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Test: Yamaha P-115 – Portable Piano

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Als mittleres Modell der P-Serie muss das Yamaha P-115 auch die Ansprüche fortgeschrittener Pianisten erfüllen. Das sollte den Hersteller vor keine allzu schwere Aufgabe stellen. Laut Preisempfehlung des Herstellers von knapp 700 Euro ist das Yamaha P-115 aber bei den meisten Händlern deutlich günstiger zu haben – ein starker Konkurrent unter den Digitalpianos um die 500 Euro…

+++Update – Nachfolgemodell: Yamaha P-125+++

Mit dem P-125 bekommt das beliebte P-115 einen mehr als würdigen Nachfolger. Das P-125 bietet nicht nur mehr Klänge, auch die Klangerzeugung bietet einen größeren Simulationsumfang mit Sympathetic Resonanzen und Key-Off-Effekt etc.

Hier den Testbericht zum Yamaha P-125 lesen.

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Auch unterwegs zu Hause

Bei einem Gewicht von 11,8 Kilo ist das P-115 beinahe genauso leicht und kompakt wie das Einsteigerpiano P-45. Doch die 300 Gramm Mehrgewicht und der Mehrwert durch zusätzliche Features lassen einander keineswegs aufwiegen. Die Polyfonie ist mit 192 Stimmen sehr hoch – insbesondere in der Preisklasse um 500 Euro. Das P-115 gibt es wahlweise in Schwarz oder Weiß. Für den optionalen passenden Ständer ist auch eine Dreier-Pedaleinheit zu haben, denn ein entsprechender Anschluss ist am Piano vorhanden. Die 88er „Graded Hammer Standard“-Tastatur ist die gleiche wie am kleinen Bruder.

Mehr Ausstattung für die Kür

Anders als im kleinen Bruder kommt beim P-115 eine neuere Generation von Samplesounds zum Einsatz: Pure CF Sound Engine. Bei 14 Klängen setzt das P-115 auf eine etwas andere Auswahl als das P-45 bei seinen zehn Sounds. Im Mittelpunkt stehen im Yamaha P-115 drei Akustikflügel-Varianten.

Der Flügel des Modells 115 hat im direkten Vergleich über eine externe Anlage tatsächlich etwas mehr dynamische Reserven und kann sogar recht wuchtig klingen. Neben der mittenbetonteren zweiten Variante gibt es einen dritten klavierartigen Sound. Die Sounds besitzen dank Stereo-Sampling ein schönes räumliches Image, welches sich mit den vier Hall-Programmen ergänzen lässt.

Die gradiert gewichtete Tastatur mit Hammermechanik und mattierten schwarzen Tasten spielt sich gemessen am Instrumentenpreis überdurchschnittlich gut, die Repetition gefällt. Drei Dynamikkurven sind einstellbar.

Audiowiedergabe mit gutem Sound

Zu den beiden 12-cm-Basislautsprechern gesellen sich am P-115 zwei 4-cm-Tweeter, wodurch die 2 x 7 Watt leistende Anlage vor allem räumlicher als die des P-45 klingt. Die Brillanz lässt sich in sieben Stufen regeln, außerdem ist eine „Sound Boost“-Funktion vorhanden. Wer den Sound des Portable Pianos zusätzlich verstärken möchte, findet einen Stereo-Line-Output, welcher auch für Recording-Zwecke genutzt werden kann. Zwei Kopfhörer lassen sich über Standardklinken andocken.

Ausgewählte Sounds

Über sieben doppelt belegte „Voice“-Buttons schaltet man durch die 14 Klänge. Neben DX-E-Piano, Fender Rhodes und Wurlitzer sowie Vibrafon und Cembalo umfasst die Auswahl der Zusatzsounds eine Kirchenorgel sowie je einen jazzigen und rockigen Hammond-B-3-Klang, außerdem recht natürliche Streicher sowie Kontra- und E-Bass.

Die Klangqualität ist befriedigend bis gut. Neben dem Übereinanderlegen zweier Sounds inklusive Volume-Balance (Dual-Mode) ist auch ein Split möglich, und dies mit einem beliebigen Klang links; das Sustain-Pedal lässt sich dabei aber nur mit dem Sound für die rechte Hand nutzen. An die Oktavlagen- und Splitpunkt-Wahl wurde gedacht.

Im „Duo“-Modus für vierhändige Anwendungen wird am Yamaha P-115 ein wählbarer Klang in jeweils gleicher Lage über zwei autonome Bereiche mit fixem Splitpunkt E3 gelegt. Bei Verwendung des optionalen Ständers mit Dreier-Pedal wird im Duo-Modus für alle Fußtaster die Haltefunktion aktiviert.

Fun and Function

Ein Metronom und ein Zwei-Spur-Recorder zählen zur Funktionsausstattung des P-115. Genau einen User-Song fasst der interne Speicher. Genauso, wie man die Stimmen für rechte und linke Hand getrennt aufzeichnen kann, lassen sich beide Stimmen bei 50 integrierten klassischen Klavierstücken getrennt voneinander abspielen, damit der Spieler die jeweils andere Stimme dazu spielen kann.

Spezialität sind zehn „Pianist-Styles“ – kleine Begleitarrangements, die sich harmonisch nach dem Spiel auf der Tastatur richten. Hinzu kommen 14 „Rhythms“ – Schlagzeug-Grooves, zu denen man jammen kann. Styles und Rhythms können zusammen mit dem eigenen Spiel aufgezeichnet werden.

Über USB-to-Host ist nicht nur die PC-Anbindung möglich, sondern beispielsweise auch ein iPad lässt sich anschließen. Das sorgt deshalb für zusätzlichen Nutzen, weil Yamaha über den App-Store das kleine Gratis-Programm „Digital Piano Controller“ anbietet. Auch P-115-Einstellungen lassen sich damit komfortabel über das iPad ausführen und sogar abspeichern. Am Piano selbst müssen nämlich für sehr viele Bedienschritte Tasten der Klaviatur als Bedienelemente herhalten – in dieser Preisklasse ist das üblich.

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Fazit

Beim P-115 hat Yamaha an alles gedacht, was zum Preis um 600 Euro möglich ist. Neben überzeugenden Flügelklängen und wertiger Tastatur ist mit dem zusätzlichen Soundangebot, Recorder- und Übungsfunktionen und der optional erhältlichen Ständer/Dreifachpedal-Kombi alles verfügbar, was man von einem Einsteigerpiano erwarten kann. Vom kleinen Bruder Yamaha P-45 hebt sich das in fast allen Bereichen besser ausgestattete Modell 115 dabei deutlich ab, was den Aufpreis mehr als rechtfertigt.

Yamaha P-115 – Übersicht

Erhältlich seit: 04.2015 (wird nicht mehr hergestellt)
Nachfolgemodell: Yamaha P-125
Tastatur: 88 Tasten, Graded Hammer Standard
Polyphonie: 192 Stimmen
Klangerzeugung: Sampling
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, Sustain-Pedal
Besonderheiten: Stereo-Line-Out, 50 Übungssongs, 10 Styles

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Henrik Bruns

Digitalpiano unter 1000 Euro · Portable Piano · Testberichte · Yamaha

Tests

4. März 2018

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