E-Piano mit Bluetooth: Klavier spielen drahtlos

  • Digitalpianos mit Bluetooth lassen sich drahtlos mit Tablet, Smartphone oder Musikcomputer verbinden. Ältere Digitalpiano-Modelle lassen sich mit Bluetooth-MIDI nachrüsten.
  • Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Wiedergabe von Playalongs über die Editierung der Piano-Sounds bis zur Aufnahme von Klavierstücken und Lernfunktionen.
  • Weniger empfehlenswert ist die drahtlose Übertragung des Audio-Signals beim Klavierspielen auf z.B. Bluetooth-Kopfhörer.
E-Piano mit Bluetooth - Roland FP-Serie

Playalongs abspielen, Sounds editieren, Klavierstücke lernen und aufnehmen, Noten umblättern: Ein modernes E-Piano mit Bluetooth bietet viele tolle Möglichkeiten. Was man über Apps, Smartphones, Tablet und Bluetooth am Digitalpiano wissen sollte.

Piano mit Bluetooth drahtlos steuern und Musik abspielen

Bluetooth wird von den verschiedensten elektronischen Geräten zur (Daten-)Kommunikation eingesetzt. Die Anwendungsmöglichkeiten für Digitalpianos sind dabei vielfältig:

  • Drahtlose Steuerung von internen Funktionen und Einstellungen
  • Abspielen von Musik (MP3) über das Wiedergabesystem des Digitalpianos
  • Abspielen von MIDI-Sequenzen (teils bei gleichzeitiger Wiedergabe von Noten im Tablet-Display)
  • Aufnehmen mit einem Song-Recorder (z.B. Piano Diary App von Yamaha)
  • Lernfunktionen mittels externer Apps
  • Anwählen und Editieren von Sound

Apps erleichtern die Handhabung eines Digitalpianos

Digitalpianos sollen in erster Linie Freude am Klavierspielen bereiten. Genau darauf ist auch das Bedienungskonzept eines Digitalpianos ausgerichtet: Sounds anwählen, Lautstärke einstellen, Transponieren, Sounds layern oder splitten, Metronom einstellen usw. Das sind die unmittelbar zugänglichen Funktionen, denn sie sind für das Klavierspielen unmittelbar wichtig. Der Funktionsumfang eines modernen Digitalpianos ist aber meistens viel größer und umfasst z.B. System-Einstellungen wie Tuning, MIDI-Channel, Dynamikverhalten sowie die detaillierte Sound-Editierung.

Diese zusätzlichen Funktionen sollten ebenfalls einfach zu bedienen sein, auch wenn man Einstellungen wie Master Tuning oder MIDI-Kanal nur sehr selten vornimmt. Vor allem im unteren Preissegment wird für die Handhabung solcher Digitalpiano-Funktionen die Tastatur als Bedienelement genutzt. Meistens geht das über Tastenkombinationen oder kryptische Display-Anzeigen, was wenig intuitiv zu bedienen ist. Ohne Bedienungsanleitung kommt man hier selten weiter. Über eine App per Tablet oder Smartphone ist das Ganze dann schon viel komfortabler.

E-Piano mit Bluetooth spielen

Diese Möglichkeit sollte man nicht verwechseln mit der Audio-Wiedergabe über Bluetooth-Kopfhörer. Warum Letzteres nicht geht, kannst du hier nachlesen. Dies sollte man nicht verwechseln mit dem Spielen über die Bluetooth-MIDI-Funktion, wie es moderne MIDI-Masterkeyboards bzw. Controller-Keyboards ermöglichen. Im Vergleich zur Audio-Übertragung werden bei Bluetooth-MIDI deutlich weniger Informationen übertragen, sodass eine Verzögerung durch Systemlatenz hier nicht zu spüren ist.

Verbreitet ist diese Funktionalität eher bei Controller-Keyboards für den mobilen Einsatz wie z.B. Korg microKey Air. Immerhin gibt es das Korg Keyboard sogar als 61er Version, wenngleich die Piano-artigen Tasten im Miniformat zum Klavierspielen nicht ernsthaft gut geeignet sind. Für unterwegs aber kann das Korg microKey eine super Lösung sein, um mit einem Software-Piano im Laptop Studio, Tablet oder Smartphone Klavier zu spielen und Songideen in der DAW festzuhalten.

