Test: Korg Module – Keyboard-Studio für iPhone und iPad

  • Korg Module ist ein virtuelles Soundmodul für iPhone und iPad, lauffähig ab iOS 9.3.
  • Korg Module bietet eine guten Grundstock an typischen Keyboard-Sounds, darunter auch E-Pianos und akustisches Klavier.
  • Wer die App hauptsächlich zum Pianospielen nutzen will, kann über In-App-Käufe sehr gute Piano-Sounds zusätzlich erwerben.
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(Foto: Jörg Sunderkötter)

Unterwegs Klavier spielen können – überall Musik machen: Eine zugegeben verlockende Idee, die mit Korg Module Realität werden kann. Die Soundmodul-App für iPhone und iPad enthält die ganze Welt der Keyboard-Sounds – auch E-Pianos und akustisches Klavier sind dabei. Ob Module als Piano-App taugt?

Wer vor allem an Piano-Sounds interessiert ist, greift am besten gleich zur etwas teureren Version von Korg Module.

Korg Module ist zunächst einmal ein reines Soundmodul und nicht – wie Korg Gadget – ein komplettes Musik-Tool mit vielen einzelnen Soundmodulen, die man parallel im Sequenzer kombinieren kann. Insofern ist Korg Module die richtige Wahl für alle, die nur eine App zum Spielen von Sounds suchen. 

Welche App-Version ist die richtige?

Bevor man die App im iTunes-Store kauft, sollte man wissen, dass Korg Module mindestens 1,4 GB freien Speicher braucht und in drei verschiedenen Versionen erhältlich ist: Zum Ausprobieren gibt es zunächst die kostenlose Lite-Version Korg Module LE. Dann muss man unterscheiden zwischen Korg Module Standard und Korg Module. 

Die Standard-Version kostet etwa 17,- Euro. Wer vor allem an Piano-Sounds interessiert ist, greift am besten gleich zur etwas teureren Version von Korg Module (ca. 21,99 Euro). Denn diese ermöglicht es, weitere Piano-Sounds über In-App-Käufe in Korg Module zu installieren.

Einen zusätzlichen Unterschied macht außerdem die iPad-Version von Korg Module, denn sie besitzt eine Player/Recorder-Funktion. Damit kann man zu Playbacks spielen und seine gesamte Performance aufnehmen, was die iPhone-Version nicht kann.

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Die iPad-Version von Korg Module bietet mehr Funktionen, z.B. auch einen Player/Recorder.

Viele Funktionen, einfache Handhabung

Korg Module erklärt sich sprichwörtlich von allein: Einfach ein MIDI-Keyboard ans iPhone anschließen, die App starten und schon kann’s losgehen. Die Bedienoberfläche ist übersichtlich gestaltet, über ein iPhone aber vielleicht etwas fummelig zu bedienen. Hier empfiehlt es sich, zur 2D-Darstellung umzuschalten, die die Bedienelemente etwas größer darstellen kann. Komfortabler ist ohne Zweifel ein iPad.

Korg Module über ein Masterkeyboard spielen

Wer Module als Piano-App nutzen möchte, sollte ein Masterkeyboard mit einer Hammermechanik-Tastatur an sein iPhone bzw. iPad anschließen. Damit fühlen sich die Piano-Sounds der App auch schon ganz anders an. Lob gibt es für die Möglichkeit, eine Dynamikkurve frei einzustellen, denn damit lässt sich das Dynamikverhalten von Korg Module an praktisch jede MIDI-Tastatur anpassen.

Um iOS-Geräte mit einem Masterkeyboard oder Digitalpiano zu verbinden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Instrumente mit USB-MIDI lassen sich über das Camera Connection Kit von Apple anschließen. Aber es gibt auch Adapter, die die drahtlose Verbindung über Bluetooth-MIDI erlauben. Korg Module kann mit beiden Verbindungen etwas anfangen. Mehr Infos über die Anschlussmöglichkeiten von Masterkeyboard und iOS-Geräten erfährst du im Artikel „Unterwegs Klavier spielen“.

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Zwar keine Piano-Tastatur, aber eine clevere Lösung, um unterwegs Klavier spielen zu können: Korg Module mit Korg microKEY Air

Meine kleine Welt der Keyboard-Sounds

Die Sounds werden optisch ansprechend dargestellt und übersichtlich in Kategorien sortiert: A. Piano, E.Piano, Organ, Clav, Strings, Brass, Synth – Wahnsinn: Die ganze Welt der Keyboard-Sounds in meinem Telefon!

