Test: Korg Grandstage - Premium Stagepiano

Test: Korg Grandstage – Premium Stagepiano

  • Das Korg Grandstage profitiert von der High-End-Technologie der Top-Workstation Korg Kronos. In Klangqualität, Vielseitigkeit und Auswahl der Sounds ein Stagepiano der Spitzenklasse.
  • Exzellente Sounds und cooles Design – außerdem setzt das Korg Grandstage mit einfachster Handhabung ein Statement unter den Stagepianos der Oberklasse.
  • Im Lieferumfang enthalten sind ein Notenhalter, ein stabiles Sustain-Pedal sowie ein aufwendiger Keyboardständer in chromblitzender Optik.
Korg Grandstage mit Keyboardstativ
Das Korg Grandstage wird inklusive eines hochwertigen Keyboard-Stativ geliefert (Bildquelle: Korg)

Korg Kronos als Stagepiano? Ja und nein: Die Klangerzeugung des Korg Grandstage stammt zwar aus Korgs renommierter Top-Workstation, Design und Bedienkonzept aber sind für ambitionierte Bühnenpianisten zugeschnitten: Hightech unter der Haube, einfachste Handhabung, maximales Piano-Vergnügen.

…im Grunde ist das Konzept des Grandstage sehr simpel: Tolles Spielgefühl und Sound, Sound, Sound!

Korg Kronos ist die wohl flexibelste und leistungsstärkste Kombination aus Workstation und Synthesizer. Das Instrument besitzt unterschiedliche Sound-Engines, die auf bestimmte Sounds spezialisiert sind, wie z.B. Analog-Synthesizer, Physical-Modeling, Wave-Sequencing etc. Aber es gibt auch Module, die für die authentische Wiedergabe von Akustik- und E-Pianos sorgen. Moderne Streaming-Technik (SSD) ermöglichst es, riesige Speichermengen zu verwalten. Das macht letztendlich auch die Kronos Workstation zu einem Stagepiano der Extraklasse. Mit eben Piano-Sounds, deren Detailreichtum selbst aufwendigen Piano-VSTs ebenbürtig ist. Wer aber einfach Piano spielen möchte ohne den ganzen Edit-Wahnsinn einer Top-Workstation, greift zum Korg Grandstage.

Korg Kronos Workstation mit 88 Tasten
Korg Kronos - die Top-Workstation gibt es neben der 61er Keyboard-Version wahlweise mit 88er oder 73er Hammermechanik-Tastatur. Von der flexiblen Klangerzeugung des Kronos profitiert auch das Grandstage. (Bildquelle: Korg)

Von der leistungsstarken Kronos-Technik profitiert das Korg Grandstage gleich mehrfach: Es beinhaltet sieben unterschiedliche Sound-Engines. Im Grunde aber ist das Konzept des Korg Grandstage sehr simpel: Tolles Spielgefühl und Sound, Sound, Sound! Und dafür besitzt das Grandstage die zwei Sound-Sektionen „Ensemble“ und „Keyboards“, die sich als Split- bzw. Layer-Sounds kombinieren lassen.

Wertige Optik, großer Lieferumfang 

Im Gegensatz zum kultigen Vintage-Piano Korg SV-1 betont das Design des Grandstage einen eher seriösen Look. Das dunkel gemaserte Finish und die Seitenteile in Klavierlack-Optik sind wirklich sehr schick – da wird selbst Richard Clayderman neidisch. Das edle Äußere macht das Instrument zwar etwas anfälliger für Kratzer, aber so passt es eben auch gut ins Wohnzimmer. Genau das richtige also für Alle, die eigentlich ein Digitalpiano für daheim suchen, aber einen modernen Look bevorzugen.

Beim Korg Grandstage kann man wählen zwischen einer 88- und einer 73-Tasten-Version. Mit einem Preis deutlich oberhalb von 2000,- Euro melden beide Modelle klar Ansprüche auf das Premium-Segment an und sind dafür bestens gerüstet.

