Test: Casio PX-S1000 – Portable Piano

  • Als Nachfolgemodell des erfolgreichen Casio PX-160 ist das Casio PX-S1000 ein kompaktes Portable Piano für Einsteiger und Fortgeschrittene.
  • Das PX-S1000 gefällt aufgrund des modernen Designs, überzeugt aber auch mit Leistungsmerkmalen wie 192fache Polyphonie sowie detailreich gesampelte Piano-Sounds mit guter Dynamik.
  • Mit Bluetooth-Audio, eingebauten Lautsprechern und separaten Audio-Ausgängen zum Anschluss an einen Verstärker sowie Audio-Input mit Voice-Canceling-Funktion ein überzeugender Auftritt.
Casio PX-S1000 - Portable Piano
(Bildquelle: Casio)

Mit dem Nachfolger seines Modells PX-160 hat Casio eine mutige Design-Entscheidung getroffen: Das Casio PX-S1000 macht durch seine schlanke Erscheinung der Gattung der tragbaren Pianos alle Ehre, entwickelt aber auch bewährte Qualitäten weiter.

… ein flexibler und ausdrucksstarker Flügelklang.

Kompakt wie nie: Das 11,2 Kilo leichte PX-S1000 ist bei Abmessungen von 132,2 mal 23,2 mal 10,2 Zentimetern (B x H x T) sogar noch handlicher als das schon ziemlich schlanke Casio PX-160. Dadurch mutet das S1000 auf den ersten Blick fast wie ein schlichtes Masterkeyboard für den reinen PC-Einsatz an – eingebaute Lautsprecher mag man darin kaum vermuten.

Glanzvolle Erscheinung in Schwarz oder Weiß

Das Casio PX-S1000 ist wahlweise in Schwarz oder Weiß erhältlich und sieht mit seinem glänzenden Oberflächenfinish richtig schick aus. Auffällig anders ist das Bedienfeld: Der Power-Taster und der Volume-Drehregler sind die einzigen konventionellen Bedienelemente, den Rest erledigt man über sieben beleuchtete Touch-„Buttons“ – auch all das unterstreicht den schlanken Look und trägt zu einem stylischen Gesamteindruck des Portable Pianos bei.

Casio PX-S1000 Touch Panel
Das Casio PX-S1000 verzichtet fast vollständig auf Bedienelemente wie Taster und Regler. Die meisten Funktionen lassen sich per Touch-Bedienung handhaben. (Foto: Jörg Sunderkötter)

Casio PX-S1000: Mobiles Homepiano 

Wie bei Portable Pianos üblich bietet Casio für das PX-S1000 einen optionalen Ständer in passendem Design (CS-68) und eine 3fach-Pedaleinheit (SP-34) an. Damit fungiert das PX als preiswerte Homepiano-Alternative. Für den mobilen Einsatz ist die Transporttasche SC-800P optional erhältlich, die man dank der Tragegurte auch als Backpack nutzen kann. Das Casio PX-S1000 lässt sich über das externe Netzteil (wird mitgeliefert) oder auch über sechs AA-Batterien mit Strom versorgen.

Liebling, sie haben die Tastatur geschrumpft

Für das PX-S1000 hat Casio eine komplett neue Tastatur entwickelt. Die Mechanik ist leichter und etwa 20% kleiner als die Vorgängermodelle. Dennoch ist es eine vollwertige Hammermechanik-Tastatur mit graduierter Gewichtung und verbesserter Ivory-Oberfläche. In dieser kompakten Einsteigerklasse zählt dieses Keyboard mit zum Besten. 

Smart Scaled Hammer Action

Die skalierte Hammermechanik mit schwereren Tastengewichten im Bass und leichteren im Diskant trägt bei zu einem ordentlichen Klavierspielgefühl. Die Repetition ist durchaus gut und die angerauten Key-Tops sorgen für Griffigkeit. Mit gleich fünf Dynamikkurven kann der Spieler die Anschlagempfindlichkeit seinem Geschmack anpassen.

