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Test: Orchestral Tools Layers – Software-Instrument

  • Orchestral Tools Layers ist das ideale Software-Instrument, um einfach und schnell Orchester-Arrangements zum Mitspielen zu erstellen. Das VST/AU-Instrument ist kostenlos!
  • Als Klangfarben stehen Streicher, Holzbläser, Blechbläser oder volles Orchester in verschiedenen Spieltechniken zur Auswahl.
  • Das Instrument basiert auf dem kostenlosen SINE Player, verfügbar im VST- oder AU-Format.
Orchestral Tools Layers - VST/AU Instrument
(Bildquelle: Orchestral Tools)

Hochwertig aufgenommene Orchester-Harmonien auf Tastendruck – das ist das Konzept des kostenlosen Sample-Instruments Orchestral Tools Layers. Man muss ja nicht gleich das ganze Orchester haben, nur um ein paar schöne Harmonien zum Mitspielen zu haben. Nach dem Motto möchte Layers den Weg zu professionell klingenden Orchester-Arrangements einfach machen.

Im Gegensatz zu großen Orchester-Libraries, die sich durch eine große Auswahl an Instrumenten und Spielweisen auszeichnen, zählt Layers eher zu den Spezialisten unter den Sample-Libraries: Sie decken nur einen ganz speziellen Teil ab, den dafür in bemerkenswerter Qualität. 

So bietet Orchestral Tools Layers anstatt vollständig spielbarer Instrumenten ausschließlich bereits fertig orchestrierte Akkorde sowie Basstöne in verschiedenen Klangfarben. Was sich erstmal nach einer Einschränkung anhört, entpuppt sich dennoch als erstaunlich flexibles Instrument. Aber der Reihe nach.

Akkorde und Umkehrungen

Drei Akkordtypen bietet Layers an: Dur, moll und sus4. Das hört sich erstmal nicht nach besonders viel an, deckt aber zweifellos die wichtigsten Harmonien ab, egal ob für Filmmusik oder aktuelle Pop-Musik. Allein mit diesen drei Akkordtypen lassen sich problemlos sowohl modale Akkordfolgen als auch klassische Kadenzen spielen.

Der Clou an Layers ist, dass jeder Akkord in sechs verschiedenen Umkehrungen aufgenommen wurde. Bei jeder Umkehrung ist der oberste Ton ein anderer Akkordton. Das ermöglicht also beliebige Stimmführungen. Gegenüber anderen vergleichbaren Tools, die nur eine einzige Umkehrung pro Akkord anbieten, ist das ein immenser Vorteil!

Doch es geht noch weiter: Für das klangliche Fundament bietet Layers neben den Akkorden auch Basstöne. Diese sind nicht in den gesampelten Akkorde enthalten, sondern sind als separate Presets verfügbar. 

Der Vorteil: Zu jedem Akkord kann man einen beliebigen Basston spielen, der nicht zwangsläufig auch der Grundton des Akkords sein muss. Das heißt, dass man damit eine Menge weiterer Akkorde “zusammenbauen” kann, wenn man für die Akkorde andere Basstöne verwendet. Zum Beispiel lässt sich so ein Fmaj7-Akkord spielen, indem man einen A-moll-Akkord mit dem Basston F spielt.

Volles Orchester, Streicher, Holz oder Blech

Alle Akkorde und Basstöne gibt es in mehreren Klangfarben und Spielweisen. So kann man sich bei der Klangfarbe zwischen Streichern, Holzbläsern, Blechbläsern entscheiden, oder man wählt das “Full Orchestra”-Preset und erhält alle Sektionen im Zusammenspiel. Damit lassen sich Arrangements abwechslungsreich gestalten, indem man die verschiedenen Instrumentengruppen im Wechsel oder zusammenspielen lässt.

