Keyboard oder Klavier lernen – was ist der Unterschied?

  • Keyboards sind gute Anfängerinstrumente mit vielen Funktionen, die Spaß machen. Keyboard und Klavier aber sind zwei unterschiedliche Instrumente. 
  • Um den Klavieranschlag richtig zu erlernen sind Keyboards grundsätzlich nicht geeignet. 
  • Keyboards besitzen zwar Klavierklänge, können aber die Spieleigenschaften eines Klaviers oder Digitalpianos nicht vermitteln.
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(Bildquelle: Casio)

Die willst Piano spielen und fragst dich, welches Instrument für dich das richtige ist? Ob man Keyboard oder Klavier lernen sollte, ist nicht bloß eine Frage des Budgets, denn beide Instrumente unterscheiden sich in vielen Details voneinander.

Ein Keyboard als Klavierersatz ist keine gute Lösung

Ganz klar – für den Anfang möchte man nicht gleich zu viel Geld ausgeben. Viele wollen zunächst herausfinden, ob ein Tasteninstrument das Richtige ist. Auf den ersten Blick wollen beide Instrumente über schwarze und weiße Tasten gespielt werden. Aber ein Keyboard als Klavierersatz ist keine gute Lösung: Zwischen dem Spielgefühl eines akustischen Klaviers und dem eines Keyboards liegen Welten! Das gleiche gilt übrigens für den Vergleich zwischen Digitalpiano und Keyboard.

Keyboard oder Klavier: Die Budgetfrage

Klavier spielen kostet viel Geld? Ein Vorurteil des heutzutage zumindest nicht mehr vollständig gilt. Egal, ob man ein Keyboard oder Klavier kauft – beides kann einige tausend Euro kosten, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um mit dem Klavier spielen zu beginnen. Auch wenn das Budget dafür relativ begrenzt ist. Für den Anfang kann man sogar schon mit einem Digitalpiano unter 500 Euro loslegen. Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, für kleines Budget ein Klavier gebraucht zu kaufen. Außerdem kann man auch ein Klavier mieten, wobei sehr oft die gezahlte Miete später mit dem Kaufpreis verrechnet wird. 

Keyboard oder E-Piano?

Zwischen Keyboard und E-Piano gibt es große Unterschiede – auch wenn man beide grundsätzlich als elektronische Keyboards bezeichnen kann. Zunächst die Begriffserklärung: „E-Piano“ –  von Vielen wird der Begriff benutzt, obwohl eigentlich „Digitalpiano“ gemeint ist. Das „E“ steht hier für „elektromechanisch“ – gemeint sind damit Electric Vintage Pianos der 60er- und 70er-Jahre. Ihre Klangerzeugung ist mit analoger Technik realisiert, d.h., dass die mechanische Schwingung der Klangzungen per Tonabnehmer in elektrische Schwingung übersetzt wird. Grundsätzlich aber: Ob Keyboard oder Klavier – was den Anschlag betrifft gilt das gleiche fürs Digitalpiano.

Klavier oder Digitalpiano?

Digitalpianos arbeiten grundsätzlich mit Digital-Piano-Sampling und können damit sehr authentisch das Klang- und Spielverhalten eines akustischen Pianos simulieren. Zumindest ist dies ihre primäre Aufgabe. Denn darüber hinaus können Digitalpianos viele Funktionen bieten, die Spaß am Musizieren vermitteln und gerade auch zum Klavierlernen sehr nützlich sein können. 

Ob man ein akustisches Klavier oder ein Digitalpiano spielt, ist auf jeden Fall eine unterschiedliche Erfahrung.

Bei einem akustischen Klavier schwingen echte Saiten, welche von einer echten Hammermechanik angeschlagen werden. Um ein ähnliches Spielgefühl zu vermitteln, sind Digitalpianos mit einer gewichteten Hammermechanik-Tastatur ausgestattet. Ob man ein akustisches Klavier oder ein Digitalpiano spielt, ist auf jeden Fall eine unterschiedliche Erfahrung. Dennoch kann man sagen, dass beide sich gleichermaßen vom Spielgefühl eines Keyboards deutlich unterscheiden.