Das wohl kleinste Bluetooth-Piano der Welt: Korg microKey Air mit der Piano App für Korg Module

Bluetooth-Anwendungen für Digitalpianos

Für die Anwendung von Bluetooth und Digitalpiano gibt es recht unterschiedliche Ansätze. Manche Instrumente erlauben lediglich die Audio-Wiedergabe, andere wiederum bieten in Zusammenhang mit speziellen Apps eine Bandbreite an zusätzlichen Möglichkeiten. Jeder Hersteller bietet daher seine eigenen Apps an, die sich dann in der Regel auch nur in Verbindung der Instrumente eigenen Fabrikats einsetzen lassen. Hier ein paar Beispiele…

1
Kawai Virtual Technician & mehr
Umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten für individuelle Piano-Sounds. Außerdem bietet Kawai Apps wie Touch Notation, Touch Metronom und Sound Museum.
Kawai Virtual Technician Produktbild
2
Roland Piano Partner - Klavier lernen und üben
Eine App voller Möglichkeiten – Lernfunktionen für verschiedene Schwierigkeitsgrade, integrierter Recorder, Rhythmus und Begleitung sowie Notation. Hier findest du mehr Infos über die Roland Piano-Partner-App.
Roland Piano Partner Produktbild
3
Yamaha Disklavier - Smart Home Piano
Bluetooth und akustisches Piano? Klar, auch das geht – mit Yamahas selbstspielenden Klavieren und Flügeln der Disklavier-Serie. Mit dem neuen Bluetooth-fähigen Disklavier Enspire bekommt Klavierspielen eine völlig neue Dimension.
Yamaha Disklavier Enspire Produktbild
4
E-Piano mit Bluetooth-MIDI nachrüsten: Quicco Sound mi.1
Mit dem kleinen Adapter Quicco Sound mi.1  lassen sich MIDI-Instrumente mit Bluetooth-MIDI nachrüsten. Voraussetzung zum Betrieb des cleveren Tools ist eine MIDI-Schnittstelle mit MIDI-In und -Out.
Quicco Sound mi.1 Produktbild

Was mit Bluetooth am Digitalpiano nicht geht

Bluetooth-Kopfhörer funktionieren nicht beim Klavierspielen an einem Digitalpiano? Ist ein drahtloser Kopfhörer bereits vorhanden, liegt diese Idee gewiss nicht fern. Den Kopfhörer ohne Kabelsalat am Digitalpiano abzulegen, erscheint auf jeden Fall als eine saubere Sache. Zu dumm nur, dass Bluetooth-Kopfhörer die Eigenschaft haben, die Audio-Ausgabe mit einer leichten Verzögerung (Latenz) zu übertragen. Die leicht verzögerte Tonausgabe hochwertiger Bluetooth-Kopfhörer mag manche spontan nicht stören, zumindest wirkt es aber beim Spielen irritierend. Grundsätzlich geeignet ist diese Anwendung eines Bluetooth-Kopfhörers nicht.

Tipps zu diesem Thema findest du im Ratgeber-Artikel „Kopfhörer für Digitalpiano“.

Musik drahtlos vom Digitalpiano an eine Stereoanlage übertragen? Auch hier macht leider die Systemlatenz einen Strich durch die Rechnung. Man könnte ja auf die Idee kommen, das Stereo-Signal der Audio-Ausgänge über einen Bluetooth Transceiver zu übertragen. Manche Geräte erlauben sogar die Verteilung auf mehrere Stereo-Empfänger. Für die Wiedergabe von Musik oder aufgenommenen Pianostücken mag das Sinn ergeben, solange der Ton vom Digitalpiano dabei abgeschaltet ist. Beim Spielen aber wird man einen Zeitversatz zwischen internem und externem Wiedergabesystem spüren.

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