Ivory-Touch-Oberfläche des Casio PX-S1000
Die Zeichnung der Ivory-Touch-Oberfläche ist im Vergleich zu früheren Tastaturmodellen feiner. Auch die schwarzen Tasten sind leicht angeraut und erzeugen ein griffiges Spielgefühl. (Foto: Jörg Sunderkötter)

Soundqualitäten des Privia PX-S1000

Wie im Vorgängermodell gibt es im S1000 wieder 18 Sounds mit Schwerpunkt auf den akustischen und den E-Pianos sowie Orgeln. Die Polyphonie ist mit 192 Stimmen für ein Modell in der Preisklasse unter 1000 Euro üppig. Ebenfalls in dieser Preisregion erhältlich, bietet Casio noch das größere Modell PX-S3000 an, welches deutlich mehr Sounds sowie eine erweiterte Ausstattung mit Begleitautomatik und editierbaren Effekten etc. am Start hat – hier den Testbericht zum Casio PX-S3000 lesen.

Die eingebauten Lautsprecher leisten 2 x 8 Watt und tönen erfreulich kräftig und rauscharm. Sie strahlen über Gehäuseöffnungen sowohl nach hinten als auch nach vorne ab. Ein neuer virtueller Sourround-Effekt ist zudem hinzuschaltbar. Je nach Aufstellposition variiert der Klangeindruck natürlich etwas, aber die empfundene Klangverbreiterung sorgt für eine schöne Plastizität des Lautsprecher-Signals. Der Effekt wirkt sich nur auf den Lautsprecherklang aus – der Line-Ausgang und auch das Kopfhörer-Signal bleiben davon unbeeinflusst.

Casio PX-S1000 mit Bluetooth Audio ermöglicht die drahtlose Musikwiedergabe
Playbacks oder eLearning-Lektionen drahtlos über Bluetooth an die internen Lautsprecher übertragen. Bluetooth-MIDI bietet das Casio PX-S1000 aber nicht. (Bildquelle: Casio)

Piano-Sounds mit Feinheiten

Drei Konzertflügel-Hauptklänge sind Variationen desselben Multisamples von „natürlich und gedeckt“ bis „offen und durchsetzungsfähig“. Den von Casio bekannten cleanen und über den gesamten Tastaturumfang ausgewogen Sound kennt man, die Dynamik ist gut umgesetzt.  Aufgewertet im Vergleich zum Vorgänger hat der Hersteller beim S1000 die Saiten- und Dämpferresonanzen sowie die simulierten mechanischen Geräusche eines Flügels. 

Fünf dieser Parameter lassen sich in jeweils vier Intensitätsstufen einstellen oder ganz abschalten, sodass man den Flügelsound nach den eigenen Vorlieben tunen kann – die ebenso wertvolle Brillanzregelung dabei nicht zu vergessen. Insgesamt ein flexibler und ausdrucksstarker Flügelklang, der noch etwas mehr Glanz und Authentizität ausstrahlt als der des Vorgängermodells.

E-Pianos und weitere Sounds

Neben zwei weiteren guten Akustik-Pianos für Rock und Jazz gibt es an E-Pianos die Vintage-Klassiker Fender Rhodes und Wurlitzer. Aber auch die FM-Pianos mit ihrem kristallinen Sound – typisch für die Popmusik der 80er – machen Freude.

Außerdem: Vier Orgeln inklusive Kirchenorgel und Hammond, zwei Streichensembles, Vibrafon und Cembalo sowie ein Kontrabass, allesamt befriedigend bis gut. Der Bass lässt sich wieder ausschließlich als – einziger – Splitsound nutzen. Alle übrigen Klänge können frei gelayert werden, die Lautstärken für Lower- und Upper-Sounds sind jeweils einstellbar. Ein Hall- und ein Chorus-Effekt mit jeweils vier Typen lassen sich hinzuschalten.

Bedienung kompakt

Die Bedienung wurde gegenüber dem PX-160 etwas umgestaltet. Direkt im Zugriff sind die Hauptklänge der Kategorien „Grand Piano“ und „Electric Piano“. Ebenso das integrierte Metronom, der Song Player bzw. Recorder. Für die meisten weiteren Funktionen sind Tastenkombinationen erforderlich. 

Zum Beispiel: Mittels „Sound Mode“ plus C2 bzw. C#2 wird die siebenstufige Brillanz hoch- oder heruntergeregelt. Mit „Function“ plus D5 bis G5 werden Tastatursound-, MIDI- und Audiosong-Lautstärken angepasst. Und auch die Taster „Grand Piano“ und „Elec. Piano“ hält man etwa dann gedrückt, wenn man über eine zusätzliche Klaviertaste einen der übrigen Klänge als Upper-1- oder Upper-2-Sound (im Layer) anwählen möchte. Wer alle angebotenen Parameter wirklich gebrauchen möchte, sollte unbedingt die mitgelieferte „Tastaturfunktionen-Liste“ zu Rate ziehen.