Warum spielt sich eine Keyboard-Tastatur anders als ein Piano?

Genau wie ein Digitalpiano ermöglicht ein Keyboard das anschlagdynamische Spielen. Aber die leichtgängigen Kunststofftasten können das Spielgefühl eines Pianos – egal, ob Klavier oder Digitalpiano – nicht vermitteln. Die Übertragung der Fingerbewegung auf die Taste und damit auf den Klang fühlt sich bei einem Keyboard-Instrument komplett anders an. Ein Klavier oder hochwertiges Digitalpiano bietet differenzierte Kontrollmöglichkeiten der Anschlagstärke.

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Keyboard mit Piano-ähnlichen Tasten: Casio CT-X5000

Keyboards mit Pianotasten?

Manche Keyboards besitzen Tastaturen, die richtigen Pianotasten ähneln. Das trifft z.B. für das Casio CT-X5000 zu. Diese Tastaturen vermitteln keinen echten Klavieranschlag, aber das Spielgefühl erscheint einem spontan etwas griffiger zu sein, als es bei der Tastatur eines Keyboards oder Synthesizers der Fall ist. Wenn auch der Look stimmt: Solche Tastaturen besitzen keine gewichteten Tasten und können daher nicht das realistische Anschlagverhalten eines Digitalpianos bieten.

Als eine interessante Kombination aus Keyboard und Digitalpiano solltest du dir auch mal das Roland Go:Piano anschauen. Die Boxshape-Tasten sind leicht gewichtete Keyboard-Tasten mit einer Ivory-Touch-Oberfläche, wie sie auch Roland Digitalpianos bietet. Das Spielgefühl geht hier schon eher in Richtung Pianospielen – besser als ein klassisches Keyboard ist’s auf jeden Fall.

Keyboard oder Klavier lernen mit dem Roland Go:Piano

Ob du Keyboard oder Klavier lernen möchtest, ist beim Roland Go:Piano nicht einmal die Frage. Vielmehr heißt es hier: Keyboard und Klavier lernen. Das Go:Piano ist dabei nicht das Richtige, um einen Klavieranschlag richtig zu erlernen. Aber für die ersten musikalischen Schritte ist es zunächst ein sehr preiswertes Instrument. Dann ist es überall dort ein praktisches kleines Piano für Anfänger, wo eigentlich kein Platz für ein richtiges Digitalpiano vorhanden ist. Außerdem bietet das Roland Go:Piano jede Menge clevere Funktionen. Herausragend ist dabei die Möglichkeit, über Bluetooth ein Smartphone oder einen Tablet anzuschließen. So kannst du z.B. Lernvideos aus dem Internet über die Lautsprecher des Go:Piano wiedergeben, während du gleichzeitig dazu auf dem Go:Piano spielst. Eine tolle Möglichkeit, die bei richtigen Digitalpianos erst bei sehr viel teureren Geräten geboten wird.

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Für Anfänger ein leistungsstarkes Piano-Keyboard: Roland Go:Piano (Bildquelle: Roland)

Klavier lernen mit einem Keyboard?

Zwar hat heute jedes Keyboard einen Klavierklang, aber es ist aufgrund er Beschaffenheit der Tastatur nicht dazu geeignet, den Klavieranschlag zu erlernen. Für den Anfang kann ein Keyboard aber durchaus eine gute Lösung sein – vor allem dann, wenn du noch nicht genau weißt, ob du lieber Keyboard oder Klavier lernen möchtest. Aufgrund des großen Funktionsumfangs bringt ein Keyboard auch eine Menge Spaß ins Haus: Zum Kennenlernen der Töne, und der grundsätzlichen Fingerbewegungen. Dank der vielen Sounds und Rhythmen kann man mit einem Keyboard auf einfachem Wege das Musizieren an einem Tasteninstrument erleben.

