Bemerkenswert in Dynamik- und Resonanzverhalten

Die Piano-Variationen des SK-EX-Rendering beschreiben dabei den jeweiligen Charakter, so etwa „Classic“, „Romantic“, „Jazz“, „Vintage“, „Warm“, „Rich“ oder „Boogie“. Es ändert sich nicht einfach das akustische Ambiente, sondern die Intonation des virtuellen Flügels, was sich auf den Klangcharakter und das dynamische Klangverhalten auswirkt.

Mit dem SK-EX-Rendering hat Kawai eine bemerkenswert realistisch Emulation eines Akustikpianos geschaffen. Egal, welches der Presets man spielt, der SK-EX Konzertflügel klingt fantastisch: Klarer Tonansatz und ein voller Grundklang, transparent und nuancenreich. Besonders das Resonanzverhalten in der Interaktion der gespielten Töne – auch Sympathetic Resonance genannt – steigert den Spielspaß.

Die Sounds des Kawai CA79 verdienen gute Kopfhörer, um das gesamte Klangpotential ausschöpfen zu können. Sowohl für die eingebauten Lausprecher als auch für die Wiedergabe über Kopfhörer bietet das CA70 vielseitige Anpassungsmöglichkeiten. (Bildquelle: Kawai)
Die Sounds des Kawai CA79 verdienen gute Kopfhörer, um das gesamte Klangpotential ausschöpfen zu können. Sowohl für die eingebauten Lausprecher als auch für die Wiedergabe über Kopfhörer bietet das CA70 vielseitige Anpassungsmöglichkeiten. (Bildquelle: Kawai)

Klangdetails machen den Sound perfekt

Herausforderung bei jedem digitalisierten Klavierklang ist es, beim Spielen einen lebhaften Klang zu reproduzieren, der sich dynamisch artikulieren lässt. Noch perfekter wird dieses Klangerlebnis durch Klangdetails. Auch diese Disziplin beherrscht das Kawai CA79. Sympathetic Resonance, Damper Resonance, Duplex Scale sowie auch subtile Effekte wie Damper Noise, Key-Off-Effekt und Fall-back Noise – alle Piano-Sounds des Kawai CA79 profitieren von diesen kleinen, aber dennoch wichtigen Bestandteilen des Klavierklanges.

Diesen Möglichkeiten setzt der Virtual Technician noch die Krone auf. Denn hier kann man auf das Klangverhalten all dieser Feinheiten Einfluss nehmen. Oder man bedient sich der bereits vorgefertigten Virtual-Technician-Profile. Etwas mehr Brillanz im Tonansatz oder mehr dynamische Bandbreite im pianissimo? Kein Problem! Jeden Piano-Sound im Kawai CA79 kann man intonieren wie man möchte.

Die Piano-Remote-App zum CA79 gibt es für Android- und iOS-Geräte kostenlos. (Bildquelle: Kawai)
Die Piano-Remote-App zum CA79 gibt es für Android- und iOS-Geräte kostenlos. (Bildquelle: Kawai)

Digitalpiano-Funktionen & Apps

Bei den Digitalpiano-Funktionen sind die wichtigsten Punkte bereits an dieser Stelle im Testbericht zum CA99 erwähnt. Man bekommt hier alle Funktionen, die man zum Üben und Spielen braucht: Split, Layer, Audio/MIDI-Recorder, Metronom, Transposer sowie eingespeicherte Etüden und Klavierstücke.

Die Virtual Technician App für iPad wird ebenso unterstützt wie Kawais neue App namens Piano Remote, die alle Funktionen über Mobilgeräte (iOS/Android) verfügbar macht. Allerdings bietet schon das eingebaute Touch-Display guten Komfort. Es ist etwa so groß wie ein Smartphone und lässt sich auch ebenso bedienen, wobei die Anzeige gerne etwas schneller reagieren könnte für meinen Geschmack.

Kawai CA79 im Vergleich

Kawai CA79 vs. CA99: Das hochwertige Spielgefühl der graduiert gewichteten Tastatur mit „Grand Feel III“-Hammermechanik bekommt man bei beiden Modellen. Das CA79 verzichtet auf den Transducer-Resonanzboden, profitiert aber aber vom 360-Grad-Lautsprechersystem mit integriertem Diffusor. Der Klang ist voll und warm und bleibt auch bei höherer Lautstärke klar und sauber. Augenfälliger Unterschied ist das Design: Während das CA99 fast schon wie ein echtes Kleinklavier ausschaut, entspricht das CA79 dem klassischen Design eines Konsolen-Homepianos.

Kawai CA59 vs. CA79: In diesem Shootout gibt es große Unterschiede bei Tastatur, Klangerzeugung und Wiedergabesystem. Letzteres ist beim CA79 mit einem Diffusor ausgerüstet, der für eine räumliche Klangabstrahlung sorgt. Die größte Differenz macht aber das feine dynamische Zusammenspiel von Grand-Feel-III-Mechanik und SK-EX-Rendering des CA79 aus. Diesen Unterschied werden Klavieranfänger vielleicht nicht als so gravierend wahrnehmen, Fortgeschrittene schon. Mehr zu den Unterschieden zwischen Kawais Tastaturtypen Grand Feel Compact (CA49/59) und Grand Feel III (CA79/99) erfährst du im Artikel zur Kawai CA-Serie.

Fazit: Hochwertiges Mittelklasse-Homepiano

Im Spielgefühl und mit den hochauflösenden Piano-Sounds der SK-EX-Rendering-Klangerzeugung zieht das CA79 mit dem Topmodell der CA-Serie gleich. Mit dessen Klangvolumen kann das CA79 dann zwar nicht ganz mithalten, dennoch sorgt das 360-Grad-Soundsystem für einen breiten räumlichen Klang. Im Vergleich zum Topmodell sind nur zwei große Unterschiede zu nennen: Das Transducer-Resonanzboden-System und das Kleinklavier-Design. Ansonsten bekommt man mit dem CA79 eine gehobene Ausstattung, die in fast allen Belangen identisch ist mit dem CA99.

Kawai CA79 im Überblick

Erhältlich seit: 02.2020
Tastatur: Grand Feel III-Mechanik mit Druckpunktsimulation und graduierter Gewichtung, 3-fach Sensor, 88 Holztasten mit Ivory- und Ebony-Touch-Oberflächen
Polyphonie: 256 Stimmen
Piano-App: Piano Remote, kostenlos erhältlich für Android & iOS, Virtual Technician (iPad)
Besonderheiten: 360-Grad-Lautsprecher-System mit integriertem Diffusor
Hersteller/Vertrieb: Kawai

Mehr erfahren über die Kawai CA-Serie – alle Modelle im Überblick.

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