Casio PX-S1000 Anschlüsse
Ein Standardklinken-Stereo-Ausgang für den Anschluss an eine externe Anlage wird ebenso geboten wie zwei Kopfhörerbuchsen vorne (Miniklinke). Außerdem gibt es USB-to-Host, einen neuen Audio-Eingang sowie Anschlüsse für das Sustainpedal, das optionale Dreifachpedal und natürlich das obligatorische Netzteil.

Funktionen aufgestockt

60 integrierte MIDI-Songs, vor allem klassische Klavierstücke, bei denen sich die Stimmen der rechten und linken Hand separieren lassen – das kennt man auch vom PX-160. Ebenso gibt es im PX-S1000 wieder den integrierten Zwei-Spur-MIDI-Recorder mit Speicherplatz für 10 Songs. Außerdem die für Schüler-Lehrer-Übungen gedachte „Duet“-Funktion, die die Tastatur in zwei autarke Bereiche teilt.

Und es gibt noch die vom Vorgänger bekannte globale Speicherfunktion für alle individuell getätigten Einstellungen. Echte Registration-Speicher bietet das Portable Piano aber nicht. Letztere findet man im großen Bruder PX-S3000, wo sie allerdings auch nicht mehr verzichtbar sind: Dieses teurere Modell bietet 700 Sounds, eine Begleitautomatik mit 200 Styles und eine Audio-Rekorder-Funktion.

Playbacks über das Casio PX-S1000 abspielen

Neu ist die Möglichkeit, auch Audiomaterial über die S1000-Lautprecher oder die Kopfhörerbuchsen wiedergeben zu lassen – entweder über den Audioeingang oder via Bluetooth. Sogar an eine „Center Cancel“-Funktion fürs Unterdrücken der Melodiestimme, die dann der Spieler übernehmen kann, wurde gedacht. Und auch der Halleffektanteil für Audio-Songs kann angepasst werden.

Piano-App für das Casio PX-S1000

Ein weiteres neues Feature ist die Unterstützung von Casios kostenfreier App „Chordana Play for Piano“ für iOS und Android. Die App ist kompatibel zu allen aktuellen Casio Digitalpianos, so auch zum PX-S1000. Über einen Tablet, auf dem diese Software installiert ist, funktionieren mittels Remote-Funktion viele Bedienschritte wesentlich bequemer als am S1000 selbst. Außerdem werden zusätzlich die Notendarstellung für die integrierten MIDI-Songs, ein MIDI- und ein Audio-Player in der App selbst geboten.

Casio PX-S1000 Piano App

Fazit: Kleines Piano mit viel Leistung

Nicht nur tolle Flügelklänge und eine ordentliche Tastatur zeichnen das zum Listenpreis von 649,- Euro erhältliche PX-S1000 aus. Außerdem gefällt an dem neuen Casio die äußerst kompakte Bauweise und die umfangreiche Ausstattung. Neben wichtigen Standardfunktionen wie Übungssongs und MIDI-Recorder hat das superschlanke Portable-Piano auch Bluetooth-Audio, die App-gesteuerte Bedienung und ein flexibles Sound-Tuning für seine A-Pianos zu bieten. Zudem bringt Casio mit einem neuen Design einen edlen Look ins Einsteiger-Preissegment. Ein überzeugender Auftritt.

Casio PX-S1000 Produktbild

Casio PX-S1000 – Übersicht

Erhältlich seit: 04.2019
Tastatur: 88 Tasten, Smart Scaled Hammer Action
Polyphonie: 192 Stimmen
Klangerzeugung: Sampling
Lieferumfang: Netzteil, Notenhalter, Sustain-Pedal
Besonderheiten: Stereo-Line-Out, Bluetooth-Audio, 60 Übungssongs
Hersteller: Casio

Verwandte Artikel

12.08.2019 · Kaufen Piano spielen mit einem VST-Host-Programm

Braucht man immer gleich eine komplizierte DAW-Software, nur um mit einem Piano-VST Klavier zu spielen? Eine Hürde für alle, die sich mit Recording-Technik nicht auskennen. Von den Kosten mal ganz abgesehen, ist der Einstieg in ...