Klavier üben mit Keyboard-Tasten?

Für die ersten Schritte ist ein Keyboard natürlich besser als das Klavier üben ohne Instrument. Aber Klavier üben mit Keyboard-Tasten – das ist keine gute Idee und wird auf Dauer nichts bringen. Denn das Anschlagverhalten beim Klavier ist komplett anders als bei einem Keyboard.

Wer das Spielverhalten eines akustischen Klaviers richtig lernen möchte, braucht ein gutes Akustik-Piano.

- Mehr zum Thema findest du in diesem Ratgeberartikel auf PIANOO.de

Keyboards sind eigenständige Instrumente

Der wichtigste Unterschied zu Klavier und Digitalpiano: Das Musizieren mit einem Keyboard hat einen ganz anderen Fokus, entsprechend sind die Features und das Leistungsspektrum eines Keyboards anders als bei einem Piano. Bei einem Keyboard steht das Spielen mit Begleitautomatik (Styles) sowie Playbacks (Standard MIDI Files, WAV, MP3) im Vordergrund. 

In Teilen geht so etwas auch mit manchen Digitalpianos, aber ein Blick auf die Sound-Auswahl zeigt den markanten Unterschied. Während beim Digitalpiano die Piano-Sounds das wichtigste sind, ist der Klavierklang beim Keyboard ein Klang unter Hunderten verschiedener Sounds. Bässe, Synthis, Gitarren, Drumsets, Percussion, Strings, Brass, Orgeln. Als Keyboardspieler möchte man vor allem auch viele realistische Solo-Sounds wie Saxofon, Trompete etc. Darüber hinaus gibt es eine Vocalist-Funktion, große Touch-Displays, viele Buttons und Fader, um die Arranger-Sektion, Sounds und Songs zu steuern. 

Keyboard oder Stagepiano?

Stagepianos und Keyboards teilen eine Gemeinsamkeit: Sie sind als transportable Instrumente konzipiert. Daher wäre die vollständige Bezeichnung auch Portable Keyboard. Schaut man etwas genauer hin, dann ist ein Stagepiano allerdings nichts anderes als ein für den Live-Einsatz optimiertes Digitalpiano. Insofern gilt beim Vergleich zum Portable Keyboard das gleiche: Die Eigenschaft, das Spiel- und Klangverhalten eines akustischen Flügels möglichst authentisch zu imitieren, steht auch beim Stagepiano an erster Stelle. Die meisten Stagepianos sind daher mit einer Hammermechanik-Tastatur ausgestattet und die Qualität der Piano-Sounds ist um Längen besser als bei einem Keyboard.

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Das Yamaha DGX-660 ist als Portable Piano mit Arranger-Funktion sehr beliebt. Die perfekte Symbiose aus Digitalpiano und Portable Keyboard.

Digitalpianos mit Keyboard-Funktionen

Manche Digitalpianos bieten zusätzliche Begleitfunktionen wie Rhythms und Patterns. Dieser Funktionsumfang kann stark variieren – von einem einfachen Rhythmusteil mit ein paar Beats bis hin zu üppig gestalteten Begleitarrangements mit Hunderten von Styles, die denen eines Portable Keyboards in nichts nachstehen. Im Unterschied zu Portable Keyboards aber besitzen solche „Ensemble Pianos“ gute Piano-Tastaturen und hochwertige Piano-Sounds.

Digitalpianos mit Arranger gibt es auch als Portable Pianos. Es handelt sich dabei fast um Portable Keyboards mit einer Piano-Tastatur, allerdings ist die Ausstattung auf das Pianospielen mit Begleitung ausgerichtet – auch hier stehen die Piano-Sounds und eine gute Tastatur im Vordergrund. 

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