Klavier spielen lernen: Wie anfangen?
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Klavier spielen lernen: Wie anfangen?

  • Klavierspielen ist eines der schönsten Hobbys und kann dich dein Leben lang begleiten. 
  • Wenn du als Anfänger Klavier spielen lernen willst, dann solltest du nicht zu lange darüber nachdenken, ob du zu alt oder zu jung dafür sein könntest. Leg einfach los!
  • Hier findest du die wichtigsten Tipps für die ersten Schritte und Links zu weiterführenden Artikeln, die dir helfen, das richtige Anfänger-Instrument zu finden.
Klavier spielen lernen: Wie anfangen?

„Klavier spielen müsste man können, dann …“. Der Wunsch, Klavier spielen zu lernen, kann viele Hintergründe haben. Aber wie wählt man das geeignete Anfänger-Piano? Und überhaupt: Wie lernt man eigentlich Klavierspielen? Klassischer Klavierunterricht oder e-Learning? Akustisches Klavier oder Digitalpiano? Wie macht man den ersten Schritt?

Wer als absoluter Dummy mit dem Klavierspielen loslegen will, sollte sich schon vorab ein paar dieser Fragen beantworten oder sich Rat bei Experten einholen. Ein guter Ort dafür ist eine Klavierschule. Viele Musikschulen bieten kostenlose Probestunden an. Die Klavierlehrer*innen dort können dir sicher wertvolle Tipps geben.

In welchem Alter sollte man anfangen?

Du glaubst, die Chance zum Supertalent hast du bereits verpasst? Das ist noch lange kein Grund, das Thema Klavierspielen ad acta zu legen, bevor du überhaupt angefangen hast. Früh übt sich, was ein Meister werden will – da ist wirklich etwas dran. Aber das heißt noch lange nicht, dass man es anstreben muss, ein neuer Mozart zu werden.

Es ist dein sehnlichster Wunsch, Klavier spielen zu lernen? Dann leg am besten gleich los! Und vergeude keine Zeit damit, über dein Alter nachzudenken! Es ist nie zu spät, ein Musikinstrument spielen zu lernen. Wichtig dabei: Leidenschaft und Gefühl für Musik.

Früh übt sich... Egal, in welchem Alter du loslegst: Regelmäßiges Üben ist der Schlüssel zum Klavierspielen.
Früh übt sich... Egal, in welchem Alter du loslegst: Regelmäßiges Üben ist der Schlüssel zum Klavierspielen.

Das Wichtigste: Spaß am Klavierspielen

Vor allem geht es darum, Spaß am Klavierspielen und Musizieren zu erleben. Egal, ob man in jungen Jahren oder als Erwachsener damit beginnt, man sollte seine Ziele nicht zu hoch ansetzen. Denn sonst endet alles schnell im Frust. Das beste Rezept dagegen ist kontinuierliches Üben – jeden Tag 10-20 Minuten reichen völlig aus.

Wer das Üben und Klavierspielen in seinen Tagesablauf integriert, wird schnell gute Fortschritte beim Klavierlernen machen. Fingerübungen am Klavier sind notwendig, können aber auch langweilig werden, wenn man sich zu sehr darauf versteift. Lerne und übe vor allem Musikstücke! Welche Klavierstücke für dich am besten geeignet sind, können Klavierlehrer*innen sehr gut beurteilen.

Klavier spielen ohne Klavier?

Vielleicht bist du ja gerade erst auf die Idee gekommen, dass Klavier spielen etwas für dich sein könnte. Nur eben hast du kein Klavier in deiner Nähe. Vielleicht haben Leute in deiner Nachbarschaft ein Klavier zu Hause oder es gibt eines an deiner Schule. Wenn das alles nicht zutrifft, dann findest du im weiteren Verlauf einige Tipps, wie du dich dem Instrument nähern kannst.

Wenn du dich mit Tasten und Tönen vorab schon mal beschäftigen möchtest, dann gibt es bereits einige Quellen im Internet. Es ist ein bisschen wie Schwimmübungen auf dem Trockenen, aber die Website musicca.com bietet dir ein virtuelles Klavier. Du klickst einfach auf die Tastatur oder spielst die Töne über die Computertastatur an. Das ist mit dem Klavierspielen natürlich nicht zu vergleichen, aber kannst du erst einmal die Töne und ihre Anordnung auf der Tastatur kennenlernen. Außerdem bietet die Website einfache Übungen, mit denen du deine neuesten Erkenntnisse überprüfen kannst. Für totale Anfänger eine feine Sache.

