Test: Roland FP-30 – Portable Piano

  • Das Roland FP-30 überzeugt mit einer Hammermechanik-Tastatur, vielen guten Sounds und einem modernen Feature-Set.
  • Mit dem Stativ KSC-70 sowie der Pedaleinheit KPD-70 lässt sich das Roland FP-30 optional zum Homepiano aufrüsten.
  • Dank Bluetooth-MIDI ist die Verbindung mit Smartphones und Tablets komfortabel gelöst.
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Bildquelle: Roland

Klassische Digitalpianos im kompakten Design –  so könnte das Erfolgsrezept der Roland FP-Serie lauten: Tatsächlich handelt es sich dabei um flexible Portable Pianos für daheim und unterwegs. Wie bei allen Instrumenten der Einsteigerklasse ist auch beim kleinsten Modell FP-30 die Frage spannend, wie viel Leistung man für sein Geld bekommt. Das Roland FP-30 überrascht dabei mit zum Teil sogar konkurrenzlosen Features.

Schlankes Design, praktische und zeitgemäße Features

Ein reduziertes, aber stabiles Kunststoffgehäuse und ein kleines Set an Bedienelementen bestimmen das Äußere. Beleuchtete Taster für Sounds und Funktionen vermitteln einen gewissen Komfort. Weniger schön aber: Die Lautstärke wird ebenfalls über Tipptaster eingestellt – ein einfacher Regler wäre dafür besser geeignet.

Apropos Lautstärke: Das integrierte Lautsprechersystem erzeugt einen ausgewogenen und klaren Sound, kann aber nicht die Bässe liefern, die eigentlich in dem Piano-Sound stecken. Für Portable Pianos dieser Baugröße ist das normal, über gute Kopfhörer gespielt klingt das FP-30 deutlich hochwertiger und wuchtiger als der Sound über die eingebauten Speaker. Wer zur Verstärkung ein externes Lautsprechersystem nutzen möchte, muss aufgrund fehlender Audio-Ausgänge den Kopfhörer-Ausgang nutzen.

Wie bei allen Portable Pianos dieser Preisklasse wird zur Handhabung von Funktionen die Tastatur als Eingabemedium genutzt. Man sollte daher das Handbuch griffbereit haben – oder man nutzt eben die optionale App „Piano Partner 2“ für iOS- und Android-Geräte, welche dank Bluetooth-Funktion drahtlos mit dem Piano kommuniziert. Einstellungen wie Split und Layer, Sounds anwählen etc. – alles das geht mit der App wesentlich besser von der Hand.

Mit der PHA-4-Standard-Klaviatur ist das FP-30 baugleich mit dem größeren Modell FP-60.

Hochwertige Tastatur mit Hammermechanik und Ivory-Feel

Mit der PHA-4-Standard-Klaviatur ist das FP-30 baugleich mit dem größeren Modell FP-60, welches mehr als doppelt so teurer ist: 88 Tasten, Hammermechanik, Druckpunktsimulation und Ivory-Feel-Oberfläche – alles Ausstattungsmerkmale einer hochwertigen Tastatur. Beim anschlagdynamischen Spiel verspürt man ein angenehmes Gegengewicht der Tasten, was eine gute Kontrolle der Anschlagdynamik erlaubt. Der Tastenweg lässt sich gut kontrollieren, kein Nachprellen oder Klappern beim Loslassen der Tasten. In der 500-Euro-Klasse absolut Spitze!

Gute Piano-Sounds und mehr…

Die Klangqualität der insgesamt 35 Sounds ist gut, wobei jedoch die Akustikpianos ganz klar im Vordergrund stehen. Hier werden sogar Klangdetails wie Saiten- und Dämpfer-Resonanzen sowie Key-Off-Effekt geboten. Bei den weiteren Sounds fällt der Klangrealismus nicht so detailreich aus, aber in Verbindung mit der Split-/Dual-Funktion machen diese Sounds ihren Job.

Ein ausgewogener Flügelklang – brillant und warm zugleich – produziert ein schönes Stereobild. Auch das Spielverhalten gefällt, denn der Sound besitzt ausreichend Reserven für dynamische Akzente. Sechs verschiedene Akustikpiano-Sounds stehen zur Wahl, darunter zwei Harpsichord- und ein Ragtime-Piano-Sound. Hinzukommen drei E-Pianos, Clavinet, Vibraphone & Co sowie 22 zusätzliche Sounds, darunter z.B. Fingered Bass, Nylon Guitar, Choir und Strings.

Viel Ausstattung für kleines Geld

Dank Bluetooth lässt sich das Roland FP-30 drahtlos mit einem Tablet oder Smartphone verbinden. Audio-Streaming wird hier zwar nicht unterstützt, wohl aber Bluetooth-MIDI. So ist es möglich, das FP-30 wireless mit einem Sequenzer zu verbinden. Wer einen Tablet-Computer hat, sollte unbedingt die kostenlose Roland App „Piano Partner 2“ ausprobieren. Eine Option, die eindeutig Vorteile bietet: Darüber lassen sich nicht nur sämtliche Funktionen des FP-30 komfortabel handhaben – „Piano Partner 2“ bietet außerdem eine Menge Möglichkeiten (Notation, Rhythmen, Recorder etc.), die beim Klavierlernen und Üben sehr nützlich sein können.

Stagepiano und Homepiano

Auch bei den anzuschließenden Controllern hat das FP-30 noch ein Goodie: Neben dem mitgelieferten Sustain-Pedal kann auch die 3fache Pedaleinheit KPD-70 des optional erhältlichen Stativs angeschlossen werden. Setzt man das FP-30 als Stagepiano ein, kommt das Sustain-Pedal ins Gepäck, zuhause verwandelt sich das Portable Piano in ein Homepiano mit klassisch drei Pedalen. Von praktischem Nutzen sind diese außerdem, um in der „Piano Partner“-App die Page-Turn-Funktion in der Notendarstellung zu steuern. Ist diese Option weniger wichtig, kann man als Zubehör auch das Stativ KSC-70 ohne die Pedaleinheit zukaufen.

Fazit: Einsteiger-Digitalpiano mit viel Ausstattung

Das Roland FP-30 überzeugt bei den klassischen Ausstattungsmerkmalen Tastatur und Klang sowie mit einem modernen Feature-Set. Mit Bluetooth-MIDI, welches die Verbindung mit den vielseitigen Funktionen der „Piano Partner“-App ermöglicht, bietet das Roland FP-30 viel Leistung fürs Geld. Im Vergleich zu günstigeren Portable Pianos sticht die Qualität der Tastatur, welche identisch ist mit dem teureren Modell Roland FP-60. Mit dem Roland FP-30 zu spielen macht richtig Spaß!

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Roland FP-30 – Übersicht

Erhältlich seit: 02.2016
Tastatur: 88 Tasten, PHA-IV Action mit Ivory Feel
Polyphonie: 128 Stimmen
Klangerzeugung: Supernatural Piano
Lieferumfang: Netzteil, Sustainpedal, Notenhalter
Zubehör (optional): Stativ mit integr. 3-fach-Pedal
Gehäusevarianten: schwarz, weiß
Besonderheiten: Bluetooth-MIDI, komfortable Bedienung mit Piano-Partner-App
Hersteller/Vertrieb: Roland

Roland FP-30 in der Testreihe "Digitalpiano für Anfänger"

Das Roland FP-30 live: Tom Crouch & Band

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