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Test: Native Instruments NOIRE – Piano-Library für NI Kontakt

  • NOIRE von Native Instruments ist eine Piano-Library für den Software-Sampler NI Kontakt 6 sowie Kontakt Player 6.
  • Aufgenommen wurde der Yamaha-Konzertflügel des deutschen Pianisten und Komponisten Nils Frahm.
  • Neben der originalgetreuen Nachbildung des Instruments eignet sich NI NOIRE auch als kreatives Sounddesign-Werkzeug und zur Ideenfindung.
Native Instruments Noire - Piano-Library für NI Kontakt Player

Beim Namen Nils Frahm denkt man sofort an minimalistische Neo-Klassik-Klänge verbunden mit Elementen aus dem Elektro- und Ambient-Bereich. Ebenso hat der Pianist und Komponist einen eigenen ganz speziellen Klavierklang geprägt. Diesen Klang haben Uli Baronowsky und seine Firma Galaxy Instruments in eine Piano-Library für NI Kontakt verwandelt: Native Instruments NOIRE.

Um Nils Frahms Flügel als Sample zu spielen, ist Native Instruments Software-Sampler Kontakt Player ab Version 6 erforderlich. Er ist kostenlos auf der Website von Native Instruments verfügbar. Die Vollversion von NI Kontakt ist also nicht erforderlich.

Mit Filz oder ohne?

NOIRE bietet zwei verschiedene Sample-Sets: “NOIRE Pure” ist der unverfälschte und direkte Klang des Yamaha CFX 9 Konzertflügels. Für das Sample-Set “NOIRE Felt” wurde der Flügel mit Filz zwischen Hämmer und Saiten präpariert. Das führt zu einem besonders weichen Klang mit weniger Attack, perfekt für lyrisches Klavierspiel.

Beide Sample-Sets klingen wunderbar warm und lassen sich extrem dynamisch spielen. Der Grundklang des Flügels ist tendenziell eher weich. Im Unterschied zu manch anderen Piano-Libraries heißt das jedoch nicht, dass nicht auch brillantere oder härtere Klänge möglich wären. Das beweisen Presets wie “Pop Grand” oder “Compressed”.

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Detail-Anpassungen im Piano-Tab

Beide Grundklänge von NOIRE lassen sich umfangreich bearbeiten. Hierzu bietet der Piano-Tab eine Menge Parameter, darunter die Lautstärke der Nebengeräusche, Resonanzen, Obertöne bis hin zur Lautstärke der tieferen Register. Sehr interessant ist der Subbass-Layer für besonders wuchtige Klaviersounds.

Die Einstellungen laden zum kreativen Experimentieren ein. Falls sich bei dem einen oder anderen Parameter Ratlosigkeit einstellt, muss man übrigens nur mit der Maus über das Bedienelement fahren und schon werden in der Info-Leiste sehr ausführliche Hilfetexte angezeigt – toll gelöst!

Making Of... Noire - Nils Frahm in seinem Studio

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Wie viel Felt darf’s denn sein?

Bei vielen Felt-Piano-Libraries stört mich, dass der „Filz“-Anteil und die Geräusche der Hammermechanik fest in den Piano-Samples eingebacken sind und sich nicht anpassen lassen. Oft hätte ich gerne etwas weniger davon. Bei NOIRE gibt es zwei Regler “Mechanics” und “Felt”, die eine Feinjustierung ermöglichen – ein dicker Plus-Punkt, denn dadurch lässt sich das Instrument noch flexibler nutzen.

Native Instruments Noire bietet zahlreiche Klangdetails
Die Standard-Ansicht von NOIRE ist nicht mit Einstell-Möglichkeiten überfrachtet. Ein ansprechend atmosphärisches Bild des gesampelten Flügels motiviert zum Spielen, während übersichtliche fünf Quick-Control-Knöpfe Zugriff auf die wichtigsten Einstellungen wie Color, Dynamic oder Tonal Shift gewähren.

NI Noire mit Partikelklang

Ein besonderes Feature, das vor allem zum Sounddesign und zur Ideenfindung gedacht ist: Die Particles-Engine. Sobald diese aktiviert ist, werden automatisch verschiedene pulsierende und schwebende Elemente erzeugt, die sich am eigenen Spiel orientieren. Man kann sich das wie einen fortgeschrittenen Arpeggiator vorstellen, der aber nicht einfach stumpfe Muster abspielt, sondern auf das Gespielte reagiert und mit verschiedenen Sounds arbeitet, die sich filigran einstellen lassen.