Für die ersten Schritte: Mit dem virtuellen Klavier auf Musicca.com kannst du die Töne und deren Anordnung auf der Klaviatur kennenlernen.
Für die ersten Schritte: Mit dem virtuellen Klavier auf Musicca.com kannst du die Töne und deren Anordnung auf der Klaviatur kennenlernen.

Klavier spielen selber beibringen?

Es ist natürlich höchst individuell – grundsätzlich aber ist es eine gute Idee, erst einmal einfach loszulegen. Ob du dann komplett autodidaktisch lernen oder doch lieber Klavierunterricht nehmen möchtest, kannst du später immer noch entscheiden. 

Im Internet gibt es viele kostenlose Lernvideos, die für den ersten Schritt gute Tipps für Anfänger haben. Manchen scheint es vor allem darum zu gehen, möglichst schnell Klavier spielen zu können. Klavier spielen lernen in 8 Minuten verspricht das Video der Online-Musikschule music2me.de. 

Es sollte einleuchten, dass es mehr als acht Minuten braucht, um Klavier spielen zu können. Aber das Video erklärt in dieser knappen Zeit tatsächlich alles, was man für ersten Schritte wissen muss – und lernt sogar das Beethoven-Stück Freude schöner Götterfunken, das im Video in stark vereinfachter Form Takt für Takt gezeigt wird.

Sind Online-Klavierschulen eine gute Lösung?

Generell ist eine Klavierschule eine gute Idee für alle, die sich als totale Anfänger bezeichnen würden. Dabei bietet der konventionelle „Face2Face-Unterricht“ beste Voraussetzungen. Denn gerade zu Anfang ist es wichtig, auf die richtige Handhaltung zu achten. Zu schnell gewöhnt man sich eine fehlerhafte Fingerstellung und Körperhaltung an.

Online-Klavierschulen sind in der Regel weniger für Anfänger*innen im Kindesalter geeignet. Wiedereinsteiger oder Einsteiger im Jugendlichen- oder Erwachsenen-Alter hingegen finden sich in dem Angebot der Lektionen gut zurecht. Die Vorteile von Online-Klavierschulen: Man kann am Unterricht teilnehmen, wann immer man Zeit und Gelegenheit dazu hat – interessant vor allem für Berufstätige, Auszubildende und Studierende. Ebenso kann man  Lektionen aus einem stilistisch breit gefächerten Angebot selber zusammenstellen.

Testberichte über Online-Klavierschulen auf PIANOO.de

Online-Klavierschulen verfolgen ihre jeweils eigenen Konzepte. Auch wenn Sie auf den ersten Blick in Lernangebot und Handling recht ähnlich wirken, gibt es doch Unterschiede im Detail. Die meisten Schulen funktionieren über den Internet-Browser, manche bieten auch eine eine (kostenlose) App für iPad und iPhone. Letzteres ermöglicht die Online-Schule Skoove, die auch die Teilnahme mit einem akustischen Klavier ermöglicht.

Hier den Testbericht über Skoove lesen.

Um die Lektionen zu kommunizieren nutzen die Lernportale verschiedene Möglichkeiten der visuellen Darstellung. Die Aktionen der Hände auf der Tastatur werden per Video visualisiert bei zeitgleich animierten Klaviernnoten. Am flexibelsten ist in dieser Hinsicht die Online-Klavierschule music2me. Hier gibt es noch eine Synthesia-ähnliche Pianorollen-Darstellung. Das beste Feature hier aber ist die Vermittlung der Lerninhalte als gesprochene Moderationen: So kann man sich voll und ganz auf Töne, Noten und seine Hände beim Spielen der Lektionen konzentrieren.

Hier den Testbericht über music2me auf PIANOO.de lesen.

Online Klavier lernen (Bildquelle: shutterstock.com)
(Bildquelle: shutterstock.com)

Kann man mit 60 noch mit dem Klavierspielen beginnen?

Aber klar geht das! Sogar in weit höherem Alter ist aktives Musizieren absolut empfehlenswert. Der berühmte Pianist Vladimir Horowitz konnte in seinen Siebzigern noch auf Konzertniveau spielen, so sagt es der New Yorker Jazzpiainst Jamie Saft im Interview auf PIANOO.de. Aber es sollte klar sein, dass der Weg einer solch bemerkenswerten Pianistenkarriere sehr lang ist. Man sollte sich also bewusst keine zu hohen Ziele setzen.

Mehr erfahren: Klavier lernen als Erwachsener.

Vladimir Horowitz konnte in seinen Siebzigern noch auf Konzertniveau spielen.

