Test: Kawai MP7 SE – Stagepiano

  • Gutes wird noch besser! Das Nachfolgemodell des beliebten Kawai MP7 erfährt einige Verbesserungen durch neue Flügel-Sounds und die neu entwickelte RH3-Tastatur.
  • Das Gehäuse des Kawai MP7SE orientiert sich am klassischen Piano-Design und verleiht dem top verarbeiteten Stagepiano einen professionellen Look.
  • Als kleines Stagepiano der MP-Serie überzeugt das Kawai MP7SE mit hochwertigen und detailreichen Sounds sowie umfangreichen Masterkeyboard-Funktionen und Programmierbarkeit.
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(Bildquelle: Kawai)

Die Kawai Stagepianos sind eine feste Größe im Segment der Oberklasse-Stagepianos. Das neue Doppelpack aus MP11 SE und MP7 SE führt diese Tradition mit gewohnt guter Tastatur und neuen hochklassigen Piano-Sounds fort. Das Kawai MP7 SE kann zusätzlich noch mit tollen Orgelsounds punkten.

Dynamischer Auftritt

Das Kawai MP7 SE sieht deutlich schicker aus als das Vorgängermodell Kawai MP7. Es ist nun komplett schwarz lackiert, auch die neuen Seitenelemente geben dem Instrument optisch mehr Pfiff. Der etwas futuristische Look mit geschwungenen Seitenteilen weicht einem eher klassischen Piano-Design – im Ganzen wirkt das doch viel professioneller. 

Mit 22.5 kg lässt sich das Stagepiano noch gut alleine transportieren, sehr empfehlenswert ist ein stabiles Case mit Rollen wie Kawai es auch als Zubehör anbietet. Neu ist auch der Anschluss für das Dreifach-Fußpedal GFP-3, das mit Half-Damper-Funktion optischen Sensoren ausgestattet ist. Pianospezialisten sollten auf diesen Luxus nicht verzichten.

Gelungene Hammermechanik-Simulation

Die 88er RH3-Tastatur bildet sehr gelungen das Anschlagverhalten einer echten Hammermechanik nach. Die Konstruktion kommt völlig ohne Zugfedern aus und verwendet unterschiedlich gewichtete Hämmer. 

Die Tastatur des Kawai MP7 SE ist nicht ganz vergleichbar mit den echten Holztasten eines akustischen Flügels oder des MP11 SE. Aber das Spielgefühl ist wirklich sehr komfortabel. Die Tastatur spielt sich straff und exakt. Und die Oberfläche bietet mit der Elfenbein-Imitation ein authentisches Anfassgefühl samt konkretem Druckpunkt. Die drei Sensoren sorgen dabei für eine exzellente Kontrolle über Dynamik und Klangfarbe.

Flügel-Sounds mit Mehrkanal-Samples

Einen deutlichen Sprung nach vorne macht das MP7 SE durch die neuen Flügel-Sounds. Die neue Harmonic Imaging XL Klangerzeugung ermöglicht eine sehr feine Nuancierung der Anschlagdynamik. Außerdem wurden die Piano-Sounds Ton für Ton gesampelt, was eine optimale Abbildung des Tonumfangs ermöglicht.

Gesampelt wurden für das Kawai MP7 SE drei Kawai Shigeru Edelfügel: SK-EX, EX und SK-5. Dabei kamen unterschiedliche Mikrofonpositionen zum Einsatz, die den Flügelklängen jeweils den passenden Klangeindruck geben: Sei es eine nahe Mikrofonierung für intimen oder auch konkret-zupackenden Klang oder auch weiter entfernte Mikrofone für klassisch-lyrischen Klangeindruck. 

Universell einsetzbar sind die Sounds des SK-Concert, mehr Bass und Höhen bietet der EX-Flügel und den typisch kernigen Klang eines kürzeren Flügels bietet der SK-5. Von den Grundsounds gibt es zahlreiche Preset-Varianten für Jazz, Rock, Pop, Piano-Solo etc., welche sich aber dank Virtual Technician weitreichend anpassen lassen. Die Piano-Sounds berücksichtigen viele Klangdetails wie Key-off-Effekt und Saitenresonanzen. Das macht nicht nur beim Editieren der Sounds Spaß – vor allem ist das nuancenreiche Spielen ein Genuss!