Tastatur für gehobene Ansprüche

Die straffe RH3 Hammermechanik-Tastatur dürfte Keyboardern und Klavierspielern auf Anhieb gefallen. Wer weniger Fingerkraft aufwenden will, kann das Anschlagverhalten mit neun verschiedenen Einstellungen differenziert abstufen. Der Druckpunkt der Tasten ist aber nicht ganz so konkret spürbar wie bei manchen Modellen von Kawai oder Roland. Eine Elfenbeinimitation auf der Tastenoberfläche gibt es bei Korg Pianos nicht.

Einen Unterschied macht die Tastatur auch im Tastenhub – der Richtwert von 10 Millimetern stammt zwar vom akustischen Klavier, hat aber auch bei einem Digitalpiano durchaus Gültigkeit. Dass der Tastenhub mit etwa acht Millimeter kleiner ausfällt als gewohnt, mögen klassisch orientierte Pianisten und Pianistinnen bemängeln. Wer komplette Live-Gigs am Piano rockt, darf sich bedanken. Denn das Korg Grandstage spielt sich angenehm leicht, dabei aber griffig und direkt. Besonders positiv fällt mir dieses Spielverhalten bei den wirklich amtlichen Rhodes-Sounds des Grandstage auf.

Variantenreiche Flügelklänge im Korg Grandstage

Bemerkenswert ist die große Auswahl verschiedener Flügelklänge im Korg Grandstage. Die sechs Basismodelle bilden sehr überzeugend die Klangeigenschaften unterschiedlicher Flügelmarken wie Steinway, Bechstein, Fazioli und Yamaha ab. Dazu trägt auch das detaillierte Sampling in 12 Dynamikstufen bei. Im Band-Kontext können sich die zwei Upright-Pianos sehr gut durchsetzen, insbesondere als Mono-Varianten und durch Bearbeitung mit dem Kompressor-Effekt.

korg-grandstage-logo
Ziemlich schick: Das leuchtende Korg-Logo betont den smarten Look des Grandstage. (Bildquelle: Korg)

E-Pianos, Vintage Keyboards und mehr

Die EP-1 Engine des Korg Grandstage liefert hochwertige Vintage E-Pianos inklusive typischer Effekte, die schon passend vorprogrammiert sind. Als Vintage Keyboards sind die E-Piano-Klassiker Fender Rhodes und Wurlitzer mit hervorragenden Sounds vertreten. Das Clavinet kann sogar mit unterschiedlichen Pickup-Stellungen voll überzeugen.

Als weitere Tasteninstrumente findet man reichlich Orgel-Material: Von der Kirchenorgel bis zu elektronischen Orgel-Sounds von Hammond, Vox und Farfisa. Darüber hinaus ist die Ensemble-Sektion prall gefüllt mit insgesamt 330 Sounds in bester Kronos-Qualität, darunter nicht nur akustische und Synthesizer-Streicher, Bässe und Bläser, sondern sogar auch lupenreine Synth-Sounds für Bässe, Flächen und Leads.

Spielfertige Presets

Nicht nur die Klänge sind sofort einsatzfertig, auch die den Pitchbend- und Modulation-Wheels zugewiesenen Controller sind schon perfekt eingerichtet, um die Ausdrucksmöglichkeiten der Sounds auf typische Weise zu erweitern. Sie übernehmen mal die Steuerung des Rotary-Effekts bei Orgelsounds, bei E-Pianos lässt sich der Tremolo-Effekt anpassen, und bei Pads kann man dynamisch das Filter-Cutoff beeinflussen. Alles sehr musikalisch und praxisorientiert: Spielfreude trifft Klanggenuss bei hohem Bedienkomfort.

Presets editieren

Eine jeweils sinnvoll fokussierte Auswahl von Klangparametern eröffnet weitere klangliche Gestaltungsmöglichkeiten. Besonders wichtig dabei natürlich die virtuellen Saitenresonanzen der Akustikpianos, wobei auch typische Nebengeräusche wie Fall-back Noise und Damper Noise berücksichtigt werden. Wichtig für den Live-Einsatz: Auf Wunsch lassen sich diese Simulationsdetails abschalten.

