Test: Best Service Galaxy II Vienna Grand – Piano-Library

  • Best Service Galaxy II Vienna Grand ist eine Piano-Library für den Native Instruments Software-Sampler Kontakt sowie dessen kostenlose Version Kontakt Player.
  • Die Library basiert auf dem Bösendorfer Imperial 290 Konzertflügel, der mit zahlreichen Klangdetails und Artikulationen gesampelt wurde.
  • Der Flügel ist Teil der Galaxy-II-Piano-Reihe, welcher auch die Sampling-Instrumente Galaxy Steinway und  German Baby Grand angehören.
Best Service Galaxy II Vienna Grand

Es kommen immer neue, beeindruckende Sample-Libraries auf den Markt, wobei vor allem die Klassiker unter den Konzertflügeln im Mittelpunkt stehen. So verhält es sich auch mit dem Best Service Galaxy II Vienna Grand. Welches Geheimnis also steckt in diesem Bösendorfer Imperial 290 Flügel? Und was hat es mit diesen extra Basstönen auf sich?

Das Vienna Grand ist mit seinen 9 GB an Sample-Material fast schon ein Leichtgewicht unter den Piano-Libraries. Klanglich aber darf man es getrost zu den Schwergewichten zählen. Ob Una Corda, Repedalling oder Sympathetic Resonance: Mit Liebe zum Detail berücksichtigt das Piano-Sampling des Galaxy II Vienna Grand Artikulationen und Klangdetails in großem Umfang. Dank der 13 Velocity-Layer ist auch ein realistisches Spielgefühl in der Dynamik gegeben. Doch in diesem Flügel steckt noch viel mehr, und das ist hier nicht nur eine Redewendung.

Das Geheimnis der Extra-Saiten

Dieser Bösendorfer Flügel ist definitiv besonders. Der Imperial 290 ist bekannt für seinen warmen Klang und seine ausgeprägten tiefen Frequenzen. Die Besonderheit: Der Tonumfang dieses Grand Pianos geht mit 97 Tönen herunter bis zum C0. Hat man die Ehre, diesem Flügel in natura zu begegnen wird man allerdings feststellen, dass man diese extra Tasten eigentlich weniger opulent klingen als man es vermuten würde. Die zusätzlichen Töne kommen musikalisch in Werken von Bartôk und Ravel vor, werden aber vor allem zum Zweck der Saitenresonanz verwendet und gar nicht direkt gespielt.

Aber es spricht natürlich nichts dagegen, die tiefsten Basstöne zu spielen. Genau das haben sich wohl auch die Entwickler von Galaxy Pianos beim Entwurf dieser Library gedacht, denn auf Wunsch kann man beim Galaxy II Vienna Grand sogar die tiefen Resonanz-Saiten spielen. Ganz ähnlich wie beim Original ist man bei Vienna Grand spontan überrascht, wie relativ unspektakulär die tiefen Register klingen. Trotzdem schön, dass sie in der Library enthalten und spielbar sind. Denn für Klangexperimente mit nachgeschalteten Filter-Plug-ins etwa lässt sich damit so einiges anstellen.

Bösendorfer Imperial 290 Extra Basstöne
(Bildquelle: Bösendorfer, Wien)

Und was steckt noch so drin?

Als zusätzliches Extra gibt es wie bei den beiden Partner-Libraries Galaxy Steinway und German Baby Grand wirklich schöne Pads. Diese haben von Streichern über Chöre bis hin zu Synthesizern eigentlich alles zu bieten, um den Flügel mit atmosphärischen Flächenklängen anzureichern. Hinzukommt ein Faltungshall mit 22 Raumsimulationen. Damit stellt man den virtuellen Imperial 290 in realistisch klingende Räumlichkeiten – vom Studio zum Konzertsaal ist nur ein Klick weit entfernt.