07.08.2019 · Spielen Felt-Piano: Klavier spielen ganz leise

Der Begriff „Felt-Piano“ hängt stark mit der Popularität des Genres Neoklassik zusammen. Denn besonders hier ist der im Anschlag sehr weiche Klang oft präsent, ja fast ein Markenzeichen. Der Sound hat etwas Poetisches und ist dabei ...

01.08.2019 · Spielen Coole Klavierakkorde: Kool & The Gang - Summer Madness

Kool & The Gang Summer Madness - was sollte besser zu den Rekord-Temperaturen dieses Sommers passen als dieser Soul-Hit aus dem Jahre 1974? Cooles Tempo, cooler Laid-back Groove und coole Klavierakkorde - gespielt auf dem ...

26.07.2019 · Lernen Classic Manager: Klassische Klaviermusik kostenlos online hören

Wer klassische Musik am Klavier lernt, braucht nicht nur Klaviernoten, sondern als Referenz möglichst mehrere Aufnahmen eines Klavierstücks. Die Streaming-Website Classic Manager ist eine praktische sowie kostenlose Hilfe: Einzelne Titel, Alben und thematisch sortierte Playlists ...

23.07.2019 · Spielen Mit Gig Performer Piano spielen: VST-Host-Programm im Live-Einsatz

Warum gleich eine DAW nutzen, nur um ein Piano-VST zu spielen? Aber was kann man tun, wenn ein Software-Piano nicht auch als Standalone-Applikation erhältlich ist. Um einfach nur ein VST- oder AU-Instrument spielen zu können, ...

11.07.2019 · Lernen Stranger Things Titelsong am Piano spielen lernen

Wer kennt sie nicht, die Kultserie im Coming-of-Age-Stil der 80 Jahre? Die Filmmusik wird zwar dominiert von elektronischen Sounds, aber die Online-Klavier-Schule music2me zeigt, wie du den Stranger Things Titelsong am Piano lernen kannst. Die ...

08.07.2019 · Spielen Digitalpiano-Ratgeber: E-Piano an ein Mischpult anschließen

Digitalpiano, iPad, Keyboard, Synthesizer - alle Geräte sollen möglichst auch über den Kopfhörer oder Lautsprecher zu hören sein. Wie also schließt man zusätzliche Klangquellen gemeinsam mit dem E-Piano an ein Mischpult an? Audio, MIDI, Bluetooth, ...

28.06.2019 · Spielen Digitalpiano an Stereoanlage anschließen: Konzertsaal im Wohnzimmer

Du willst den Sound deines Digitalpianos über eine Stereoanlage spielen? Das ist grundsätzlich möglich, hängt jedoch von ein paar technischen Voraussetzungen ab. Meistens passen die Anschlüsse von Hifi-Geräten und Musikinstrumenten nicht zusammen. Nur selten eignen ...

26.06.2019 · Lernen Auf dem Klavier Tonleitern üben: 5 Tipps für Anfänger

Aller Anfang ist schwer. Wer lernen möchte, flüssig Klavier zu spielen, kommt an dieser Übung nicht vorbei. Aber den ganzen Tag auf dem Klavier Tonleitern üben? Das ist wirklich nicht empfehlenswert. Man kann dabei eine ...

10.06.2019 · Pflege Notenständer für das Stagepiano

Piano spielen und Noten lesen - fast immer gehört ein Notenhalter auch bei transportablen Digitalpianos zur Grundausstattung, aber die Qualität kann sehr unterschiedlich sein. Nicht selten macht es daher Sinn, einen extra Notenständer für das ...

07.06.2019 · Pflege Case für das Stagepiano kaufen: Koffer oder Tasche?

Erst mit Schrammen und Macken bekommen Stagepianos mit der Zeit eine persönliche Note - das kann durchaus etwas Schönes sein. Wer allerdings sein Instrument schonen und sicherstellen möchte, dass Tastatur und Bedienelemente den Transport im ...

05.06.2019 · Spielen Digitalpiano als Masterkeyboard verwenden - MIDI, USB, Bluetooth

Notationen erstellen und bearbeiten, mit dem E-Piano aufnehmen oder einfach den Klang verbessern - es gibt viele Möglichkeiten, die ein Digitalpiano als Masterkeyboard bieten kann. Aber welche Voraussetzungen muss das elektrische Klavier mitbringen, um es ...