Neben der individuell – und mit Liebe zum Detail – gestalteten Oberfläche bietet jedes Instrument spezifische Parameter, um den Sound nach Geschmack zu variieren. Beim Akustik-Piano etwa kann man den Anteil der Damper Resonance stufenlos regeln, während man beim E-Piano die mechanischen Nebengeräusche und einen Tremolo-Effekt einstellen kann.

Gute Sounds, die Spaß machen!

Respekt – für eine App klingt das alles richtig ordentlich – aber das wäre bei einem Hersteller wie Korg auch gar nicht anders zu erwarten. Schließlich schöpft man hier aus einem über Jahrzehnte hinweg optimierten Sound-Archiv der beliebten Workstation-Serien.

Das Akustik-Piano klingt brillant und hat ein schönes Stereo-Image. Den Sound findet man in den Presets gleich in verschiedenen Varianten vor, mal rockig mit spritzigem Attack, mal sanft, mal perkussiv-drahtig. Die Kategorie „E-Piano“ enthält die Geschmacksrichtungen Rhodes und FM-Piano. Auch diese Piano-Sounds stehen in vielen Varianten zur Wahl und bieten alles, was man in Rock, Pop, Jazz, Soul oder Funk braucht. 

Als Vintage-Sound kann auch das Clavinet begeistern. Dieser Funky-Sound ist sogar mit verschiedenen Pickup-Einstellungen präsent. Die weiteren Sound-Kategorien enthalten schön smoothe Vintage-Orgeln, Strings und Pads sowie jede Menge Synthi-Sounds – zu schade, dass man keine Layer-Sounds in Module erstellen kann.

Sound-Erweiterungen als In-App-Käufe

Das Installieren weiterer Sounds wird aus der App heraus über den iTunes-Store abgewickelt. Eine schnelle Internet-Verbindung vorausgesetzt, geht das komfortabel und zügig von statten. Wer unter den E-Pianos ein Wurlitzer vermisst, kann mit dem Wurli aus dem App-Store für knappe 11 Euro nachlegen. Ebenso gibt es hier weitere Sound-Collections aus den Korg Workstations. 

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Per In-App-Kauf lässt sich Korg Module mit vielen guten Sound-Sets erweitern. (Foto: Jörg Sunderkötter)

Aber auch Drittanbieter findet man im App-Store: So findet man z.B. Sound-Sets von KA Pro. Bei Pianisten dürfte die Aufmerksamkeit schlagartig ansteigen, sobald der Name Synthogy Ivory auftaucht. Beim Laden der Inhalte für das das Synthogy Ivory Mobile Grand gehen dann auch 2 GB durchs Netz. Das dauert unter Umständen etwas länger, aber das Warten wird mit einem tollen Piano-Sound belohnt. Wer auch die E-Pianos verbessern möchte, sollte sich das Scarbee Classic EP-88M einmal näher anschauen.

Fazit: Mit Synthogy Ivory Mobile Grand erweitern!

Unterwegs Klavier spielen – das geht sogar mit dem Telefon. Aber taugt Korg Module ernsthaft als Piano-App? Jein! Wer Module zum Klavierüben nutzen möchte, wird ein Metronom vermissen. Die internen Piano-Sounds von Module können technisch gesehen mit aktuellen Digitalpianos nicht ganz mithalten – selbst in der aktuellen unteren Preisklasse gibt es Piano-Sounds auf technisch höherem Niveau.

Insgesamt aber muss man die gebotene Qualität anerkennen. Wer mit iPhone und iPad unterwegs Klavier spielen will, wird derzeit kaum eine flexiblere Lösung finden. Mit dieser Einschätzung muss man aber auf die zusätzlich per In-App-Kauf angebotenen Sounds verweisen. So lässt sich mit Synthogy Ivory Mobile Grand ein detailreich gesampelter Steinway-Flügel installieren.

Korg Module – Überblick

Erhältlich seit: 11.2014
Konzept: Soundmodul-App für iOS / App-Store
Systemanforderungen: ab iOS 9.3, 1,4 GB Speicher
Hersteller: Korg Inc.

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