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Test: 8Dio Steinway 1969 Legacy Grand Piano

  • Das 8Dio Steinway 1969 Legacy Grand Piano ist ein Library-Instrument für Native Instruments Kontakt oder den kostenlosen Kontakt Player.
  • Im Vordergrund steht der atmosphärische Klang, weshalb sich das Piano-VST sehr gut für Film- und Medienproduktionen eignet.
  • Dynamiksprünge beeinträchtigen die Spieleigenschaften, was den Einsatz als vollwertiges Software-Instrument einschränkt.
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Für das 8Dio Steinway 1969 Legacy Grand Piano wurde ein Steinway Model D aus dem Jahr 1969 aufwendig gesampelt und für NI Kontakt produziert. Das Instrument ideal für Film- und Medienkomponisition, wobei neben dem akustischen Piano-Sound auch verschiedene elektronische Layer-Sounds sehr interessant sind.

Das 8Dio 1969 Steinway Piano besitzt einen atmosphärischen Klang

Wenn man mit dem 1969 Steinway erste Melodien und Akkorde spielt, landet man spontan in der filmischen Ecke. Das verwundert nicht, denn 8Dio ist bekannt für seine cinematischen Klänge. Einmal das Thema von Forrest Gump angespielt und man weiß sofort: Das funktioniert! Hier geht’s zu den Klangbeispielen…

Nicht zu brillant, nicht zu dunkel

Das Piano klingt sehr klar und präsent, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Die Töne der oberen Lagen sind dabei immer etwas brillanter, was es erleichtert, Melodien hervorzuheben und in der linken Hand zu begleiten, ohne zu stören. Am besten gefällt mir der Klang, wenn man leise Passagen spielt. Besonders mit etwas mehr Hall zaubert man allein mit ein paar Arpeggios schöne Klangkulissen.

Anschlagdynamik nicht immer berechenbar

Das Klavier klingt so lange gut, wie man in einer bestimmten Dynamikstufe bleibt – z.B. dem Piano oder Pianissimo. Leider ist das gar nicht so einfach: Wenn man nur ein wenig lauter spielt, stechen sofort einzelne Töne deutlich heraus. Erforscht man das Dynamikverhalten ein wenig, fallen schnell deutliche Sprünge in der Klangfarbe zwischen den einzelnen Velocity-Switch-Layern auf. Auch bei gleichem Anschlag klingen verschiedene Töne deutlich lauter als andere.

Das dynamische Spiel leidet sehr darunter. So habe ich beim Einspielen der Klangbeispiele einige Velocity-Werte der Noten in der DAW nachträglich korrigieren müssen, um ein homogenes Klangbild zu erreichen.

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In den Optionen lässt sich die Dynamikkurve anpassen.

Aufwendige Mikrofonierung

Der Steinway Model D wurde aus insgesamt sechs verschiedenen Positionen aufgenommen: Overhead, Keyboard/Player, Dampers, Spot, Ambient und Room. Diese kann man einzeln anschalten und in der Lautstärke verstellen. Der Vorteil dieser vielen Mikrofonpositionen ist, dass man sich den gewünschten Klavierklang sehr akribisch selbst einstellen kann. Soll es ein bisschen mehr wie aus der Perspektive des Klavierspielers klingen, möchte man den Klang direkt an den Dämpfern abgreifen oder ist der Raumklang am wichtigsten?

Viele Positionen, nicht so viel Mehrwert

Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis wird man vermutlich bei der Grundeinstellung bleiben. Denn selbst wenn man auf subtile Klangunterschiede steht – und subtil sind die hier definitiv: Teilweise sind die Unterschiede nur mit Kopfhörer zu erkennen. Aber von ein paar Metern Entfernung, geschweige denn im Mix mit anderen Instrumenten, erschließt sich mir der Mehrwert all dieser Mikrofonpositionen nicht so recht. Zwei bis drei hätten es auch getan.

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Sechs Mikrofonpositionen, die einzeln hinzugemischt werden können, bringen klanggestalterisch leider nicht den erhofften Mehrwert.

Layersounds fürs Sounddesign

Positiv zu vermerken sind die elektronischen Layer, die man dem Klavier auf Wunsch beimischen kann. Hier haben wir Presets wie Staccato, Reversed, Infinity, Ethereal, Glockiano, Emperor oder The Future. Diese klingen mal perkussiv, mal flächig und erinnern wieder daran, wofür dieses Instrument eigentlich gedacht ist: Atmosphärische Sounds für filmische Kompositionen. Die Presets sind allesamt gelungen und verleihen dem Piano-Sound sofort eine moderne Note – perfekt für hybrid-elektronische Soundtracks.

Fazit

Das 1969 Steinway Piano zeigt seine Stärken vor allem im Cinematic-Bereich. Hier punktet es mit einem schönen Grundklang, mit dem sich wunderbar Stimmungen erzeugen lassen, und mit den elektronischen Layersounds, die sich sehr gut für moderne Film-Soundtracks eignen. Ich persönlich sehe in dieser Library mehr ein Produktionstool als einen vollwertigen Piano-Sound zum Klavierspielen – hierfür ist das Dynamikverhalten zu wenig überzeugend.

8Dio Steinway 1969 – Überblick

Konzept: Sample-Library für NI Kontakt ab Version 5.5
Umfang der Library: 5 GB
Systemanforderungen: Vollversion von Kontakt erforderlich, 4 GB RAM empfohlen
Hersteller: 8Dio
Preis: $149

8Dio Steinway 1969 Legacy Grand Piano - Audio-Clips

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Lukas Ruschitzka

Das 1969 Steinway Piano zeigt seine Stärken vor allem im Cinematic-Bereich. Hier punktet es mit einem schönen Grundklang.


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Tests

20. März 2018

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