- Jamie Saft im Interview auf PIANOO.de

Das Erlernen eines Musikinstruments fordert mehrere Ebenen: Nicht nur das Gehirn muss neuen Stoff lernen, auch die Motorik und die Sinneswahrnehmung (Tast- und Gehörsinn) entwickeln sich dabei. Es ist ganz individuell, wie man dabei voran kommt, denn letztendlich hängt alles zusammen. Wenn man z.B. schnell Noten lernen kann, bedeutet das nicht gleich auch, dass man die Töne sofort auf die Tastatur bringt.

Die Hände wollen die neuen Bewegungen erst einmal lernen. Es braucht seine Zeit, bis die Finger die richtigen Töne mit der passenden Anschlagdynamik treffen. Es braucht ebenso seine Zeit, bis – Note für Note, Schritt für Schritt – aus einer Abfolge von Tönen ein vorgetragenes Stück Musik wird. Eine Klavierschule ist empfehlenswert, denn geschulte Musikpädagogen können direkt auf die Hand- und Körperhaltung achten und im richtigen Moment die notwendige Hilfestellung geben.

Wie lange braucht man, bis man gut Klavier spielen kann?

Diese Frage scheint doch viele zu beschäftigen, denn sie taucht immer wieder in Internet-Foren auf. Die Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten, denn das Lernen hängt von vielen Faktoren ab. Im Vordergrund stehen dabei gar nicht einmal die individuellen Faktoren wie Musikalität und Auffassungsgabe, die hier oft ins Feld geführt werden. 

Der wohl wichtigste Faktor ist das Üben. Wer häufig und vor allem regelmäßig Klavier übt, wird gute Fortschritte machen. So manche schaffen es, innerhalb eines Jahres anspruchsvolle Anfängerstücke wie „Für Elise“ vorzutragen – auch dafür gibt es ein gut gemachtes Online-Tutorial von Music2me.de.

Wie lange dauert es, bis man Noten lesen kann?

Es verhält sich ganz ähnlich wie mit dem Klavierspielen: Die Übung macht den Meister. Aber man braucht nicht Noten lesen zu können, wenn man Klavier spielen lernen möchte. Man muss nicht einmal Noten lesen können, um richtig gut Klavier zu spielen. Aber es schadet bekanntlich nicht, wenn man Noten lesen kann. 

Ein großer Vorteil, wenn man Noten lesen kann: Man hat Zugriff auf ein riesiges Repertoire an Klavierstücken. Viele Digitalpianos mit Lernfunktion enthalten die wichtigsten Übungsstücke der Klavierliteratur, sodass man hier praktisch loslegen kann, nachdem das neue Instrument aus dem Karton gepackt wurde.

Nach Klaviernoten zu spielen erfordert Übung. Optimal ist es, wenn der Klavierunterricht gleich auch Noten vermittelt – was in den meisten der Fälle auch stattfindet.

Wie lernt man am besten Piano spielen?

Learning by doing, step by step! Das Beste ist, gleich loszulegen. Dafür brauchst du ein Piano. Zwar gibt es technische Möglichkeiten wie Piano-Apps im Smartphone oder über die PC-Tastatur. Aber mal ernsthaft: Klavierspielen ohne Piano? Das hat mit Klavierspielen eigentlich nichts zu tun. Solltest du kein eigenes Piano besitzen, dann kannst du dir vielleicht eins leihen. Musikgeschäfte und Musikschulen bieten Leihinstrumente bzw. Mietkauf-Optionen an. Nimm’ eine Probestunde in einer Klavierschule oder bei einer Online-Klavierschule und schau dir Online-Videos an. 

Auch ohne Klavierunterricht kannst du loslegen: Hauptsache, du holst irgendwie Töne aus dem Piano heraus. Erkunde die verschiedenen Tonhöhen und Klangfarben bei Tonkombinationen und unterschiedlichen Anschlagstärken! Wichtig ist, dass du dir die Zeit nimmst und dich nicht selber mit hoch gesteckten Lernzielen stresst.

Mehr erfahren über Klavier und e-Learning

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Für Anfänger ein leistungsstarkes Piano-Keyboard: Roland Go:Piano (Bildquelle: Roland)

Kann man mit einem Keyboard Klavier lernen?

Keyboards sind grundsätzlich perfekte Anfängerinstrumente – prima für die ersten musikalischen Schritte, aber zum Klavierlernen völlig ungeeignet. Keyboard und Klavier gehören zwar zur Familie der Tasteninstrumente, es sind aber unterschiedliche Instrumente. Die kleinen leichtgängigen Plastiktasten können einen Klavieranschlag kaum vermitteln. Als Alternative zum akustischen Klavier bietet sich daher ein Digitalpiano an. Es hat anschlagdynamische Tasten mit einer Hammermechanik, die den Anschlag eines akustischen Pianos simulieren kann.

Mehr dazu: Keyboard oder Klavier lernen?