Weiterhin wird jeder Akkord in den beiden Artikulationen “Sustain” und “Staccato” angeboten, also länger klingend (“Sustain”) oder kurz und perkussiv (“Staccato”). Ob flächige Backings für einen Popsongs oder Staccato-Akkorde für eine Action-Sequenz einer Filmszene – Layers lässt sich sehr flexibel einsetzen. Die Sustain-Artikulation bietet hierbei mehrere Dynamik-Layers, zwischen denen man mit dem Modulationsrad überblenden kann. So kann man die Streicher, Bläser oder das volle Orchester jederzeit von piano bis forte nahtlos wechseln lassen.

Besonders eindrucksvoll ist der “Full Orchestra”-Klang. Episch und erhaben klingt er im lautesten Register, sanft und wunderbar für Begleitungen geeignet in den leiseren Dynamikstufen. Am flexibelsten sind meines Erachtens die Streicher, denn sie lassen sich am besten mit anderen Klängen kombinieren und in verschiedenen Stilen einsetzen.

Zwei Mikrofonpositionen

Auch der Tontechniker kommt bei diesem kostenlosen Instrument nicht zu kurz: Die Sounds für Orchestral Tools Layers wurden in zwei verschiedenen Mikrofonpositionen aufgenommen: Eine intimere und eine etwas räumlichere. Beide Signale lassen sich im integrierten Mixer in der Lautstärke regeln, im Stereo-Panorama anordnen oder sogar auf verschiedenen Kanälen an die DAW senden, um so beide Signale einzeln bearbeiten zu können.

Der SINE Player für Orchestral Tools Layers

Um Layers verwenden zu können, muss der von Orchestral Tools kürzlich vorgestellte SINE Player installiert werden. Belohnt wird man mit einer übersichtlichen und schlichten Oberfläche, die aber genügend Möglichkeiten bietet, die Presets an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Beim Ansteuern der verschiedenen Akkorde und Spieltechniken gibt es mehrere Varianten: So können die einzelnen Presets (Dur, moll, Streicher, Bläser usw.) wahlweise über Keyswitches, MIDI-CCs oder Programmwechsel-Befehle umgeschaltet werden. Alternativ kann man auch jedes Preset auf einen eigenen MIDI-Kanal legen, um z.B. die verschiedenen Akkorde oder Spielweisen in der DAW von verschiedenen Spuren aus anzusteuern und auf Wunsch auch gleichzeitig zu spielen. Toll gelöst: Der SINE Player bietet eine sehr komfortable “Remap”-Funktion an, die alle gewünschten Presets automatisch anordnet und Keyswitches und MIDI-Kanäle automatisch einstellt.

Orchestral Tools Layers & SINE Player
Der kostenlose SINE Player ist Voraussetzung für Orchestral Tools Layers. Der Sample-Player wird auch auch für andere Libraries von Orchestral Tools genutzt und zeigt sich übersichtlich und funktional im Design.

Fazit: Orchester-Sound schnell selber gemacht

Es ist wirklich erstaunlich, welchen Funktionsumfang Orchestral Tools in das kostenlose Instrument hineingepackt hat. Wer für seine Musikproduktion oder als Inspirationsquelle zum Komponieren kein akribisches Orchester-Arrangement benötigt, sondern vor allem ein paar orchestrale Harmonien, für den bietet sich Layers als sehr flexibles und gutklingendes Instrument an.

Die scheinbar kleine Auswahl an Akkorden lässt sich durch zusätzliche Basstöne, sei es aus Layers selbst oder von anderen Instrumenten, einfach erweitern. Ob für Komponisten, Produzenten oder Pianisten mit Affinität für Orchesterklänge: Dieses Instrument sollte auf keiner Festplatte fehlen!

Orchestral Tools Layers – Übersicht

Umfang der Library: 17 GB (10 GB Speicherbedarf dank Komprimierung)
Formate: Windows, MacOS, VST und AU
Systemvoraussetzungen: Orchestral Tools SINE Player kostenlos)
Mac OS 10.13, i5, 4 GB RAM (16 GB RAM empfohlen)
Windows 10, Intel Core i5 oder vergleichbar (Windows 7 nicht offiziell unterstützt)
Preis: kostenlos
Hersteller/Vertrieb: Orchestral Tools

Lukas Ruschitzka

Orchester · Software-Instrument · VST

Tests

27. Mai 2020

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