Vintage E-Pianos im Kawai MP7 SE

Daneben ist auch eine gut klingende Hammond-Simulation mit vielen Echtzeit-Steuerungsmöglichkeiten an Bord. Vintage E-Pianos wie Rhodes oder Wurlitzer gehören bei einem professionellen Stagepiano wie dem Kawai MP7 SE natürlich zum Standard-Repertoire. Die beiden E-Pianos kommen sehr authentisch rüber und haben richtig viel Dynamik in petto. Sie klingen sehr sauber und  können durch die Amp-Simulation und andere typische Effekte auch noch die gewünschte Patina bekommen – top! 

Breite Soundpalette

Viele weitere nützliche Sound von FM-Pianos, Synthesizern über Gitarren bis zu Streichern und Bläsern runden das Soundangebot ab. Eine echte Workstation kann das Kawai MP7 SE damit nicht ersetzen, dennoch macht das Kawai MP7 SE am Sequenzer-Programm eine gute Figur. Denn es bringt zum Arrangieren und Recorden im eigenen MIDI-Studio alles mit, was man braucht.

Neben der gut klingenden Amp-Simulation gibt es noch reichlich weitere Effekte, um die Sounds nach eigenem Geschmack zu bearbeiten. Die 129 Effektprogramme – darunter Chorus, Phaser, Flanger bis zu Rotary und Distortion – lassen sich detailliert editieren und klingen amtlich.

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Das Display ist gemessen am Funktionsumfang etwas klein geraten. Trotzdem: Im Live-Einsatz ist beim Kawai MP7 SE Bedienkomfort angesagt.

Viel Funktionalität – kleines Display

Im Live-Kontext kann das Kawai MP7 SE mit vielen Echtzeitreglern punkten, auch Controller-Pedale zur Steuerung von Lautstärke und Klangparametern lassen sich auf unkomplizierte Weise nutzen. Das Kawai MP7 SE besitzt vier Sektionen, die als Layer/Split-Kombinationen konfiguriert werden können. Dabei profitiert man von der hohen Polyphonie von 256 Stimmen. Zusätzlich gibt es für externen MIDI-Instrumente 4 MIDI-Zonen, welche sich ebenfalls individuellen Tastaturzonen zuweisen lassen.

Daheim oder im Studio machen sich die Recorderfunktionen per USB nützlich, von der Audioaufnahme des eigenen Spiels bis zur Wiedergabe von MIDI-Files. Mit den Laufwerkstasten lässt sich auch ein Sequenzerprogramm starten oder stoppen.

Gemessen an der Funktionsvielfalt fällt die Bedienung des Kawai MP7 SE über das Display nicht immer ganz so komfortabel aus. Aber man kommt damit zurecht, zumal die beim Live-Spielen wichtigen Funktionen gut zu erreichen sind.

Fazit: Bühnen-Allrounder mit tollen Sounds und guter Tastatur

Das Kawai MP7 SE sieht schick aus, bietet vielseitige Flügelklänge auf höchstem Niveau und jede Menge zusätzlicher Sounds, darunter tolle Vintage-Pianos und eine virtuelle Tonewheel-Orgel. Die Bedienung könnte allerdings komfortabler sein, zumal das MP7SE sehr umfangreich editiert werden kann. Im Live-Einsatz gefallen aber die zahlreichen Praxis-Features. Die Tastatur ist trotz der Gewicht sparenden Bauweise hervorragend spielbar und macht das MP7 SE auch für versierte Pianisten attraktiv. 

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Kawai MP7 SE – Überblick

Erhältlich seit: 11.2017
Tastatur: 88 Tasten, RH3 Hammermechanik
Klangerzeugung: Harmonic Imaging XL, 88-Tasten-Sampling, 256 Voices in 8 Kategorien, 208 Setups
Polyphonie: 256
Besonderheiten: Masterkeyboard-Funktionen für max. 4 Zonen, USB-Recorder/ Player für WAV, MP3 und MIDI, Hammond-Simulation mit Zugriegel-Funktion
Hersteller: Kawai

Produkt-Präsentation von Kawai MP11SE und MP7SE

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