Galaxy II Vienna Grand Velocity Editor
Der Velocity-Editor ist ein simples aber effektives Werkzeug, um die Anschlagdynamik den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Dank der hohen Auflösung des Vienna Grand lässt sich der Klang spielerisch flexibel gestalten.

Vienna Grand: Flexibel im Sound

Die Bedienoberfläche wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas unübersichtlich, aber das liegt an vielen Möglichkeiten der Klangeditierung. Denn der Vienna Grand lässt sich hinsichtlich des Spielverhaltens vielseitig einstellen. Man kann z.B. den Deckel in drei Stufen verstellen. Ebenso kann man den Flügel-Sound virtuell aus der Spielerposition oder aus Perspektive des Publikums hören. Nicht zu vergessen sind natürlich die ganzen Feinheiten und Details, welche für einen hochwertigen Realismus sorgen. Egal ob Hämmer, Pedale oder Dämpfer – all das kann nach Belieben in der Lautstärke eingestellt werden. Regler für die Resonanzen und Obertöne gibt es natürlich auch. Bei dieser Funktionsvielfalt kann man wirklich nicht meckern.

Galaxy Vienna Grand User Interface
Das User-Interface wirkt ein wenig oldschool, aber man kommt damit zurecht. Lobenswert ist auf jeden Fall, dass man auf so detallierte Weise auf das Klangverhalten Einfluss nehmen kann.

Das klingt ganz schön gut!

Das Bösendorfer hat einen allgemein starken Saitenanschlag, was zu einer deutlichen, aber nicht aufdringlichen Präsenz des Flügels führt. Die mittleren Oktaven klingen in der Tat sehr warm und haben ein angenehm volles Frequenzspektrum. Das ist besonders dann ein Pluspunkt, wenn das Klavier alleine zum Einsatz kommt. Die tieferen Oktaven des Flügels sind überraschenderweise nicht so warm wie man es erwarten würde. Hier bekommt man eher klare und etwas transparentere Töne zu hören, die sich im Zusammenhang gespielt sehr gut von den restlichen Tönen absetzen.

Den perkussiven Charakter behält der Sound selbst dann, wenn man mit weniger Dynamik in den tieferen Velocity-Bereichen spielt. Auch hier präsentiert der Bösendorfer stolz seinen kräftigen Klang. Dank Optionen wie „Color“ oder „Warmth“ kann man den Flügel zwar etwas drosseln, allerdings auch nur auf Kosten einiger hoher Frequenzen. Wirklich schön sind dafür die Saitenresonanzen. Grade bei großen Akkorden, einem guten Hallraum und gehaltenem Pedal entstehen ausgesprochen angenehme und volle Klangkulissen.

Fazit: Piano-Library mit kräftigem und vollem Klang

Genau wie bei den Libraries Galaxy II Steinway und Baby German Grand handelt es sich auch bei Vienna Grand um ein solides und umfangreiches Grand Piano mit einem kräftigen und vollen Klang. Dazu kommt noch eine angenehme Wärme, die gerade in den mittleren Oktaven zu einem schönen Klangteppich verhilft.

Allerdings hat der Klang des Bösendorfer Imperial 290 auch einen speziellen Charakter. Wer Balladen oder fluffige Piano-Begleitungen im Sinn hat, kann den perkussiven Grundsound manchmal vielleicht als ein wenig aufdringlich empfinden. Geschmacksache, denn das Vienna Grand kann genau den richtigen Sound liefern, wenn man im Pianissimo klar voneinander abgesetzte Töne mit Kontur haben will. Insgesamt ist Galaxy II Vienna Grand eine empfehlenswerte Konzertflügel-Library mit hochwertiger Aufnahmequalität.

Galaxy II Vienna Grand – Überblick

Konzept: Sample-Library für NI Kontakt / Kontakt Player
Umfang der Library: ca. 9 GB (5 GB Download)
Hersteller/Vertrieb: Galaxy Instruments/Best Service

Audio-Clips zum Galaxy II Vienna Grand

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