Für die Synthesizer-Sounds findet man außerdem Filtereinstellungen oder etwa den Distortion-Effekt bei den Orgelsounds. Der Verzicht auf weitreichende Edit-Funktionen schärft den Blick auf das Wesentliche. Dennoch ist das alles in den Möglichkeiten doch sehr eingeschränkt: Die Einschwingzeit (Attack) von Pad-Sounds, individuelle Anpassung der Anschlagdynamik bei Layer-Sounds, Transposition – diese Parameter gibt’s nicht. Ebenso ist es nicht möglich, die Insert-Effekte den Sounds frei zuzuordnen. Möchte man z.B. einen Wah-Effekt über ein Expression-Pedal dynamisch steuern, dann muss man sich ein entsprechendes Preset suchen, wo das so vorprogrammiert ist.

Für die Live-Performance gemacht

Zum Anschluss an Verstärker gibt es die üblichen Klinke-Buchsen. Auf größeren Bühnen überaus nützlich sind die XLR-Ausgänge mit integriertem DI-Übertrager. Mit dem Dreiband-Equalizer lässt sich der Klang unkompliziert und effektiv und spontan abstimmen. Controller-Pedale beliebiger Hersteller lassen sich anschließen, um frei wählbare Klang- oder Effektveränderungen zu steuern. Ausgeprägte Masterkeyboard-Funktionen bietet das Grandstage nicht.

Auf der Bühne wird man auch die Beleuchtung der Bedienelemente schätzen. Jedes wichtige Poti besitzt einen roten LED-Kranz. So hat man die Situation des Instruments so immer gut im Blick. Das beleuchtete Logo auf der Rückseite des Gehäuses ist vielleicht nicht vordergründig wichtig, aber das Piano macht aus Perspektive des Publikums betrachtet so natürlich mehr her.

Fazit: Ultimative Auswahl an Piano-Sounds

Das Korg Grandstage ist ein Stagepiano der Spitzenklasse. Es sieht edel aus und klingt ausgezeichnet. Herausragend ist der Variantenreichtum an charakterstarken Flügel-Sounds, auch die Auswahl an Vintage-Pianos ist vielseitig und sehr hochwertig. Die Tastatur kann im direkten Vergleich zu Spitzenmodellen von Roland oder Kawai nicht ganz mithalten, sie vermittelt aber ein griffiges und direktes Spielgefühl.

Das Grandstage punktet weniger mit zahlreichen Edit-Features, umso mehr steht eine einfache Handhabung im Vordergrund. Ebenso sind die Sounds vom Allerfeinsten auf Basis der Kronos Workstation – daran kann keiner der Mitbewerber ticken. Dass ein Stativ im Lieferumfang enthalten ist, mag man grundsätzlich positiv bewerten. Aber bei dem Design des Stativs ist man doch arg festgelegt. Auch zugunsten eines niedrigeren Preises hätte ich darauf gern verzichtet.

korg-grandstage-produktbild

Korg Grandstage – Überblick

Erhältlich seit: 08.2017
Konzept: Stagepiano mit 73er, bzw. 88er RH3 Hammermechanik-Tastatur
Klangerzeugung: 7 Sound-Engines aus dem Korg Kronos mit insgesamt 500 Sounds, 64 Programmspeicher davon 32 Presets.
Besonderheiten: eingebaute DI-Boxen (symmetrische XLR-Ausgänge), hochwertiger  Keyboardständer im Lieferumfang, OLED-Displays für beide Keyboard-Zonen
Hersteller: Korg

Korg Grandstage im Video-Demo

Der Keyboarder und Pianist Sevan Gökoglu spielt die Sounds des Korg Grandstage an.  Sevan kennt man unter anderem durch seine Arbeit als Keyboarder bei z.B. Xavier Naidoo oder Max Mutzke – muss man gesehen und gehört haben.

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