Klavier spielen lernen mit Piano-Apps?

Sowohl für Android- als auch iOS-Geräte werden Klavier-Apps angeboten, die alle versprechen, dass das Klavierspielen ganz leicht zu erlernen ist. Einige davon sind vielleicht geeignet, um die ersten Schritte in der Welt der Klaviertöne zu machen – manche bieten sogar Klaviersounds auf professionellem Niveau. Aber es sollte einleuchten, dass man auf der im Bildschirm dargestellten Klaviatur nicht wirklich spielen und üben kann. Egal, ob man hier mit Klavier, Keyboard oder Digitalpiano vergleicht – das pianistische Spielgefühl kann selbst der teuerste Tablet nicht vermitteln.

Als Ergänzung zum Digitalpiano sind Klavier-Apps allerdings prima geeignet. Einige Hersteller bieten sogar kostenlos Piano-Apps an, die zum einen die Funktionalität des Digitalpianos erweitern, zum anderen aber auch praktische Funktionen zum Lernen und Üben bieten. Die App Piano Partner von Roland ist so ein Fall. Es gibt hier Übungsstücke mit Notation sowie Übung für Rhythmusgefühl und Gehörsinn. Bei den Übungsstücken kann man das Tempo nach Belieben einstellen und auch linke und rechte Hand getrennt einüben.

Insgesamt ist all das aber immer begleitend zum Klavierunterricht sinnvoll zu nutzen. Denn für Piano Partner gilt – wie übrigens für alle Programme in diesem Bereich: Eine Piano-App kann den Klavierunterricht nicht ersetzen.

 

Mit dem Klavierspielen beginnen – welches Piano?

Akustisches Piano oder Digitalpiano? Gebrauchtes Piano oder neu kaufen? Fürs erste ist es völlig egal – Hauptsache, du legst los und beginnst damit, deinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Bei euch zuhause steht ein altes Klavier herum? Wichtig ist, dass es intakt und spielfähig ist. Wenn ein akustisches Klavier über längere Zeit nicht mehr gespielt wurde, dann könnte eine Klavierstimmung eine gute Idee sein.

Klavier richtig aufstellen (Bildquelle: Shutterstock)
(Bildquelle: Shutterstock)

Ist ein akustisches Piano besser, um Klavier spielen zu lernen?  

Grundsätzlich ja – um den Klavieranschlag richtig zu erlernen, braucht man ein echtes Klavier. Digitalpianos aber haben sich neben dem Klavier zu einer eigenen Instrumentenkategorie entwickelt, die besonders für Anfänger eine Menge Vorteile bieten. Vor allem aber der Preis von Anfänger-Digitalpianos macht den Einstieg ins Klavierspielen leicht. Denn sogar unter 500 Euro bekommt man schon Instrumente, die in Klang und Spielgefühl überzeugen können.

Günstige Pianos für Anfänger kann man selbstverständlich auch gebraucht kaufen. Hier aber sollte man sich beraten lassen. Denn unter Umständen kann ein aktuelles Einsteiger-Digitalpiano in Tastatur und Klang bessere in der Qualität für sogar weniger Geld bieten. Beim Kauf eines gebrauchten akustischen Klaviers ist Sachkenntnis gefordert. Im Ratgeber auf PIANOO.de findest du die wichtigsten Tipps, worauf es beim Gebrauchtklavier ankommt.

Ratgeber auf PIANOO.de

Digitalpiano für Einsteiger: Gute Tastatur ist wichtig!
Digitalpiano kaufen – der kleine E-Piano-Guide
Digitalpiano unter 500 Euro kaufen
Klavier gebraucht kaufen – worauf muss man achten?
Digitalpiano gebraucht kaufen

Kawai CN29 Digitalpiano für Einsteiger

Digitalpiano für Anfänger

Digitalpianos sind ideal für Anfänger. Allerdings ist eine Orientierung schwierig für Laien, denn die Auswahl an preiswerten Digitalpianos ist riesig groß. Auf eine ganz kurze Formel gebracht solltest du diese Aspekte berücksichtigen:

  1. Instrumente von Markenherstellern sind generell empfehlenswert. 
  2. Um den Klavieranschlag zu lernen, solltest du dir ein Digitalpiano mit graduierter Hammermechanik-Tastatur kaufen. 
  3. Neben der Tastatur ist ein guter Klavierklang wichtig. Viele zusätzliche Funktionen sind eher zweitrangig. Wer beim Kauf eines Digitalpianos auf möglichst viele Features zum kleinen Preis setzt, riskiert einen Fehlkauf.

Unser Empfehlungen für Anfänger findest du in der Übersicht im E-Piano-Test 2020.

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