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Hier ist viel Potenzial für Experimente und eigene Kreationen. Bei rhythmischem Spiel gelang es im Test allerdings nicht immer, überzeugende Ergebnisse zu bekommen, da das Timing trotz “Sync to Host” nicht immer ganz auf den Punkt war. Hier ist also manchmal etwas Ausprobieren angesagt.

Native Instruments Noire - Particles Engine
Für die Particles-Engine stehen verschiedene Algorithmen wie “Around an Octave”, “Low Dark”, “High Sparkle” oder “Random Chaos” zur Verfügung. Außerdem lassen sich Dichte, Variation und Ausklang einstellen. Für die Sounds der Partikel, die sich aus tonalen und “Noise”-Elementen zusammensetzen, kann man verschiedene Samples und Spieltechniken wählen.

Viele Presets auf mehreren Ebenen

Für alle, die nicht viel herumschrauben, sondern einfach nur spielen wollen: Keine Panik! Native Instruments NOIRE kommt mit einer großen Auswahl an Presets, die viele verschiedene Klänge abdecken und vor allem zeigen, was mit der Particles-Engine so möglich ist. Dabei gibt es allein 26 Presets innerhalb der Particles-Engines und jeweils 50 Snapshots (komplette Piano-Presets) pro Sample-Set, die in “Grand Piano” (reiner Klavierklang) und “Particles” unterteilt sind. Wer möchte, kann also einfach die verschiedenen Presets anwählen und sich zu neuen Song-Ideen inspirieren lassen.

Nils Frahm live

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Kein Instrument ohne Effekte

Auch in der Disziplin Effekte enttäuscht NI NOIRE nicht. Im FX-Tab verbergen sich Standard-Werkzeuge wie EQ, Kompressor, ein Panorama-Tool sowie mehrere Kreativ-Effekte. Mit „Noise“ können zum Beispiel verschiedene Hintergrund-Atmos dazugefahren werden, neben dezentem Rauschen u.a. auch Stimmengewirr, Regen oder Vinyl-Knistern. Die Atmo „Pianist“ generiert zufälliges Knacken und andere Nebengeräusche, und zwar cleverweise nur dann, wenn man auch wirklich spielt. Was nach einer reinen Spielerei klingt, führt in der Praxis aber tatsächlich zu erstaunlichen Resultaten. Bei prasselndem Regen im Hintergrund spielt man einfach anders!

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Im Space-Tab finden wir schließlich noch Hall und Delay. Auch hier ist alles Wichtige dabei: Ein algorithmischer und ein Faltungs-Hall, mehrere digitale und analoge Delay-Simulationen, auch hier wieder mit vielen Einstell-Möglichkeiten. Einzig, dass man Hall und Delay nicht mit Hilfe der fünf Quick-Controls an- und ausschalten kann, finde ich ungünstig gelöst. Da beide Effekte standardmäßig ausgeschaltet sind, dreht man somit an Reverb und Delay herum und wundert sich, warum nichts passiert.

Fazit: Sampling-Piano und Sounddesign-Tool

Mit NI NOIRE ist Galaxy Instruments und Native Instruments ein tolles modernes Software-Piano mit einem ganz eigenen Spirit gelungen. Mit dem Pure- und dem Felt-Patch bekommt man zwei sehr unterschiedliche Piano-Sounds, die sowohl für Klassik, Pop, Filmmusik als auch für elektronische Richtungen sehr gut geeignet sind. Damit hängt Native Instruments NOIRE in Sachen Flexibilität einige Mitbewerber ab und beweist gleichzeitig, dass viele Einstell-Möglichkeiten nicht gleich unübersichtlich sein müssen. In Verbindung mit der Particles-Engine und der gelungenen Effekt-Sektion ist NOIRE nicht nur ein vorzüglich spielbares Sample-Piano, sondern außerdem ein tolles Sounddesign-Tool.

Native Instruments NOIRE – Übersicht 

Konzept: Sample-Library für NI Kontakt oder NI Kontakt Player ab Version 6.0.4
Umfang der Library: ca. 16 GB
Anzahl der Sounds: 2 (Noire Pure und Noire Felt)
Anzahl der Piano-Presets: 100 Snapshots
Hersteller: Native Instruments / Galaxy Instruments
Preis: 149,- EUR

Lukas Ruschitzka

Mit NI NOIRE ist Galaxy Instruments und Native Instruments ein tolles modernes Software-Piano mit einem ganz eigenen Spirit gelungen.

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Tests

6. Mai 2019

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